Der Handel mit Hanf

Der Handel auf den sieben Weltmeeren

Den portugiesischen und spanischen Seefahrern im 15. und 16. Jahrhundert ging es darum, einen Seeweg nach Indien zu finden. Gewürze waren zu dieser Zeit in Europa sehr beliebt und eine äußerst lukrative Einnahmequelle.

Ein Großteil der Gewürze kam vom indischen Subkontinent, war aber über Land nur sehr schwierig und langwierig zu beschaffen. Die Europäer wollten den gefährlichen Landweg verlassen – also die Handelsrouten, die durch den Orient und weite Strecken Asiens führten – und das Handelsgut lieber über den vermeintlich ungefährlicheren Seeweg nach Europa bringen.

Als Erste versuchten portugiesische Seeleute unter Federführung von Heinrich dem Seefahrer im Auftrag der portugiesischen Krone, Afrika zu umschiffen. Die Portugiesen leisteten Pionierarbeit auf dem bis dato unbekannten Terrain der Schifffahrt auf hoher See. Sie entwickelten Geräte und Techniken, um die Richtung der Passat- und Westwinde oder den Breitengrad über die Position der Sterne zu bestimmen.

Freibeuter Francis Drake

Die englischen Seefahrer brachten Gewürze, Edelsteine, Porzellan und besonders Tee aus China in die Londoner Docks. Die Überlegenheit im Kolonialhandel und auf hoher See verdankten die Engländer ihren Clippern. Wegen der schlanken und stromlinienförmigen Schiffsrümpfe erzielten die Clipper hohe Geschwindigkeiten, was ihnen auch den Namen „Windhunde der See“ einbrachte.

Ihre legendäre Zeit war das 19. Jahrhundert. Einige Clipper wie die „Cutty Sark“ kamen durch das alljährliche Tee-Rennen von China nach London zu wahrer Berühmtheit. Das Schiff, das die erste Ladung der neuen Tee-Ernte aus China in England landen konnte, erzielte einen enormen Preis für die Fracht.

Die gefährlichste Passage der Welt

Der einzige Seeweg, um vom Atlantik in den Pazifik zu segeln, führte um Kap Hoorn herum. Die Magellanstraße war wegen der Wind- und Strömungsverhältnisse nur schwer passierbar.

Erstmals gelang es dem niederländischen Seefahrer Jakob Le Maire zu Beginn des 17. Jahrhunderts, die Südspitze Südamerikas zu umrunden. Im Andenken an seine niederländische Heimatstadt Hoorn nannte er den Felsen Kap Hoorn.

Für Schiffe, die in Richtung Pazifik unterwegs waren, bedeutete die Umrundung von Kap Hoorn ein ständiges Kreuzen gegen die tosenden Westwinde bei Kälte und extremem Seegang. Oft riskierten sie, Eisberge zu rammen oder auf felsigen Riffs aufzulaufen. Gefrorene Taue, überflutete Decks oder berstende Masten gehörten zum Alltag der Seeleute. Trotz der Risiken haben Tausende Segler Kap Hoorn umrundet.

Besonders im 19. Jahrhundert war die Passage für amerikanische und europäische Kaufleute ein lohnender Handelsweg. Sie brachten Kohle, Goldgräber und Auswanderer nach Chile, Peru und zur Westküste Nordamerikas. Von dort kehrten sie mit Salpeter, Getreide, Erz und Guano nach Europa und zur Ostküste der USA zurück.

Vor allem das Salpetergeschäft beflügelte um 1900 noch einmal den Bau von Großseglern. Die Windjammer standen in großer Konkurrenz zu den Dampfschiffen, die jedoch die weiten Distanzen zu dieser Zeit aufgrund ihres Brennstoffbedarfs nicht ökonomisch fahren konnten.

Der Seehandel heute

Der Handel zwischen den großen Wirtschaftsregionen der Welt, wie Ost- und Südostasien, Nordamerika und Asien, wird zum größten Teil mit Frachtschiffen abgewickelt. Mit dem zunehmenden Welthandel wird auch der Seehandel weiter ansteigen. Mehr als 90 Prozent des interkontinentalen Warenaustausches finden durch die Handelsschifffahrt statt.

Wichtigster Rohstoff für die Industriestaaten ist Rohöl. Etwa ein Drittel des Welthandels, der über die Meere abgewickelt wird, entfällt auf den Transport von Rohöl. Durch Piraterie sind vor allen in den Regionen Südostasien, Afrika und Südamerika auch heute fast täglich Schiffe gefährdet und bedroht.

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