Das Schmerzmittel Paracetamol kann unsere Psyche verändern

Kopfschmerzen? Zahnschmerzen? Viele Menschen nehmen einfach Tabletten wie Paracetamol. Aber dieses Medikament lindert nicht nur Schmerzen, es kann auch einen großen Einfluss auf unsere Psychologie haben.

Je nach Dosierung gehen Schmerzmittel wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol auch ohne Rezept problemlos über den Ladentisch. Bei Paracetamol besteht offizielle Verschreibungspflicht ab einer Dosis von 500 mg. Viele derjenigen, die sich auf eigene Faust hochdosiertes Paracetamol verabreichen, sind sich der möglichen Nebenwirkungen und Konsequenzen meist nicht bewusst. Paracetamol ist in vielen Hausapotheken als Schmerzmittel zu finden.

Es wirkt fiebersenkend und wird deshalb häufig auch kleinen Kindern gegeben. «Paracetamol kann leberschädigend wirken, und gerade bei Kindern kommt es immer wieder vor, dass man das Medikament überdosiert».

Viele nehmen Schmerzmittel unkontrolliert ein

Wirkt Paracetamol nicht direkt, nimmt so manch einer eben noch eine Tablette. Wenn diese nicht wirkt, kann es ja wohl nicht schaden, noch eine zu nehmen und dann noch eine.

«Dann besteht in der Tat das Risiko, dass die Leber versagt»

Unser Körper hat seine eigene Schmerzambulanz. Je nachdem wie viel Paracetamol jemand einnimmt und über welchen Zeitraum, kann das Schmerzmittel abhängig machen. «Dank guter Forschung verstehen wir mittlerweile besser, dass Paracetamol im Rückenmark an einem System angreift, das für die Schmerzkontrolle verantwortlich ist». An den körpereigenen Rezeptoren kommt durch Paracetamol eine Schmerzhemmung zustande.

«Wenn jemand leidet, nimmt man innerlich nicht so großen Anteil. Wenn jemand sich freut, ist es dasselbe.» Die Person sei innerlich vollkommen abgeschirmt. Aber auch andere Verhaltensweisen ändern sich. «Man trifft zügiger Entscheidungen, wägt sie nicht erst ab. Man ist risikofreudiger».

Ibuprofen, das zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) gehört, hemmt die Bildung von Prostaglandinen (Gewebshormonen) und damit Entzündungen, denn Prostaglandine fördern Entzündungsvorgänge, was die Empfindlichkeit der Nervenenden steigert und zur Erzeugung und Weiterleitung von Schmerzsignalen führt. Chemische Unterschiede bei den NSAR können Einfluss darauf haben, wie gut man sie verträgt, wie schnell sie wirken und, in geringerem Maße, welche Nebenwirkungen sie hervorrufen. Wenn Sie das eine NSAR nicht vertragen, probieren Sie ein anderes.

Paracetamol lindert Schmerzen, hemmt aber nicht Entzündungen. Es ist kein NSAR. Es wirkt auf die Kontrollzentren im Gehirn für Schmerzen und Temperatur. Bei starken Schmerzen hilft es jedoch kaum. Ein Überblick über 15 Studien mit Arthrosepatienten zeigte, dass die Schmerzen bei Patienten, die NSAR einnahmen, auf einer Skala von 100 um sechs Punkte mehr zurückgingen als bei jenen, die Paracetamol einnahmen. Dafür ist Paracetamol in der Regel magenfreundlicher und hat weniger Nebenwirkungen als NSAR. Die Höchstdosis von 4000 mg pro Tag darf jedoch nicht überschritten werden, sonst besteht die Gefahr schwerer Leberschäden.

Welches Mittel hilft wann?

NSAR wirken am besten bei Gelenkentzündungen, starkem Kopfweh sowie Muskel-, Zahn-, Rücken-, Regel- und Nackenschmerzen. Paracetamol lindert leichte bis mäßig starke Kopf-, Muskel- und Regelschmerzen, Erkältungsbeschwerden – z. B. Halsschmerzen –, Zahn-, Rücken- und Arthroseschmerzen.

Die Gefahren bei längerfristiger Einnahme von NSAR

NSAR hemmen ein Enzym, das die Magenschleimhaut vor der aggressiven Magensäure schützt. Deshalb kann eine längerfristige Einnahme zu Blutungen der Magenschleimhaut oder zu Magengeschwüren führen. Eine Magenblutung kann unter Umständen lebensbedrohlich sein. Etwa jeder vierte Patient, der regelmäßig NSAR einnimmt, bekommt Magenprobleme wie beispielsweise Übelkeit oder Schmerzen. Hinweise darauf, dass ein NSAR zu Magenblutungen oder einem Magengeschwür geführt hat, sind Magenschmerzen, schwarzer oder blutiger Stuhl und Bluterbrechen (was oft wie Kaffeesatz aussieht).

In solchen Fällen muss das NSAR sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. NSAR können die Nieren schädigen. Zudem erhöhen einige NSAR das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. NSAR hemmen die Blutgerinnung. Die Nebenwirkungen von rezeptpflichtigen und frei verkäuflichen NSAR sind fast identisch.

Es gibt Alternativen zur Schmerzbehandlung

Der erfahrene Schmerztherapeut weiß auch um die Alternativen, mit denen Betroffene den verschiedenen Arten von Schmerz entgegenwirken können. Mithilfe eines solchen Trainings kann die Person den Grund für die Schmerzen leichter herausfinden und dann eben auch etwas dagegen tun. Auch CBD bzw. CBD-Produkte können die Therapie begleiten.

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