Der moderne Tannenbaum

Zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern. Private Haushalte mit mehr als drei Personen stellen zu 80 % einen Weihnachtsbaum zu Weihnachten auf.

  • Die Preise 2019 steigen nicht.  Ausgesucht schöne Nordmanntannen werden zwischen 18 und 25 Euro pro laufenden Meter kosten. Die Kosten für die Blaufichte liegen bei 10 bis 16 Euro und die Fichte bei 6 bis 10 Euro. 
  • Der Natur-Weihnachtsbaum verliert leider an Bedeutung. Der Trend zum Plastikbaum steigt. Bisher wurde die Plastiktanne vor allem in Geschäften und Restaurants aufgestellt, da sie im Schnitt mindestens sechs Wochen durchhalten müssen. Inzwischen sind im privaten Bereich die Weihnachtsbäume zu etwa 12 Prozent künstlich.
  • Die Nachfrage nach kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter nimmt zu. 
  • Der Trend nach Regionalität verstärkt sich: 30 Prozent der Bäume werden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten.
  • Der Online-Weihnachtsbaumverkauf wächst kontinuierlich. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes BITCOM gaben 11 Prozent der Befragten an, ihren Baum im Internet  bestellen zu wollen. Das Angebot wird immer umfangreicher und komfortabler. Eine Lieferung ins Haus – sogar geschmückt – ist inzwischen möglich.
  • Zehn bis zwölf Prozent der Weihnachtsbäume werden im Topf gekauft

Wie sieht der Öko-Weihnachtsbaum aus?

Nach Ansicht der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) kommt der „Weihnachtsbaum mit dem reinsten Gewissen“ entweder direkt aus dem Wald (Nachfrage beim Förster) oder von Plantagen aus der Region und ist mit Zertifikaten wie FSC, PEFC, Naturland oder Bioland ausgezeichnet, die umweltfreundlicheren Anbau garantieren. Zu oft wird auf Weihnachstbaumplantagen noch mit Dünge-, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln gearbeitet. Die Zahl der zertifizierten Plantagen nimmt zu. Eine natürliche Unkrautbekämpfung erfolgt mit Wildkrautbürsten oder Mulcher mit Feinaustastung oder durch Schafe.

Woher kommt der Weihnachtsbaum?

90 % der Weihnachtsbäume stammen aus Deutschland. 5 % der im letzten Jahr verkauften Bäume wurden im Rahmen der Waldbewirtschaftung direkt aus dem Wald entnommen. Die meisten Bäume aus der Waldpflege sind Fichten, Weißtannen und Kiefern.

Dänemark ist das wichtigste Importland für Weihnachtsbäume.

Der Importanteil liegt nur noch bei ca. 10 Prozent. Besonders die großen Bäume mit 4 – 4,5 Meter Höhe kommen aus Dänemark. Vor zehn Jahren kam noch ein Viertel der verkauften Weihnachtsbäume aus dem Ausland (BVWE). Deutschland exportiert insgesamt etwa eine Million Weihnachtsbäume, vor allem in die Schweiz, Frankreich, Österreich und Polen. (Quelle: Prof. Schulte)

In welchem Alter werden Weihnachtsbäume geerntet?

Geerntet werden die Bäume im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Ökologische Bilanz

Ein Hektar Weihnachtsbaumkultur bindet in zehn Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff (BVWE).
Ein Plastikbaum hat wegen des Energieeinsatzes bei der Produktion, des Transportes und der Entsorgung eine wesentlich schlechtere Ökobilanz und endet irgendwann als Plastikmüll.  Vier von fünf Plastiktannen werden aus Fernost importiert.
Dem WDR-Wissensmagazin Quarks zufolge entstehen laut Studien durch einen natürlichen Baum etwa 3,1 Kilogramm Kohlendioxid, während bei einer Plastiktanne 48,3 Kilogramm CO2 zusammenkommen.

Anbauflächen in Deutschland und Europa

Die Angaben für die Anbaufläche für Deutschland schwanken zwischen 30.000 und 50.000 Hektar.
Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 Hektar bundesweit die größte Anbaufläche von Weihnachtsbäumen. Die Hochburg des deutschen Weihnachtsbaumanbaus ist das Sauerland  mit 12.500 ha. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden hier etwa zwei Drittel der deutschen Bäume produziert.
Kleinere Anbaugebiete gibt es in Bayern und Rheinland-Pfalz.  (Quelle: Schulte Uni Göttingen,  Wald und Holz NRW). Aktuell: NRW hat die ungeregelte Ausbreitung von Weihnachtsbaum-Plantagen in Wäldern gestoppt. Künftig sind neue Kulturen mit mehr als zwei Hektar Fläche genehmigungspflichtig.
Europaweit gibt es 120.000 ha Anbaufläche für Weihnachtsbäume. Die größten Anbauflächen hat Deutschland mit 25 Prozent, Dänemark mit 20 Prozent, Polen mit 11 Prozent, Großbritannien mit 10 Prozent und Frankreich mit 8 Prozent. (Nordmanntanne-Informationszentrum 2018)

Wie viele leben davon?

Etwa 2.000 – 4.000 Produzenten sind haupt- oder nebenerwerbsmäßig mit dem Anbau und der Kulturpflege von Weihnachtsbäumen beschäftigt. Die Weihnachtsbaumproduktion sichert rund 8.200 Dauer- und 7.500 Saisonarbeitsplätze. Rechnet man mit einem Durchschnittspreis von 20 Euro pro Baum, beträgt der jährliche Umsatz der Branche fast 700 Millionen Euro (Quelle: Nordmanntanne-Informationszentrum 2018).

Arbeitsaufwand:

Pro Baum investiert der Produzent ca. 12 Minuten Arbeitsaufwand. Der Arbeitsaufwand für einen Hektar beträgt jährlich 80 Stunden und besteht größtenteils aus Handarbeit. Auch Shropshire-Schafe helfen bei der Bekämpfung der Grasflora und reduzieren den Pestizideinsatz..

Wie werden die Weihnachtsbäume entsorgt?

Seit Jahren sammeln Kommunen die Weihnachtsbäume flächendeckend ein. In der Verwertung sind sie unterschiedlich. In Berlin liefern sie in Biomassekraftwerken Strom und Fernwärme. Allein die etwa 350 000 Bäume liefern 500 Berliner Haushalten ein Jahr lang Strom und Wärme. In Leipzig werden die Weihnachtsbäume kompostiert und später zu Humus, in München werden sie teilweise in Spannplatten verwendet.
Wer einen eigenen Garten hat, kann den Weihnachtsbaum selbst kompostieren oder zu Brennholz verarbeiten. Wie auch bei Gartenabfällen ist eine Entsorgung im Wald nicht erlaubt.
Die nicht verkauften Restbestände werden immer häufiger an Zoos abgegeben. Sie werden nicht nur von Elefanten und Co gerne gegessen, sondern dienen vorher auch zum Spielen.