Krebs Chemotherapie

Die Krankheit Krebs, auch umgangssprachlich die Geißel der Menschheit genannt, hat ihren Namen aus ihrer ureigenen Eigenschaft, sich kriechend im Körper zu verbreiten. Sie krabbelt im übertragenen Sinne lautlos und oftmals unentdeckt durch den menschlichen Organismus und verbreitet sich auch genauso schleichend. Einmal besiegt kann der Krebs dennoch immer wieder kommen und das endet dann nicht selten tödlich. Krebs zählt, einfach ausgesprochen, wohl zu den schlimmsten Krankheiten, die einen Menschen heimsuchen können.

Das Krankheitsbild von Krebs

Bedrückender Weise haben wir Menschen alle Krebszellen in unseren Körpern. Krebs entsteht, simpel erklärt, durch mutierte Körperzellen, die sich dann in bösartige Gewebezellen wandeln. Ist solch eine Zelle zu einem Tumor (Karzinom) herangewachsen, beginnt diese Metastasen zu streuen. Der Krebs kann sich so über den gesamten menschlichen Organismus verbreiten, wobei er über das Blut transportiert wird.

Es gibt unzählige Krebsarten, die aber allesamt tödlich enden können. Doch gibt es aber auch gutartige Krebsarten, wie zum Beispiel ein Muttermal, die keine Metastasen streuen bzw. nicht zu einem bösartigen Gewebe heranwachsen. Doch können auch selbst die kleinsten Muttermale gefährlich werden, sobald sie entarten – sich verändern. Krebs wird nach dem heutigen Stand der Medizin meistens mit einer Chemotherapie behandelt. Oftmals geht dem eine Operation voraus, um Tumore zu entfernen. Während der Chemotherapie werden dem Patienten intravenös chemische Substanzen zugeführt, die nicht nur den Krebs bekämpfen, sondern auch dem Organismus erheblich viel Kraft abverlangen. Die unangenehmen Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind den meisten Menschen bekannt.

Dennoch: Die Heilungschancen  sind heutzutage weitaus höher angesetzt, als noch vor wenigen Jahrzehnten. Rechtzeitig erkannt, kann die Krebserkrankung in den meisten Fällen erfolgreich bekämpft werden. Eine fachliche wie regelmäßige Routineuntersuchung ist von daher unbedingt wichtig.

Wie kann CBD gegen Krebs helfen?

Als Krebs wird eine Gruppe von Krankheiten bezeichnet, welche auf die unkontrollierte Teilung und Vermehrung von Zellen zurückzuführen ist. In einem gesunden Körper wachsen und teilen menschliche Zellen sich nur, wenn der Körper sie benötigt. Die alten oder beschädigten Zellen sterben normalerweise ab und werden durch neue ersetzt.

Im Falle der Krebserkrankung wird dieser Prozess aus dem Gleichgewicht gebracht. Es entsteht ein unkontrolliertes Zellwachstum, alte oder beschädigte Zellen sterben nicht mehr ab, was die Bildung einer Tumormasse zur Folge hat. Diese kann schnell wachsen und, um ihre Energieversorgung sicherzustellen, sogar eigene Blutgefäße bilden. Die Tumorzellen können in das umgebene Gewebe eindringen und selbst an den entferntesten Stellen des Körpers Metastasen verursachen.

Die Wirkung von therapeutischem Cannabis gegen Krebs

Es gibt Cannabinoide, wie THC und CBD, denen tumorbekämpfende Eigenschaften zugeschrieben werden. In präklinischen Studien wurde die tumorbekämpfende Wirkung unteranderem bei Tumoren im Gehirn (Gliomen), auf der Haut (kutane Melanome und Karzinome), der Brust, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Prostata festgestellt (Munson y cols., 1975; Galve-Roperh y cols., 2000; Velasco y cols., 2012; Velasco y cols., 2016).

