Gerben und Färben

Gerbung von Tierhäuten

Viele denken immer noch Leder ein »Naturprodukt« und deshalb umweltfreundlich. Leider ist genau das Gegenteil der Fall.

Damit Leder die gewünschten Eigenschaften hat und nicht verrottet, wie es tote Tierhaut natürlicherweise tun würde, braucht es den aufwendigen Prozess der Gerbung.

Leder zu gerben ist alles andere als umweltschonend.

So werden bei der Verarbeitung von einer Tonne Tierhäute etwa 20.000 bis 80.000 Liter Wasser verwendet.

Der riesige Wasserverbrauch ist allerdings nicht einmal das größte Problem. Beim Gerben von Leder wird eine ganze Bandbreite an Chemikalien verwendet, die hochgiftig und in hohem Maße umweltschädlich sind.

Von Formaldehyd, Chrom und Blei bis hin zu Arsen, Zyanid, Ammoniak und Quecksilber ist alles dabei.

Viele der Stoffe sind nachweislich krebserregend und in der verwendeten Konzentration schädlich für nahezu jede Form von Leben.

Deshalb kann es auch kaum verwundern, dass 90 Prozent der Lederproduktion in Ländern wie Indien oder China stattfinden, wo Umweltrichtlinien und Arbeitsschutzbestimmungen wenig streng sind oder nicht eingehalten werden.

Das Gerben von Leder, wie es in diesen Ländern praktiziert wird, ist schlicht so verheerend für die Natur und so gesundheitsgefährdend für den Menschen, dass es in der Europäischen Union beispielsweise niemals legal wäre.

Da ist es fast schon ironisch, dass gerade Europa ein so großer Absatzmarkt für Leder ist, das aus nachweislich umweltschädlicher und Menschen krank machender Produktion stammt.

Prozess Gerbung von Tierhäuten

Die Herstellung von Leder, also die Gerbung von Tierhäuten, ist außerdem ein extrem giftiger und umweltschädlicher Prozess, der bei alternativen Materialien wegfällt. Von den moralischen Fragen vor die wir gestellt sind, wenn wir Tiere züchten, nur um sie zu töten, mal ganz zu schweigen.

So erklärt sich auch der Widerspruch, dass Indien eine der größten Lederindustrien der Welt beherbergt, obwohl Kühe von vielen der dort lebenden Hindus verehrt werden und Rindfleisch immer noch ein religiöses Tabu darstellt. Der Gewinn der mit dem exportierten Leder gemacht werden kann ist aber so groß, dass er in Indien einen ganzen Industriezweig geschaffen hat.

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