Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, auch bekannt als ADHS, ist eine neurologische Erkrankung, die, wenn sie unbehandelt bleibt, den Alltag der Betroffenen erheblich erschweren kann.

Symptome von ADHS

Symptome von ADHS bilden sich normalerweise vor dem Alter von 6 Jahren heraus und können bis zum Erwachsenenalter anhalten. Die Symptome können sich in unterschiedlicher Art und Weise auf den Betroffenen auswirken.

Unaufmerksamkeit:

  • eine kurze Aufmerksamkeitsspanne
  • Konzentrationsschwierigkeiten bei lang andauernden Aufgaben
  • Schwierigkeiten bei der Aufnahme von Anweisungen
  • Vergesslichkeit

Hyperaktivität und Impulsivität:

  • Ständiges „Zappeln“
  • Starker Drang zum Sprechen
  • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren
  • Schwach ausgeprägtes Gefahrengefühl

Behandlung von ADHS mit Cannabinoiden

Während es eine hohe Bandbreite an verschreibungspflichtigen Medikamenten und Verhaltenstherapien für Betroffene gibt, verweisen einige Studien darauf, dass auch das Endocannabinoid-System eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung spielen kann. Eine Studie, die an Ratten durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass diejenigen, die Symptome von Impulsivität zeigten, eine geringe Dichte in ihren CB1-Rezeptoren hatten. Dies deutet darauf hin, dass eine Steigerung des Konsums von Cannabinoiden, tatsächlich die Intensität des Auftretens der Impulsivität bei ADHS-Patienten verringern könnte.

Die meisten Studien über ADHS wurden bei Kindern durchgeführt, weshalb die Auswirkungen der Störung bei Erwachsenen noch etwas unbekannt sind. Dies bedeutet, dass es bei der Behandlung schwierig ist, geeignete Mittel für eine Behandlung zu finden. Allerdings wurde im vergangenen Jahr eine Studie vom Kings College in London durchgeführt, die darauf abzielte, die Auswirkungen von Cannabinoiden bei Erwachsenen mit ADHS zu testen. [1]  Die Teilnehmer (eine Gruppe von Erwachsenen mit ADHS, die nicht medizinisch behandelt wurden) wurden randomisiert. Die eine Hälfte der Patienten erhielt Sativex (eine Cannabinoid-Behandlung) und die andere Hälfte bekam ein Placebo. Das Ziel der Forscher war es, die kognitiven Leistungen, die Aktivität, das Verhaltensniveau und die emotionale Labilität der Teilnehmer zu überprüfen.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass es in der aktiven Gruppe einen signifikanten Unterschied bezüglich der Hyperaktivität sowie der Unaufmerksamkeit und der emotionalen Labilität gab. Zudem fanden die Forscher heraus, dass Sativex keine negativen Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten der Patienten hatte. Dies hat viele Menschen, aufgrund der häufig hergestellten Verbindung zwischen Cannabis und dem Rückgang der kognitiven Fähigkeiten, überrascht. Die Forscher vermuteten, dass die Verbesserungen der Impulsivität auf die anxiolytischen Effekte von CBD und THC zurückzuführen sein könnten. Zudem könnten die entspannenden Effekte, die durch die Cannabinoide verursacht werden, der Grund für den Rückgang der für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung typischen Verhaltensweisen gewesen sein.

Es gibt weitere psychologische Zustände, die neben ADHS auftreten können. Hierzu gehören unter anderem Depressionen, Angst und Schlafstörungen. Es wird vermutet, dass der Einsatz von Cannabinoiden bei der Behandlung dieser Zustände hilfreich sein kann.  Für Zustände dieser Art, schienen verschreibungspflichtige Medikamente bisher die einzige Option zu sein. Bei diesen können jedoch unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Bei Cannabinoiden hingegen gibt es keine Nebenwirkungen. Cannabinoide werden als natürliche Substanz aus der Pflanze entnommen und sie sind dazu in der Lage Menschen auf der ganzen Welt zu helfen.

Cooper, R.E., et al., Cannabinoids in attention-deficit/hyperactivity disorder: A randomised-controlled trial. European Neuropsychopharmacology (2017).

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