Die Cannabinoide aktivieren die in den Tumorzellen vorhandenen CB1- und CB2-Rezeptoren, wodurch ein komplexer intrazellulärer Signalweg eingeleitet wird. Durch diesen Prozess kommt es zum Absterben der Tumorzellen ( Carracedo y cols., 2006 ; Salazar y cols., 2009; Velasco y cols., 2012; Hernandez-Tiedra y cols., 2016).

Cannabinoide leiten nicht nur den “Tod” von Tumorzellen ein, sondern sie hemmen auch die Ausscheidung des VEGF-Faktors, der für die Bildung von Krebsblutgefäßen verantwortlich ist. Auf diese Weise wird die Versorgung des Tumors mit Nährstoffen blockiert, die für das Tumorwachstum notwendig ist (Blazquez y cols., 2003 ; Blazquez y cols., 2004).

Eine dritte tumorbekämpfende Eigenschaft der Cannabinoide wird durch ihre Wirkung auf bestimmte Enzyme(Metalloproteasen) hervorgerufen. Metalloproteasen sind am Umbau der extrazellulären Matrix beteiligt, einem Vorgang der Einfluss auf die migratorische und invasive Kapazität des Tumors hat (Blazquez y cols., 2008 ; Velasco y cols., 2012 ; Velasco y cols., 2016 ).

Zusätzlich zu den direkten Wirkungen auf den Tumor und dessen Wachstum, könnten Cannabinoide auch für eine Adjuvans-Behandlung genutzt werden. Mehrere Studien haben mittels Tierversuchen gezeigt, dass Cannabinoide sowohl die Behandlungsergebnisse, einer Chemotherapie (Torres y cols., 2011), als auch einer Strahlentherapie (Scott y cols., 2014 ) verbessern können.

Ein Überblick zum Stand der Forschung

Die wissenschaftlichen Hinweise, dass Cannabis bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen hilfreich sein kann, häufen sich. Aufgrund dessen nimmt auch das öffentliche Interesse an diesem Thema immer mehr zu. Im Rahmen der neuen Erkenntnisse erschien vor wenigen Tagen im Auftrag vom ZDF und 3Sat eine Reportage, die einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zum Einsatz von Cannabis in der Krebsbehandlung verschafft. In Anlehnung an die Sendung und unter Rücksichtnahme weiteren ergänzenden Informationen sind in diesem Artikel die wichtigsten Informationen zum aktuellen Stand der Krebs- und Cannabisforschung zusammengefasst.

Cannabis hilft Krebspatienten bei der Linderung der Symptome ihrer Chemotherapie

In der Reportage berichtet die an einem inoperablen Hirntumor leidende Patientin Renate davon, dass sie Cannabis zur Bekämpfung der Nebenwirkungen ihrer Chemotherapie nutzt. Renate recherchierte auf eigene Faust im Internet, wobei sie auf die therapeutischen Eigenschaften des Cannabis aufmerksam wurde. Sofort wendete sie sich an mehrere Ärzte, jedoch bekam sie von den Meisten eine Abfuhr, da diese „nichts mit Cannabis zu tun haben wollten“. Trotzdem ließ sie nicht nach und schließlich wurde ihre Hartnäckigkeit belohnt und sie fand einen Arzt, der ihr ein Cannabisspray verschrieb. Mit dem Spray fühlt Renate sich besser und es hilft ihr die Übelkeit zu bekämpfen, die durch die Chemotherapie hervorgerufen wird.

Auch Natalie aus Israel behandelt die Symptome, die durch die Chemotherapie hervorgerufen werden, mit Cannabis. Sie leidet an einem unheilbaren Brustkrebs, den sie zurzeit mit Cannabinoiden unter Kontrolle hält. Nathalie bekommt Cannabis-Öl auf Rezept von ihrem Onkologen verschrieben. Durch das Cannabis-Öl hat sich ihre Lebensqualität deutlich verbessert, und ihre Schmerzen verschwinden nach der Einnahme.

