Baumastseile Wikingerzeitlichen Siedlung Haithabu

Schiffstauwerk der Wikingerzeit

Für die Herstellung der dafür benötigten stärkeren und dehnungsstabileren Seile wurde aber vor allen im vorgeschichtlichen Norden im Frühmittelalter wohl weiter zumeist der Lindenbast mit der Hand zu Seilen gedreht, welche auch im archäologischen Befund auftauchen.

Für Hanfseile kenne ich übrigens keinen einzigen archäologischen Befund im frühmittelalterlichen Skandinavien. Baumbastseile in der Wikingerzeitlichen Siedlung Haithabu konnten ein Durchmesser von bis zu 7cm haben.

Brennnesselseile bei den Rus

Seile könnten auch auf eine andere Technik mittels des Verschlagens gesponnenen Garnes mit 3 hölzerner Astgabeln zu einem dünnen 3-kardeeligen Seil gedreht worden sein. Ich vermute, das diese einfache Art der Seilherstellung mit Astgabeln eine mehrerer Möglichkeiten war. Das dazu verwendete Gerät lässt sich im Fundgut kaum als Seilerwerkzeug erkennen.

Die Leiterin des Wikingermuseums Haithabu, Frau Drews, machte mich auf diese Technik aufmerksam. Möglicherweise wurden damit auch die von Jordanes im 10. Jahrhundert beschriebenen Nessel-Seile der Rus hergestellt.