Bienen mögen Alkohol – und leiden unter dem Entzug

In Blütennektar kann durch Gärung Alkohol entstehen, was die Blüten für Bienen anziehender machen könnte – In Laborversuchen zeigen Tiere Entzugssymptome.

Neben verschiedenen Zuckern könnte Blütennektar auch psychoaktive Substanzen enthalten, die für Bienen attraktiv sind. Dazu zählen Koffein und andere Alkaloide, aber auch Alkohol, den Hefen durch Gärung produzieren. Möglicherweise bewirkt der Alkohol im Nektar, dass die Bestäuber häufiger wiederkommen und so der Pflanze nutzen. Bienen könnten als Modellorganismen dafür dienen, Ursachen und Behandlung der Alkoholabhängigkeit zu erforschen, erklären die Forscher im Fachblatt «Biology Letters».

Bei der Futtersuche finden Bienen gelegentlich Blüten mit Nektar, der etwa ein Prozent Alkohol enthält. In Fütterungsexperimenten boten die Forscher den Bienen Zuckerwasser mit Alkoholkonzentrationen zwischen 0,3 und 25 Prozent an. Auch bei hohem Alkoholgehalt reagierten die Tiere positiv, indem sie ihren Saugrüssel danach ausstreckten. Die Bienen wurden in vier Gruppen mit jeweils 200 Tieren eingeteilt.

Drei Wochen lang fütterten die Biologen zwei Gruppen mit reiner Zuckerlösung, für die anderen war die Nahrung mit einem Prozent Ethanol versetzt. Eine der Alkoholgruppen musste dann drei Tage auf Alkohol verzichten, eine alkoholfrei ernährte Gruppe stieg zur gleichen Zeit auf alkoholische Kost um, bei den übrigen blieb die Ernährung unverändert.

Forschung: royalsocietypublishing