Die Geschichte der Kinderbücher und Cannabis

Kinderbücher damals und heute

Wie wichtig das Vorlesen für die Entwicklung nicht nur der Lese- und Rechtschreibfähigkeit eines Kindes ist, steht außer Frage. Heiß diskutiert wird aber, wann aus Fürsorge Bevormundung wird und wie viel davon gut für die Heranwachsenden ist. Im 18. Jahrhundert hätte sich diese Frage gar nicht gestellt. Dass Kinder nichts anderes als „kleine Erwachsene“ und als eben solche zu behandeln seien, darüber herrschte Einigkeit. Im Zeitalter der Aufklärung änderte sich die landläufige Meinung und man erkannte, dass Kinder einen anderen Blick auf die Welt haben. Vor allem Rousseaus Werk „Emile oder Über die Erziehung“ (1762) entwarf eine neue Vorstellung von Kind und Kindheit. Die erste Literatur speziell für Kinder entstand. Im Gegensatz zu heutigen Geschichten, die beim Vorlesen unterhalten und Spaß machen sollen, winkten die ersten Kinderbücher jedoch vorwiegend mit dem moralischen Zeigefinger und wurden als Erziehungshilfe genutzt.

Die Epoche der Romantik im 19. Jahrhundert zeichnete ein wiederum neues Bild vom „reinen, unschuldigen Kindsein“, das sein Gegenstück in liebevollen Illustrationen von Fabelwesen und Märchenfiguren in den Kinderbüchern fand. Im Jahr 1844 kam es zum ersten Umbruch und zur Veröffentlichung des bis heute wohl umstrittensten deutschen Kinderbuches: Der hessische Kinderarzt Heinrich Hoffmann wollte seinem Sohn ein Bilderbuch zu Weihnachten schenken, war von der Auswahl jedoch nur mäßig begeistert und schrieb darum kurzerhand selber eines – den „Struwwelpeter“! Zur Freude (oder zum Leidwesen ;))  kleiner Bücherwürmer steht Hoffmanns Werk auch heute noch in beinahe jedem Buchregal.

Damals, wie heute ?

Mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam die Freude am Erzählen: Mit der Veröffentlichung von „Tom Sawyer“ durch Mark Twain (1876) erhielt die Kinderliteratur ihren ersten realistischen Helden, der weder satirisch noch moralisierend war. Speziell für Mädchen entwickelte sich die sogenannte „Backfischliteratur“, deren berühmtestes Beispiel „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhodens (1885) ist. Das Lesen als unterhaltender Zeitvertreib hielt Einzug in die Kinderzimmer.

Der frisch geborenen Leidenschaft am Vor- und selber lesen begegnete zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine harsche Zivilisationskritik, die sich bereits in Werken wie „Heidi“ (Johanna Spyris, 1882) und dem „Dschungelbuch“ (Rudyard Kiplings, 1894) angekündigt hatte. Die „Neue Sachlichkeit“ zerlegte die Großstädte in soziale Brennpunkte, in denen Kinder mit Geldsorgen oder Trennungsängsten konfrontiert waren. In Erich Kästner fand die neu entstehende Kinderliteratur einen Vorreiter, von dessen Werken einzig „Emil und die Detektive“ (1928) die Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten überlebte.

Die folgenden Jahrzehnte waren düstere Jahre für Deutschland, die geprägt waren von Krieg und Terror und dem Wunsch nach einer Fluchtmöglichkeit. In den Welten von „Pippi Langstrumpf“ (Astrid Lindgren, 1944), „Die kleine Hexe“ (Otfried Preußler, 1957) und „Oh wie schön ist Panama“ (Janosch, 1978) fand die kindliche Seele Schutz und Trost. Im Jahr 1980 schaffte es Michael Endes „Unendliche Geschichte“ als erstes Kinderbuch in die Spiegel-Bestsellerliste.

