Grünalgen und Blaualgen, ein Warnsignal für unser Ökosystem

Grünes Wasser deutet auf Cyanobakterien hin.

Kinder, die im flachen Wasser toben, können Übelkeit, Durchfall oder Entzündungen bekommen. Wenn sie sehr viel Wasser schlucken, kann das auch lebensgefährlich sein.

Wer knietief in grün gefärbtem Wasser steht und die Füße nicht mehr sieht, sollte nicht baden.

Juckender Hautausschlag deutet möglicherweise auf Zerkarien hin. Das sind winzige Larven von Saugwürmern, die eigentlich Wasservögel befallen, aber manchmal auch in die Haut von Menschen eindringen.

An Nord- und Ostsee können sich bei Wassertemperaturen über 20 °C Vibrionen vermehren. Personen mit offenen oder schlecht heilenden Wunden sollten den Kontakt mit sommerwarmem Meerwasser vermeiden.

In Folge der Klimaerwärmung muss in Zukunft häufiger mit dem Auftreten solcher Infektionen gerechnet werden. Werden Vibrionen nachgewiesen, ist es Aufgabe der Behörden vor dieser Gefahr zu warnen.

Sind Blaualgen im See gefährlich?

Cyanobakterien – was sind Blaualgen?

„Blaualgen sind sogenannte Cyanobakterien, die sind überall im Wasser zu finden und bei normaler Konzentration völlig ungefährlich“, sagt Horst Auer von der DLRG Bayern. Wenn sich die Bakterien allerdings stark vermehren, können sie die Wasserqualität einschränken.

Einige Arten produzieren nämlich Stoffe, die bei Badenden Durchfall, Erbrechen oder Hautausschläge und im schlimmsten Fall sogar Atemnot auslösen können. Eine Gesundheitsgefahr besteht vor allem durch das Schlucken des Wassers – das gilt auch für Hunde! „Wenn Behörden hier ein Badeverbot aussprechen, sollte man das besser berücksichtigen“, warnt Horst Auer von der DLRG.

Zu einer starken Vermehrung von Blaualgen führt neben einem hohen Nährstoffgehalt im Wasser auch eine steigende Wassertemperatur.

Stellen örtliche Behörden einen solchen Befall fest, werden Badende durch Schilder informiert.

Wie lange dauert eine Badewarnung wegen Blaualgen?

Wie lange eine Badewarnung bestehen bleibt, hängt davon ab, wie schnell sich der See regeneriert. In manchen Fällen sinkt die Konzentration bereits innerhalb weniger Tage wieder auf ein unbedenkliches Niveau – manchmal dauert es Monate.

Um sicherzugehen, entnehmen Behörden an Badestellen regelmäßig Wasserproben, um die Konzentration der Bakterien im Wasser zu überprüfen.

Blaualgen im See erkennen

Blaualgen sind – anders als der Name sagt – grüne schlierenartige Gebilde im Wasser. „Etwa 20 oder 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche sieht man dann meistens einen grünen Teppich schwimmen“, sagt Auer. Allerdings seien diese Flächen meist nicht im ganzen See, sondern nur an bestimmten Stellen zu sehen.

Das Bundesumweltamt empfiehlt folgenden Test: Gehen Sie langsam ins Wasser ohne dabei Schlamm aufzuwirbeln. Können Sie im etwa knietiefen Wasser Ihre Füße erkennen, können Sie schwimmen gehen. Sind die Füße nicht zu sehen, sollten Sie an dieser Stelle nicht baden.

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