Zwar sind Tätowierungen und Piercings die wohl bekanntesten Arten von Körpermodi­fikation und werden am ehesten damit assoziiert, doch gibt es noch viele weitere Arten und Kategorien. Zunächst soll aber geklärt werden, wie bereits in der Definition ange­deutet, was alles unter dem Begriff verstanden wird. Gisela Steins spricht bspw. in die­sem Zusammenhang von Make-Up, Diäten oder sportlicher Betätigung, die den Körper kurzfristig verändern und sozial akzeptiert sind (vgl. 2007, 47). Dagegen sieht es die aktivere Body Modifikation-Szene so, dass der Begriff nur angewendet werden kann, wenn es sich um Eingriffe in die Körperwelt handelt, die längerfristig bestehen bleiben und Veränderungen bedeuten. Dazu zählen klassisch die Tätowierungen, die sich noch in Stilrichtungen wie Oldschool, Newschool, Tribals oder Lettering unterteilen lassen können (vgl. Pöhlmann et al. 2014, 4 ff.), aber auch Piercings in all ihren Anwendungs­arten. Unterschieden wird bei Piercings noch in auffällige, beispielsweise in der Zunge, Brust oder Genitalbereich, sowie unauffällige Piercings, etwa im Ohr, in der Nase oder im Bauchnabel (vgl. Trattner 2008, 86). Auch Schönheitsoperationen sind keine Selten­heit im 21. Jahrhundert. Hierzu zählen z.B. Silikonimplantate.

Weitaus seltener kommen dagegen Eingriffe in Form von Cutting oder Branding vor, die unter dem Oberbegriff Skarifizierung zusammengefasst werden. Hierbei handelt es sich um das Schneiden oder Einbrennen von Narben. Diese Methode wurde ursprüng­lich von Völkern verwendet und entwickelt, bei denen normale Tätowierungen aufgrund der starken Pigmentierung der Haut keinen Sinn gemacht hätten. Im Vergleich zu Täto­wierungen und Piercings ist diese Methode gesellschaftlich noch nicht in weiten Teilen akzeptiert. Um die Toleranzgrenzen der Gesellschaft weiterhin auszutesten, gibt es zu­sätzlich noch den Bereich der Hardcore- bzw. Extreme Body Modification. Hierzu zäh­len Vorgänge wie die Spaltung der Zunge oder Genitalmodifikationen. Diese sind auch in der Szene noch recht unüblich, gelten aber dort dennoch nicht als unnormal (vgl. St. Leone 2010).

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