Gibt es Kriterien für die Sicherheitsbewertung von Tätowiermitteln?

Bislang gibt es keine verbindlichen Kriterien für die Sicherheitsbewertung von Tätowiermit-teln. Auch fehlen geeignete Prüfmethoden und Daten für eine gesundheitliche Risikobewer-tung. Daher hat das BfR Mindestanforderungen für Tätowiermittel und Prüfmethoden für Her-steller und Inverkehrbringer erarbeitet, die primär für die Sicherheit ihrer Produkte verant-wortlich sind. Für die analytischen und toxikologischen Mindestanforderungen liegen bereits Testmethoden vor, so dass sie sofort angewendet werden können.

Zu den notwendigen Spezifikationen für die Inhaltsstoffe von Tätowiermitteln zählen unter anderem präzise Anga-ben zu den chemischen und physikalischen Eigenschaften sowie die Identifizierung von Ver-unreinigungen (Kontaminanten). Hinsichtlich der toxikologischen Mindestanforderungen wer-den für Tätowierpigmente In-vitro-Prüfungen für die folgenden Endpunkte vorgeschlagen: Augenreizung/Augenätzung, Hautreizung/Hautätzung, Phototoxizität, Hautsensibilisierung, Genotoxizität und Photogenotoxizität. Darüber hinaus zeigt das BfR Anforderungen auf, für die zunächst weitere Forschung notwendig ist oder Methoden entwickelt werden müssen.

Die Mindestanforderungen sollen zum einen dazu beitragen, Tätowierpigmente zu identifizie-ren, die für Tattoos nicht geeignet sind. Zum anderen werden durch die Verwendung von Pigmenten, die die toxikologischen Mindestanforderungen erfüllen, mögliche Gesundheitsri-siken entsprechend des aktuellen Stands von Wissenschaft und Technik gesenkt. Weitere Informationen finden sich in der BfR-Stellungnahme Nr. 031/2020 unter folgendem Link:

https://www.bfr.bund.de/cm/343/taetowiermittel-mindestanforderungen-und-pruefmetho-den.pdf