CBD kann Tumorzellen zum Platzen bringen

Viel Aufmerksamkeit bekam auch eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2014 von Burkhard Hinz, der es in Laborversuchen geschafft hatte, Tumorzellen mit einem Cannabismolekül zum Platzen zu bringen. Der Rostocker Pharmakologe hat lange Zeit mit Schmerzpharmaka geforscht und ist während seinen Forschungen auf die vielfältige Wirkung von CBD aufmerksam geworden (u.a. antientzündliche Wirkung; wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen einer Krebstherapie; schützende Wirkung auf Nervenzellen). Deshalb befasste er sich genauer mit CBD und forschte an dessen Wirkung gegen Krebs. Das Problem bei Krebs ist, dass die Tumorzellen sich im Körper so gut tarnen, dass das Immunsystem sie nicht als Bedrohung wahrnimmt. In der Studie haben die Forscher nun eine hochkonzentrierte Stammlösung aus CBD-Extrakt auf die menschlichen Tumorzellen gegeben und zusätzlich noch menschliche Killerzellen aus dem körpereigenen Immunsystem hinzugefügt. Durch das CBD bildete sich auf den Tumorzellen ein Protein, welches dafür sorgte, dass die menschlichen Killerzellen auf die Tumorzellen aufmerksam wurden und sich auf der Zelloberfläche ansiedelten, wodurch die Tumorzelle schließlich zum Zerplatzen gebracht werden konnte. Zudem erwähnt Burkhard Hinz, dass CBD in Laborversuchen zusätzlich noch antimetastatisch wirkt und den Vorgang der Gefäßneubildung im Tumor hemmt. Auch wenn die Ergebnisse der Studie ein großer Erfolg für die Krebs- und Cannabisforschung sind, mahnt Burkhard Hinz, dass sich der Erfolg der Studie lediglich auf Laborversuche beschränkt. Deshalb sind weitere Forschungen notwendig, welche die Wirkung von CBD auf Tumorzellen weiter klären können.

Cannabissorten wirken unterschiedlich auf Tumorzellen

Ein weiterer Forscher, der sich mit der Wirkung von Cannabis auf Tumorzellen beschäftigt, ist David Meiri von der technischen Universität Israel.  Hier hat der Forscher sogar einen eigenen Fachbereich gegründet, der sich ausschließlich mit der biologischen Erforschung von Cannabis befasst. Er hat herausgefunden, dass Cannabissorten unterschiedlich auf Tumorzellen wirken. So wirken manche Cannabissorten eher auf Brustkrebszellen, während dies bei anderen Sorten eher für Prostatakrebszellen zutrifft. Auch durch diese Studienergebnisse wird einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, weitere Forschungen durchzuführen.

Weltweit erste Studie an Krebspatienten mit Cannabis

Einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Cannabis- und Krebsforschung legte Manuel Guzman, der erst kürzlich zum Vorsitzenden der International Association for Cannabinoid Medicines (der auch die Kalapa-Clinic angehört) gewählt wurde. Er hat die weltweit erste Studie mit Cannabis bei Krebspatienten durchgeführt und nachgewiesen, dass THC das Tumorwachstum hemmt. In seiner Studie behandelte er 9 Patienten mit Krebs im Endstadium, die bereits austherapiert waren und nur noch wenige Monate zu leben hatten. Zwar sind alle Patienten gestorben, allerdings setzte bei einigen Patienten eine tumorbekämpfende Wirkung ein und sie lebten länger als erwartet. Durch diese Studie konnte Guzman zeigen „dass THC und andere Cannabinoide in normalen Dosen für Patienten ungefährlich sind und zumindest THC bei einigen Patienten tumorbekämpfende Eigenschaften hat“.

All diese Forschungsergebnisse zeigen, dass Cannabis zur Behandlung von Krebs weiter an Bedeutung gewinnt. Allerdings sollte es auch nicht, wie oft im Internet beschreiben, als das „Wundermittel“ angesehen werden. Denn in einem sind sich alle Forscher einig: es fehlen weiterhin viele wissenschaftliche Studien, um genauere Aussagen zur Wirkung von Cannabis gegen Krebs tätigen zu können.

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