Bildung in der Moderne

Es ist erwähnenswert, dass die Menschen bis in die Neuzeit noch Analphabeten sind, so dass es nicht einmal das Problem des Bedarfs an Kinderliteratur gibt. Die damalige Literatur bezieht sich auf religiöse Werke, die in Klöstern und Klöstern geschrieben und kopiert wurden, und Kinder (aber nicht viele) haben eine Beziehung zu diesen Werken, wenn sie an diesen Orten lesen und schreiben lernen. Das Aufkommen der Drucktechnik veränderte zwar das Bücherangebot und die Einstellung zu Briefen völlig, hatte aber wenig Einfluss auf das Angebot an Kinderbüchern zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Später änderte sich die Situation, da sie Hilfsmaterialien und religiöse Werke für die Forschung beschafften.

Die Kinderliteratur diente lange Zeit als Mittel zur Erziehung. Locke (1990: 191) schlug in seinem Werk mit dem Titel Gedanken über die Erziehung vor, dass die Erzieher ihren Zöglingen solche unterhaltsamen, einfachen Bücher in die Hand geben sollten, die den Fähigkeiten der Kinder entsprechen. In dieser frühen Epoche der Kinderliteratur, die auch als Sozialisationsliteratur genannt wird, liegt die Betonung auf dem Transfer der moralischen Werte, der Erziehungsregel und des Wissens, die in den Werken auch sehr belehrend mitgeteilt wurden. Später erschienen auch weiterhin zahlreiche, literarische Werke mit ähnlicher Zielsetzung, doch die Art und Weise des Transfers veränderte sich und eine breite, abwechslungsreiche Vielfalt, wie lyrische Beobachtungen und Beispiele, sowie Mahngedichte und Parabeln zogen in die Welt der Kinder ein (Gansel, 1999). Diese Einstellung erschien vor allem in der protestantischen Literatur im 17-18.

Jahrhundert, die eindeutig über einen erzieherischen Inhalt und über einen sehr stark mahnenden, pädagogischen Charakter verfügte. Diese moralische Kinderliteratur setzte als höchste Ziel das Vorbeugen der Qualen der Hölle vor die Kinder. Um das vielleicht abschreckendste Beispiel zu erwähnen, so machte die Leser das Kinderbuch von Janeway mit dem Titel A token for children (1671) mit dem Tod und mit der Vorbereitung auf den Tod bekannt. Das Buch gehörte nicht nur in England, sondern auch in den Kolonien zu den populärsten, englischsprachigen Werken. Ziehen wir die hohe Kindersterblichkeitsrate als Hintergrund in Betracht, so erscheint dieser Inhalt als Thema für Kinder eher nachvollziehbar. Insbesonders dann, wenn die Tatsache, dass Kinder als kleine Erwachsenen, nur mit weit schlechteren Charaktereigenschaften versehen, bertachtet wurden.

Ab dem 18. Jahrhundert sprechen wir schon über Bücher, und wenn sie auch von ihrer Qualität her schwächer waren, so wurden sie von fliegenden Händlern verkauft und erlangten eine ähnliche Popularität, wie die Kalender. Diese Bücher enthielten das ABC, die Kinder konnten Gebete aus ihnen kennenlernen. Sie beinhalteten nur wenige Seiten, meistens wurden sie auf einfaches Papier gedruckt. Aus diesen einfachen Ausgaben, für das einfache Volk, entwickelten sich dann im nachhinein, die auch heute noch bekannten Fibeln.

Obwohl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Kinderbücher mit erzieherischem Inhalt charakteristisch waren, verstrichen die aufgeklärte Denkweise, die filantrope Philosophie und die technischen Entdeckungen des 18. Jahrhunderts nicht, ohne ihre Spuren in der Gedankenwelt der Menschen zu hinterlassen. Dies erschien in einer realistischeren Weltsicht und in der Eröffnung von neuen Horizonten. All das ließ auch den Bereich der Kinderliteratur nicht unberührt.

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