Abgebranntes Affenhaus im Krefelder Zoo

Krefeld In der Silvesternacht ist das Affenhaus im Krefelder Zoo abgebrannt, mehr als 30 Tiere starben dabei. Zwei Schimpansen überlebten jedoch „wie durch ein Wunder“.

Ein vermeintliches Glückssymbol hat nach jetzigem Stand der Ermittlungen für den „schwärzesten Tag in der Geschichte des Krefelders Zoos“ gesorgt. Ein oder mehrere Himmelslaternen sollen kurz nach Mitternacht das Feuer im Affenhaus des Zoos verursacht haben. Das erklärten die Brandermittler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Nach Angaben des Zoos starben bei dem Unglück mehr als 30 Tiere. Die Feuerwehrleute entdeckten während der Löscharbeiten zwei Schimpansen, die leicht verletzt gerettet werden konnten. Zur Höhe des Schadens konnten noch keine Angaben gemacht werden, der Neubau eines Affenhauses erfordere einen zweistelligen Millionenbetrag, sagte Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen.

Die Feuerwehr war kurz nach Mitternacht alarmiert worden und laut Einsatzleiter fünf Minuten später am Zoo. Zu diesem Zeitpunkt habe das Haus bereits komplett gebrannt, die Rettungskräfte gingen davon aus, dass kein Tier das Feuer überleben werde. Parallel zu den Löscharbeiten sicherten sie die benachbarten Gebäude, den Gorilla-Garten und das Känguru-Gehege. Als sie während des Einsatzes Tiergeräusche hörten, entschieden die Rettungskräfte in das stark einsturzgefährdete Gebäude zu gehen. Dort entdeckten sie die Schimpansen. Die beiden Menschenaffen wurde narkotisiert und in ein anderes Gehege gebracht.

Die Kriminalpolizei ging am Mittwoch mit großer Sicherheit davon aus, dass so genannte Himmelslaternen das Feuer ausgelöst haben. Augenzeugen hatten berichtet, die Flugkörper gesehen und beobachtet zu haben, dass mindestens eine dieser Fackeln auf dem Dach des Affenhauses gelandet war. Himmelslaternen sind Zylinder aus weißem Seidenpapier, die mit einer Kerze oder einer Brennpaste steigen gelassen werden können und auf die man traditionell gute Wünsche schreibt. Himmelslaternen sind verboten, laut der Ermittler aber übers Internet bestellbar.

Die Polizei geht davon aus, dass diese Leuchtkörper auf Krefelder Stadtgebiet gestartet worden sind. Sie bittet Zeugen, sich unter Telefon 02151 6340 oder per E-Mail an hinweise.krefeld@polizei.nrw.de zu melden. Außerdem appelliert sie an diejenigen, die die Laternen gestartet haben, sich an die Polizei zu wenden. Diesem Aufruf wurde offenbar Folge geleistet, denn am Nachmittag meldeten sich mehrere Personen, die als mögliche Verursacher des Brandes in Betracht kommen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden für Donnerstag erwartet.