Moderne Psychotherapie Buch 

Cannabisabhängigkeit

Zusammenfassung

Marco ist 23 Jahre alt. Nach dem Abitur hat er ein Pädagogikstudium begonnen, das er durch einen Nebenjob in einem Zeitschriftenladen finanziert. Cannabis konsumiert er seit acht Jahren, zunächst nur auf Partys mit Freunden, dann aber zunehmend auch alleine daheim. Mittlerweile raucht er täglich mehrere Male, in der Regel beginnt er gleich nach dem Aufstehen damit den Tag. Häufig schläft er dann gleich wieder ein, sodass es ihm teilweise schwerfällt, Termine an der Uni einzuhalten. Auch auf der Arbeitsstelle gibt es Probleme. Aufgrund von Unpünktlichkeit wurde er mehrmals abgemahnt. Durch den Cannabiskonsum ist er sehr lethargisch geworden.

Stimmt das was erzählt wird oder ist doch unsere Psyche gefährdet ?

Aussagen wie diese findet man zu Hauf im Internet und wir sind dem mal auf dem Grund gegangen.

Was kann passieren ?

GEFAHREN FÜR KÖRPER UND PSYCHE

 

Einige meinen, Kiffen sei sehr gefährlich, andere denken, es sei harmlos. Wie gefährlich ist Cannabis eigentlich? 

 

 

Es kommt auf die Menge und Häufigkeit an: Wer selten und wenig kifft, riskiert weniger, als wer häufig und viel kifft. Aber auch die Situation und der Grund, warum jemand kifft, spielen eine Rolle.

Körper

Beim Rauchen eines Joints treten teilweise während des Rausches kurzfristig Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen auf. Diese Symptome klingen in der Regel nach dem Rausch wieder ab.

Da Cannabis die Herzfrequenz steigert, müssen Menschen mit Herzproblemen vorsichtig sein.

Das regelmäßige und häufige Kiffen steigert das Krebsrisiko in den Lungen und Atemwege.

Kiffen kann die Spermabildung und den Menstruationszyklus stören. Durch einen Konsumstopp werden diese Wirkungen aufgehoben.

Außerdem wird das Immunsystem durch häufiges Kiffen vermutlich negativ beeinflusst, sodass es zu einer erhöhten Infektanfälligkeit kommt.

Schwangere Frauen, die kiffen, haben ein höheres Risiko, ein Baby mit einem kleineren Gewicht zur Welt zu bringen.

Psyche

Wer bekifft ist, kann weniger schnell reagieren, hat eine verringerte Aufmerksamkeit, kann sich schlechter konzentrieren und hat ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis. Das kann zum Beispiel in der Schule oder bei der Arbeit zu Problemen führen. Sicherlich wird auch die Fahrtüchtigkeit auf der Straße beeinträchtigt.

Bei einem Rausch kann man schlechte Erfahrungen machen.

Das Kiffen führt manchmal zu Auseinandersetzungen mit Eltern oder Lehrpersonen oder zu Leistungsproblemen in der Schule. Auch dies kann psychisch belasten.

Bei schizophrenen Menschen kann das Kiffen die Krankheit verschlimmern oder einen Rückfall auslösen.

Ein häufiger Konsum kann den Umgang mit Problemen behindern, d.h. die Fähigkeit beeinträchtigen, Stimmungen und Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen und zu verändern.

Wer regelmäßig kifft, geht auch das Risiko ein, psychisch von Cannabis abhängig zu werden.

Experten und aktuelle Forschungsbefunde machen folgendes deutlich:

  • Ein jugendlicher Cannabiskonsum beeinträchtigt die Entwicklung des heranwachsenden Gehirns.
  • Ein im Jugendalter begonnener, hoch dosierter, langjähriger und intensiver Cannabiskonsum kann bleibende gesundheitliche Schäden verursachen: kognitive Einbußen, Abhängigkeit, Entzugssymptome, Angststörungen, körperliche Schäden in der Lunge und am Herzen und Begünstigung von Psychosen.
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