Bau der A100 Autobahn

Stellungnahme von Definizium Records e.V.

A100 und die Verdrängung der Clubkultur – warum wir weiter kämpfen müssen

Seit unserer Gründung 2006 bewegt uns bei Definizium Records e.V. eine Sache immer wieder aufs Neue: die Suche nach Räumen für unsere Musik, unsere Community und unsere Kultur. Doch an keinem Ort konnten wir je lange bleiben. Immer wieder wurden wir verdrängt – durch steigende Mieten, Gentrifizierung oder Bauprojekte, die keinen Platz für Subkultur lassen.

Mit dem Bau und der Erweiterung der A100 zeigt sich dieses Problem besonders deutlich. Flächen, auf denen Clubs, Kollektive und Kultur lebten, werden geräumt und abgerissen, um Platz für eine Autobahn zu schaffen. Für uns bedeutet das nicht Fortschritt, sondern ein weiteres Stück verlorene Kultur.

Clubkultur ist mehr als „Feiern“

Für uns ist die Berliner Clubkultur kein Luxus und keine Nebensache. Sie ist ein Raum der Freiheit, der Vielfalt, der Begegnung – ein Ort, an dem Gemeinschaft entsteht. Genau das wird durch Projekte wie den A100-Ausbau bedroht. Berlin riskiert, das zu verlieren, was die Stadt weltweit einzigartig macht.

Gentrifizierung und ihre Folgen

Wir erleben hautnah, wie die Stadt sich verändert: Räume für Subkultur verschwinden, während Betonflächen und Luxuswohnungen entstehen. Was fehlt, sind Orte, an denen sich Kultur frei entfalten kann – für alle, nicht nur für die, die es sich leisten können.

Was wir fordern

Damit Berlin lebendig bleibt, braucht es konkrete Lösungen:

  • Anerkennung von Clubs als Kulturstätten – mit rechtlichem Schutz, damit sie nicht einfach verdrängt werden.
  • Gemischte Konzepte aus Wohnen und Kultur – neue Bauprojekte sollten verpflichtend Raum für Clubs und Kultur schaffen.
  • Sicherung landeseigener Flächen – damit Kultur dauerhaft Räume bekommt und nicht immer wieder weichen muss.
  • Zwischennutzungen – ungenutzte Flächen könnten vorübergehend Kultur ermöglichen, statt leerzustehen.
  • Schallschutz nach dem „Agent of Change“-Prinzip – wer neben Clubs baut, passt sich an, nicht umgekehrt.

Unser Standpunkt

Wir von Definizium Records e.V. glauben: Eine Stadt, die ihre Kultur verdrängt, verliert ein Stück ihrer Seele. Berlin darf nicht zur x-beliebigen Großstadt werden, die nur noch Wohnungen und Straßen kennt, aber keine Freiräume mehr für Musik, Kunst und Gemeinschaft.

Seit fast zwei Jahrzehnten kämpfen wir dafür, dass Clubkultur in Berlin nicht als Problem gesehen wird, sondern als das, was sie ist: ein unverzichtbarer Teil dieser Stadt. Wir werden weiter für Freiräume eintreten – für Musik, für Vielfalt, für das Berlin, das wir lieben.