Drogen und Kultur

Cannabis als Rauschmittel

Die getrockneten, meist zerkleinerten harzhaltigen Blüten und blütennahen, kleinen Blätter der weiblichen Pflanze werden Marihuana genannt. Sie werden in getrockneter Form konsumiert.

Das extrahierte Harz aus den Blüten wird je nach Zubereitung zu Haschisch oder Haschischöl weiterverarbeitet. In Deutschland und auch weltweit ist Cannabis die am häufigsten illegal konsumierte Droge. Hauptsächlich psychoaktiv ist das Cannabinoid THC. THC beeinflusst unter anderem das Zentralnervensystem des Menschen. Es ist vorrangig für relaxierende, sedierende und antiemetische Wirkungen verantwortlich.

Laut Weltdrogenbericht 2019 ist Cannabis mit 192 Millionen Nutzern die weltweit meistgebrauchte illegale Droge. Marokko und Afghanistan waren 2017 die Hauptländer von für den Export bestimmten Cannabisprodukten.

Bhang (Hindi भांग Bhāṅg) ist eine traditionelle Hanfzubereitung, die unter anderem in hinduistischen Religionsritualen Verwendung findet. Das Wort bhanga (bhanj) bedeutet auf Sanskrit u. a. „Bruch“ bzw. „Abfall“. Bhang-Verkauf Bhang-Zubereitung

Bhang-Verkauf

Bhang-Verkauf

Bhang besteht aus getrockneten Blättern und kleinen Blütenständen der weiblichen Hanfpflanze. Es ist dunkelbraun-grünlich und besitzt einen charakteristischen milden Duft und Geschmack. Da es keine ausgewachsenen Blüten und nur wenig Harz enthält, ist es neben Ganja (Marihuana) und Charas (Haschisch) eine Hanfzubereitung mit einem vergleichsweise geringen psychoaktiven Wirkstoffanteil (< 5 % THC).

Bhang wird mit Tabak vermischt geraucht, mit Honig, Zucker und Gewürzen zu Konfekt verarbeitet, oder in Butter gelöst („Jak-Butter“). In kaltem Wasser aufgelöst ergibt es ein milchig trübes Getränk. Neben der pflanzlichen Ausgangssubstanz werden in Indien auch verschiedene Getränkezubereitungen aus Milch/Joghurt, Gewürzen, Honig und Hanfblättern als Bhang bezeichnet.

In einigen indischen Bundesstaaten (bes. Uttar Pradesh und Rajasthan) ist Bhang legal in staatlichen Läden erhältlich. Traditionell trinkt man es dort vor allem zu den Frühlingsfesten Holi und Shivaratri.

In Deutschland unterliegt Bhang den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes.

In Deutschland gehören «Pflanzen und Pflanzenteile der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen» und «Haschisch, das abgesonderte Harz der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen», sowie die Tetrahydrocannabinole 6a-THC, 6a-THC, 7-THC, 8-THC, 10-THC, 9-THC und ihre stereochemischen Varianten gemäß § 1 Betäubungsmittelgesetz in Verbindung mit der Anlage I des BtMG zu den nicht verkehrsfähigen Stoffen. Ohne Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sind Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, sonstige Inverkehrbringung, Erwerb und Besitz von allen Pflanzenteilen des Cannabis nach §§ 29 ff. BtMG strafbar.

Eine Genehmigung kann jedoch ausnahmsweise zu wissenschaftlichen oder anderen im öffentlichen Interesse liegenden Zwecken erteilt werden.

Ausgenommen sind nur Faserhanf-Sorten, die auf einen künstlich stark reduzierten THC-Gehalt hin gezüchtet wurden. Auch deren Anbau ist aber nur für Landwirte mit Sondergenehmigung und unter strengen Auflagen erlaubt. Seit Anfang 2009 gab es die ersten Ausnahmegenehmigungen für die medizinische Verwendung von Cannabis. Dieses wurde über eine Apotheke aus den Niederlanden bezogen.
Der Cannabiswirkstoff Tetrahydrocannabinol unterliegt der Anlage II des BtMG.

Seit Mai 2011 in Deutschland, mit der Verkündung der 25. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften im Bundesgesetzblatt, ist Cannabis, sofern es für die Zubereitung von Arzneimitteln verwendet wird, verkehrsfähig und cannabishaltige Fertigarzneimittel verschreibungsfähig.

Seit dem 10. März 2017 können Ärzte in Deutschland darüber hinaus ihren Patienten auch Cannabisblüten und Cannabisextrakte verschreiben. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten unter Umständen.

Der Konsum von Betäubungsmitteln ist in Deutschland nicht verboten. Er gilt rechtlich als straffreie Selbstschädigung . Es ist von Kommentatoren des Betäubungsmittelgesetzes wie von Richtern anerkannt, dass man Drogen konsumieren kann, ohne sie im gesetzlichen Sinne erworben zu haben. Das ist von praktischer Bedeutung, weil aus diesen Gründen aus einem positiven Drogentest nicht auf eine strafbare Handlung geschlossen werden kann. In der Regel kommt es aber zu einem Eintrag in die Führerscheindatei . Dabei reicht bereits ein einziger Eintrag, der beim Test auch unterhalb des Grenzwertes liegen kann , um eine Aufforderung zum Drogenscreening durch die Verwaltungsbehörde zu bekommen. Hierbei gilt die umgekehrte Beweislast. Der Führer eines Kfz muss auf seine Kosten beweisen, dass die gefundenen Abbauwerte nicht vom Konsum von Drogen herrühren.

Die Ampelkoalition, die sich nach der Bundestagswahl 2021 gebildet hat, hat in ihrem am 24. November 2021 veröffentlichten Koalitionsvertrag festgelegt, dass die kontrollierte Abgabe von Haschisch und Marihuana an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften legalisiert werden soll.

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