Deutscher Tierschutzbund: «Zoos sollten auf Eisbären verzichten»

Eisbären gehören in die Natur

Eisbär-Babys wie Fritz aus dem Berliner Tierpark sind klein und knuddelig. Von den 400 Zoos, die es in Deutschland gibt, halten gerade einmal zwölf Eisbären. Zwei Berliner Tierparks, der Zoologische Garten und der Berliner Tierpark, gehören dazu. Dort ist gerade das kleine Eisbär-Baby Fritz gestorben.

Im Alter von vier Monaten. 2011 starb im Zoologischen Garten in Berlin der kleine Knut mit vier Jahren. Nach Knut im Alter von vier Jahren ist nun Fritz mit vier Monaten gestorben. In deutschen Zoos hat in den letzten zehn Jahren gerade einmal die Hälfte der geborenen Jungtiere überlebt.

Es ist also kein Berliner Problem. Fritz hatte einen Zwilling, der bei der Geburt gestorben ist, und wenn die Tiere die ersten Monate überstanden haben, sind die Chancen viel besser. Der Tod von Fritz ist sehr bedauerlich, aber gerade in den ersten Monaten ist es immer noch möglich, dass die Jungtiere sterben. Knut wurde mit der Hand ernährt, Fritz wurde von seiner Mutter gesäugt.

Bei Handaufzuchten muss man abwägen, ob sie wirklich unbedingt nötig sind, weil sich die Tiere an den Menschen gewöhnen. Man möchte ja alles tun, um den Eisbären zu retten. In der Regel werden Zootiere älter als Eisbären in freier Wildbahn.

Ein Eisbär in der freien Wildbahn hat ein sehr großes Streifgebiet im Durchschnitt von 150.000 Quadratkilometern. Nur sind die Tiere natürlich für die Bedingungen in der Arktis gemacht, für die extreme Kälte, die Auseinandersetzung mit Artgenossen. Wenn diese Faktoren im Zoo wegfallen, wenn die Tiere gefüttert werden, Krankheiten nicht zum Tragen kommen, dann fällt ein großer Teil ihres natürlichen Verhaltens weg.

Leiden Eisbären generell mehr als andere Zootiere?

Aus Tierschutzsicht sagen wir, wenn man alle Faktoren zusammennimmt, muss man sagen, die Eisbären haben im Zoo nichts zu suchen. Viele Zoos haben ihre Eisbärengehege in den letzten Jahren abgeschafft. Man baut heute natürlich größere Gehege, die sind besser eingerichtet, besser strukturiert und besser auf die Bedürfnisse angepasst.

Bei Eisbären ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Grundsätzlich ist eine artgerechte Haltung einfach nicht möglich.