Auslese und Züchtung der verschiedenen Sorten von Hanf und Flachs

Heute werden dagegen leichte, gutdurchlüftete Böden empfohlen, und die Flachssorten sind relativ unempfindlich auf Trockenheit. Für den Anbau von Hanf eigneten sich Flusstäler und Bachniederungen mit nährstoffreichen Böden besonders gut. Bei eher sandigen Böden musste mit vermehrter Düngung nachgeholfen werden, und zudem bevorzugte Hanf kalkreiche Böden. Hanf benötigte mehr Sonnenwärme und im Durchschnitt eine etwas längere Vegetationszeit als Flachs.

Gleichermassen schädigte zuviel Dünger die Faserqualität, «man bekommt Hanf-Stengel so dik als ein Stuhl-Bein» Als der beste Dünger für das Hanfland wurde der Dung von Tauben und Schweinen nebst Russ und Asche empfohlen. In der hier zitierten, gedruckten Anbauempfehlung aus dem Jahr 1770 hieß es außerdem, dass «der schönste» und mit «bestem Erfolg» gepflanzte Hanf «in unserm Land» im zürcherischen Weinland wuchs. Nach etwa 10 Wochen konnte der früher reife, pollenproduzierende, männliche Hanf ausgerauft, das heißt, mitsamt der Wurzel ausgezogen werden.

Nicht nur der Boden ist ausschlaggebend. Auch eine gute Bewässerung muss vorhanden sein. Hanf als Pfahlwurzler sucht sich auch in tieferen Schichten Wasser. Auch ist gedeiht er gut auf wasserreichem Boden, wie ehemalige Moore.

Wissenschaftlich fundierte Hanfzüchtung wurde nach dem Krieg vor allem in Frankreich, Finnland, Italien, Polen – teilweise Universitär- weitergeführt.

In BRD-Deutschland gabt es seit dem 2. Weltkrieg keine gezielte Hanfzüchtung für die Industrie mehr. Auf der DDR-Seite wurde noch weiter geforscht und gezüchtet, aber davon ist quasi auch nichts mehr erhalten.

Spezielle Hanfzüchtungen werden vor allem benötigt, um mit dem regionalen bzw. lokalen Klima- und Anbaubedingungen größtmöglichen Ertrag zu bringen. Vor allem die Photoperiode ist bei Cannabis ausschlaggebend.