5 innovative Verpackungen der Zukunft ohne Plastik

Blickt man zurück auf 2016, so hat die Verpackungsindustrie in Hinblick auf nachhaltige und innovative Verpackungen Fortschritte gemacht. Verpackungen aus Plastik erhalten immer mehr Konkurrenz. Einige dieser innovativen Verpackungskonzepte möchten wir Ihnen vorstellen.  Pilze statt StyroporStyropor ist eines der meist verwendeten Verpackungsmaterialien. Für die Umwelt ist dieser Stoff jedoch alles andere als verträglich. Styropor ist biologisch nicht abbaubar. Darüber hinaus bedarf es rund 1,5 Liter Benzin, um einen einzigen Würfel Styropor herzustellen.Die natürliche Alternative des amerikanischen Unternehmens Ecovative kann Styropor in Zukunft ersetzen. Mit einem innovativen Verfahren werden aus biologischen Abfällen und Pilzen innovative Verpackungen in beliebigen Formen hergestellt.Die Bioabfälle werden zunächst zerkleinert und mit speziellen Pilzkulturen (Myzel) vermischt. Dann lässt man dem Myzel einige Tage Zeit, um zu wachsen. Das Wachstum wird durch den Bioabfall ermöglicht, die den Pilzen als Nahrung dienen. Danach wird die Mischung erneut zerkleinert und in die endgültige Form eingebracht. Es dauert etwa fünf Tage, bis die Mischung in die Form „hineinwächst“.  Anschließend wird die kompakte Masse noch einem Hitzeschub ausgesetzt, um das Wachstum zu stoppen und das Material keimfrei zu machen.Der zu 100 Prozent abbaubare Ersatz für Styropor ist ideal als Verpackungsmaterial für den Postversand, bietet aber auch interessante Optionen für die Automobilindustrie und das Baugewerbe.Zuckerrohr als Alternative zu Polyethylen aus Erdöl

Für Etiketten gibt es seit kurzem eine umweltfreundliche Alternative. Avery Dennison stellte eine biobasierte PE-Folie (Polyethylen) vor, die aus Zuckerrohr-Ethanol hergestellt wird. Die physikalischen und mechanischen Eigenschaften des innovativen Materials gleichen jenen des herkömmlichen Polyethylens aus Erdöl.Verarbeitet und recycelt wird die Folie wie eine konventionelle PE-Folie. Die Umstellungskosten der Verpackungs- und Etikettierungsprozesse sind infolgedessen minimal. Es wird eine weiße und eine transparente Variante angeboten, um zum Beispiel im Lebensmittel-, Getränke-, Haushalts- oder Kosmetikbereich zu etikettieren.Auch Tetra Pak setzt auf Zuckerrohr bei der Herstellung biobasierter  Verpackungen. Tetra Rex®-Kartons für gekühlte Milchprodukte bestehen ausschließlich aus zuckerrohrbasiertem Kunststoff und Karton.Kürzlich führte das Unternehmen zudem eine neue Version der Tetra Brik Aseptic-Verpackung mit bio-basiertem Verschluss ein. Die Beschichtung und die Verschlusskappe der Verpackung werden aus einem Kunststoff hergestellt, dessen Polymere aus Zuckerrohr gewonnen werden.  Als weltweit erste aseptische Kartonverpackung erhielt die Verpackung die höchste Vinçotte-Zertifizierung.  Innovative Verpackungen aus Milchproteinen ersetzen Plastik

Milch ist ein weiterer Rohstoff, der verstärkt für innovative Verpackungen zum Einsatz kommt. Peggy Tomasula, deren Projekte vom U.S. Department of Agriculture gefördert werden, ist es gelungen, eine Verpackungsfolie aus Milch herzustellen, die essbar, biologisch abbaubar und wesentlich effektiver als eine Folie auf Ölbasis ist.Grundlage der neuen Verpackung ist Casein, das Protein der Milch. Die Milchproteine sind starke Sauerstoffblocker, die den Verderb von Lebensmitteln verhindern. Die Forscher konnten nun dünne Folien herstellen, die Sauerstoff  500 mal besser blocken als herkömmliche ölbasierte Folien. Cornflakes beispielsweise besprüht man oft mit Zucker, damit sie trotz möglicher Feuchtigkeit knusprig bleiben. Alternativ könnte man aber auch einen Milch-basierten Film zum Einsprühen verwenden.Die essbare Eigenschaft der Folie eröffnet weitere Anwendungsmöglichkeiten. Wird beispielsweise eine Suppe darin verpackt, kann man die Verpackung mit der Suppe im heißen Wasser auflösen. Ebenso sind in der Milchpackung eingearbeitete Gewürze oder Vitamine denkbar, die beim Auflösen der Verpackung in heißem Wasser freigesetzt werden. Volle Marktreife soll die Folie innerhalb der nächsten drei Jahre erreichen.Algen lassen die Verpackung verschwinden

Die Erfindung des britischen Start-ups Ohoo könnte die Verpackungsindustrie für flüssige Nahrung in zahlreichen Bereichen revolutionieren. Die Verpackungen sind aus Seetang hergestellt, zu 100 Prozent biologisch abbaubar und essbar. Das Besondere der Erfindung liegt  in der außergewöhnlichen Art der Verpackung, die der natürlichen „Verpackung“ von Früchten nachempfunden ist.Die Herstellung ist einfach und kostet nur etwa einen Cent pro Stück. Durch den Prozess der Spherifikation bildet sich eine Art wasserdichte Haut um die Flüssigkeit herum, vergleichbar der Haut einer Traube. Flüssige Lebensmittel könnten so in kleinen Portionen wie frisches Obst verkauft werden und die Produktion von Milliarden Wasserflaschen in Zukunft überflüssig machen. Die erste kompostierbare Flasche aus Pflanzen

Die österreichische Firma „NaKu – Aus Natürlichem Kunststoff“ bringt die erste Flasche aus Biokunststoff (PLA) auf den Markt. Das Material besteht aus Milchsäure, die aus den pflanzlichen Rohstoffen Zucker und Stärke gewonnen wird. Der Kontakt mit Lebensmitteln ist unbedenklich, da Milchsäure in seiner natürlichen Form auch im menschlichen Körper vorhanden ist. Weichmacher wie Phtalate, Bisphenol A oder Antimon und hormonell wirksame Stoffe werden nicht verwendet. Die Bioplastik-Flasche hat einige Vorteile zu bieten: Sie ist unbedenklich im Gebrauch, 20 Mal leichter als Glas, rund 10 Mal billiger als Plastik und außerdem biologisch abbaubar. Das macht sie zur perfekten Verpackung für Fruchtsäfte, Smoothies, Milchprodukte oder feste Lebensmittel wie z.B. Süßigkeiten.Zusätzlich werden bei der Herstellung bis zu 50 Prozent der CO2 Emissionen reduziert, da im Vergleich zur PET-Herstellung weniger Hitze und Energie benötigt wird. Somit hat die NaKu-Flasche einen sehr geringen ökologischen Fußabdruck vorzuweisen und hinterlässt keine Spuren in Körper und Natur.
Fazit: Trend zur Nachhaltigkeit hält an 

Nachhaltigkeit wird auch in Zukunft einer der stärksten Trends in der Verpackungsindustrie sein. Ein geschlossener Kreislauf entlang der Wertschöpfungskette der Verpackungsindustrie ist das anzustrebende Ziel, das einige innovative Verpackungen bereits erreicht haben. 

Spread the love
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •