Die Anfänge – Electronautic (2006)
Es war das Jahr 2006 in Berlin. Die Stadt pulsierte im Takt einer elektronischen Renaissance, und die Luft schien elektrisch aufgeladen zu sein. Genau in dieser Atmosphäre fasste Luzy den Entschluss, ihr eigenes Musiklabel Electronautic zu gründen.
Techno und House waren für sie nicht einfach nur Musik – sie waren ein Lebensgefühl, eine Sprache und Ausdruck einer ganzen Generation. Luzy war überzeugt: Es war der richtige Moment, selbst Teil dieser Bewegung zu werden.
Ein eigenes Label sollte entstehen – als Plattform für Musik, Künstler und kreative Freiheit. Ein Ort, an dem musikalische Ideen verwirklicht werden konnten, ohne sich vollständig den Konventionen der Musikindustrie unterordnen zu müssen.
Doch Electronautic sollte schon bald mehr sein als nur ein Musiklabel.
Musik, Veranstaltungen und der Weg in die Berliner Clubszene
Von Anfang an spielte die Verbindung zwischen Musik und Veranstaltungen eine zentrale Rolle. Electronautic organisierte eigene Events, war an Veranstaltungen beteiligt und brachte Künstler, DJs und Musikbegeisterte zusammen.
Mit jeder Veranstaltung wuchs das Netzwerk. Aus einzelnen Events entstanden Kontakte zu Künstlern, Veranstaltern, Clubs und weiteren Akteuren der Berliner Musik- und Kulturszene.
So wurde Electronautic Schritt für Schritt Teil einer Szene, die sich ständig weiterentwickelte.
Es ging dabei nicht ausschließlich darum, eigene Musik zu präsentieren. Es ging darum, Räume für Musik und Begegnungen zu schaffen, Künstler zu unterstützen und gemeinsam mit anderen Veranstaltern neue Ideen umzusetzen.
Durch diese kontinuierliche Arbeit konnte sich Electronautic im Laufe der Jahre zunehmend in der Berliner Club- und Veranstaltungsszene etablieren.
Das Überleben im Wandel (2006–2016)
Ein Label zu gründen ist leicht – es über viele Jahre am Leben zu erhalten, ist eine Kunst für sich.
Die Jahre vergingen, und der Berliner Untergrund wandelte sich rasant. Gentrifizierung, steigende Mieten, veränderte Clubstrukturen, neue musikalische Trends und der digitale Wandel stellten die gesamte Szene vor neue Herausforderungen.
Auch der Musikmarkt veränderte sich grundlegend. Vinylverkäufe gingen zurück, digitale Veröffentlichungen gewannen an Bedeutung und die Möglichkeiten für unabhängige Künstler und Labels veränderten sich.
Doch Electronautic blieb aktiv.
Über zehn Jahre hinweg wurden nicht nur musikalische Projekte verfolgt, sondern auch eigene Veranstaltungen organisiert und zahlreiche Veranstaltungen anderer Veranstalter und Partner unterstützt beziehungsweise mitgestaltet.
Diese kontinuierliche Präsenz sorgte dafür, dass sich das Projekt immer stärker mit der Berliner Clubszene und ihren Künstlern, Veranstaltern und Kulturschaffenden verband.
Electronautic wurde damit zunehmend zu einem Netzwerk aus Musik, Künstlern, Veranstaltungen und Menschen.
2016 – Die Umbenennung zu Definizium Records
Nach zehn Jahren voller Höhen und Tiefen kam 2016 der nächste große Schritt.
Luzy entschied sich, das Projekt neu auszurichten und gab ihm einen neuen Namen:
Aus Electronautic wurde Definizium Records.
Die Umbenennung war mehr als eine Namensänderung. Sie markierte den Beginn einer neuen Entwicklungsphase.
Die Erfahrungen aus zehn Jahren Electronautic wurden mitgenommen – ebenso das Netzwerk, die Künstlerkontakte, die Erfahrungen aus der Veranstaltungsorganisation und die Verbindung zur Berliner Club- und Kulturszene.
Unter dem Namen Definizium Records wurde der bisherige Weg weitergeführt und gleichzeitig erweitert.
Musik, Booking, Künstlerförderung und Veranstaltungen blieben wichtige Bestandteile. Gleichzeitig entstanden immer mehr Projekte, bei denen Musik mit Kunst, Kultur und gesellschaftlichen Themen verbunden wurde.
