Crystal Meth

Crystal Meth im Irak

Hussein wollte einfach seine Sorgen vergessen. Er offenbarte sich einem Freund, der ihm vorschlug, es mit Crystal Meth zu versuchen und ihm die Droge besorgte. Schon nach dem ersten Konsum war Hussein süchtig, konnte sich kaum mehr konzentrieren, verhielt sich aggressiv, wurde gewalttätig, wie er einräumt. Ein Fall, wie es mittlerweile Millionen im Irak gibt.

Basra gilt als Hotspot des Drogenkonsums. Beim großen Nachbarn wird unter den Augen der Mullahs die synthetische Droge in riesigen Mengen hergestellt und exportiert. Billig ist Crystal Meth nicht. Jede Woche werden Fahndern zufolge in Basra 50 bis 60 Menschen wegen Handels und Konsums illegaler Drogen verhaftet.

In den meisten Fällen dreht es sich um Crystal Meth. «Es war überall und in großen Mengen zu bekommen», sagt Hussein. Irgendwann realisierte sie, dass die Kinder abhängig von Crystal Meth waren. In Basra wie auch im gesamten Land wird es gerne totgeschwiegen.

Sie engagiert sich in der Hilfsorganisation «Drogenfreies Irak», um zu warnen und zu helfen. Alles fing damit an, dass iran-nahe Milizen im Kampf gegen die Terrormiliz IS 2014 Crystal Meth konsumierten, um länger wach zu bleiben, während der Kämpfe nicht hungrig zu werden, Ängste zu unterdrücken. Crystal Meth galt als «Droge der Freiheitskämpfer.» Damit begann der Aufstieg von Crystal Meth im Irak – bis heute wird die Droge von Milizen ins Land gebracht, die Regierung kommt nicht dagegen an. Hussein weiß um die zerstörerische Kraft von Crystal Meth.

Immer wieder hat er versucht, von der synthetischen Droge loszukommen, immer wieder erlitt er Rückfälle. Nach der Behandlung in einem Rehabilitationszentrum ist er heute clean, aber noch immer psychisch abhängig. «Mein Körper hat sich längst an die Droge gewöhnt», sagt er.

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