Die neue REACH Verordnung damals wie heute

Rechtliche Einordnung

August 2005 noch keiner vergleich-baren Regelung. Es gab keine gesetzlich festgelegten Vorschriften hinsichtlich Reinheit, Qua-lität und Prüfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Tätowierfarben. Tattoos und Permanent-Make-up dienen zwar ähnlich wie das Schminken dem Schmuck des Körpers und damit kosmetischen Zwecken. Daher verschwanden Tattoofarben im gesetzlich nicht gere-gelten Freiraum.

Das gesundheitliche Risiko trug der Verbraucher . Auf europäischer Ebene hat der Wissenschaftliche Ausschuss für Kosmetische Mittel und für Verbraucher bestimmte Non-Food-Erzeugnisse festgestellt, dass Tattoos die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können. Die Generaldirektion SANCO der Europäischen Kommission hat daraufhin das Joint Research Center beauftragt, vorhandene Daten zur Sicherheit von Tattoos und Piercings zusammenzustellen. In Zusammenarbeit mit dem Committee of Experts on Cosmetic Products des Europarates wurde der Bericht Risks and health effects from tattoos, body piercing and of related practices veröffentlicht.

Der Europarat hat im Rahmen der internationalen Aktivitäten im Juni 2003 eine Resolution zu Tattoos verabschiedet. Im Rahmen dieser Regelung sollten problematische Farbmittel, die krebserregende , erbgutschädigende , die Fortpflanzung beeinträchtigende oder Allergie auslösende Eigenschaften aufweisen oder die in krebserzeugende aromatische Amine gespalten werden können, für diese Zwecke verboten werden. Hier könnte zunächst die Negativliste herangezogen werden, die vom Europarat in seiner Resolution zu Tattoos und Permanent make-up veröffentlicht wurde. Langfristig sollte ergänzend eine Positivliste angestrebt werden, in die Farbmittel nach einer entsprechenden Bewertung aufgenommen werden.

Für eine umfassende gesundheitliche Bewertung von Tätowierungsfarben und Permanent make-up hält das BfR hierzu neben der Prüfung der Farbmittel auf sensibilisierende Eigenschaften auch Prüfungen zum resorptiven Verhalten der Substanzen sowie zur Toxizität für erforderlich. Ferner sollten Anforderungen an die Reinheit der Farbmittel gestellt werden, wie sie auch für kosmetische Mittel gelten.

Die Betreiber von Studios für Tattoos und Permanent make-up sollten verpflichtet werden, den Verbraucher über mögliche Risiken im Zusammenhang mit dem Einbringen der Farben in die Haut aufzuklären.