Definizium Records – Musik wird Kultur
Auch unter dem neuen Namen blieb die Veranstaltungsarbeit ein wichtiger Bestandteil.
Definizium Records organisierte eigene Veranstaltungen und beteiligte sich an zahlreichen weiteren Events und Kulturprojekten.
Dabei ging es längst nicht mehr ausschließlich um klassische Clubnächte. Die Aktivitäten entwickelten sich zunehmend in verschiedene Richtungen – von elektronischer Musik und Clubkultur über Open-Air-Veranstaltungen bis hin zu kulturellen und gesellschaftlichen Projekten.
Durch diese kontinuierliche Arbeit wuchs das Netzwerk weiter.
Künstler wurden gebucht und begleitet, Veranstaltungen wurden organisiert, Kooperationen entstanden und neue Projekte wurden entwickelt.
So konnte Definizium Records seine Position innerhalb der Berliner Club-, Musik- und Kulturszene weiter festigen.
Die Verbindung von Musik, Veranstaltungen, Künstlern und gesellschaftlichem Engagement wurde zu einem wichtigen Teil der Identität.
Die Zäsur – 2020
Dann kam das Jahr 2020.
Die Corona-Pandemie traf die Kultur-, Veranstaltungs- und Clubszene mit voller Wucht. Clubs mussten schließen, Veranstaltungen wurden abgesagt und eine gesamte Kulturlandschaft kam nahezu zum Stillstand.
Für ein unabhängiges Projekt wie Definizium Records war dies eine enorme Herausforderung.
Doch statt aufzugeben, wurde die Krise zum Ausgangspunkt für eine weitere Veränderung.
Die vergangenen Jahre hatten gezeigt, dass Definizium Records längst mehr war als ein klassisches Musiklabel. Das Projekt war inzwischen tief mit Künstlern, Veranstaltungen, Clubkultur und verschiedenen Bereichen der Berliner Kulturlandschaft verbunden.
Die Pandemie machte deutlich, dass diese Arbeit weitergeführt und auf eine neue Grundlage gestellt werden musste.
Die Wiedergeburt als Verein
Nach der Pandemie vollzog sich deshalb der wohl bedeutendste Schritt in der Geschichte des Projekts.
Aus dem ursprünglichen Musiklabel entwickelte sich eine Organisation, die sich immer stärker der Förderung von Kunst und Kultur widmete.
Im Jahr 2025 wurde Definizium Records schließlich zum Verein – Definizium Records e.V.
Damit wurde eine Entwicklung formalisiert, die bereits viele Jahre zuvor begonnen hatte.
Aus einem Musiklabel war eine Plattform für Künstler, Veranstaltungen, Musik, Clubkultur, Kunst und gesellschaftliches Engagement entstanden.
Fast zwei Jahrzehnte Geschichte
Fast zwei Jahrzehnte nach den Anfängen von Electronautic steht heute kein reines Musiklabel mehr im Mittelpunkt.
Was 2006 als Idee von Luzy begann, hat sich über die Jahre immer wieder verändert.
Von Electronautic zu Definizium Records.
Von einem Musiklabel zu einem Veranstalter.
Von einzelnen Events zu einem weitreichenden Netzwerk.
Von Musik und Clubnächten zu Kunst, Kultur und gesellschaftlichem Engagement.
Und schließlich vom Label zum Definizium Records e.V.
Die zahlreichen eigenen Veranstaltungen und die Beteiligung an unterschiedlichsten Events waren dabei ein wesentlicher Teil dieser Entwicklung. Sie ermöglichten es, über viele Jahre Kontakte aufzubauen, Künstler zu unterstützen, Kooperationen zu schaffen und sich einen festen Platz in der Berliner Club- und Kulturszene zu erarbeiten.
Die Geschichte von Electronautic und Definizium Records ist deshalb nicht nur die Geschichte eines Namenswechsels. Sie ist die Geschichte einer kontinuierlichen Entwicklung, des Überlebens und der Anpassung an eine sich ständig verändernde Kulturlandschaft.
Was 2006 mit der Leidenschaft für elektronische Musik begann, ist heute ein Verein zur Förderung von Kunst und Kultur.
Electronautic war der Anfang.
Definizium Records ist die Weiterentwicklung.
Und die Geschichte geht weiter.