Hanf auf Feld und Flur

Hanf ist seit Jahrhunderten eine wichtige Nutzpflanze in Deutschland. Wegen der berauschenden Wirkung seiner Blüten verbot Deutschland von 1982 bis 1996 den Anbau des Pflanzennamens Cannabis. Seit 1996 darf Hanf wieder wachsen, allerdings unter strengen Auflagen, und nur der in Blüten enthaltene psychoaktive Inhaltsstoff THC liegt unter 0,2%.

Hanf auf die Felder – Ökologischer Hanfanbau

Auch wenn der Hanfanbau seit der „Wiedergeburt des Hanfes“ zugenommen hat, ist Hanf in Deutschland noch immer eine Nischenkultur. Das Land baut nur 1.600 Hektar Industriehanf an (Stand 2017). Allerdings: 850 Hektar davon sind biologisch angebaut. Damit wird mehr als die Hälfte der Hanffelder in Deutschland biologisch angebaut. Im Vergleich zu anderen Kulturen ist das viel. Bei Weizen beispielsweise beträgt der Bio-Anteil nur 2%.

Ideale ökologische Kultur

Gründe für die Bio-Produktion von so viel Hanf gibt es viele: Einerseits lassen sich hochwertige und hochpreisige Hanfprodukte leichter an Bio-Konsumenten verkaufen. Andererseits eignet sich Hanf als landwirtschaftliche Kultur sehr gut für den biologischen Anbau. Denn Marihuana ist weitgehend anspruchslos, robust und kann Unkraut sehr gut unterdrücken. Krankheiten und Schädlinge werden selten zum Problem. Hanf hat aufgrund seiner tieferen Pfahlwurzel einen höheren Vorfruchtwert und entzieht auch den tiefen Bodenschichten Wasser. Zudem ist die Pflanze fast vollständig nutzbar: Aus Hanfsamen wird hochwertiges Speiseöl gewonnen, dessen Fasern sich sehr gut für die Herstellung von Seilen, Papier, Verbundstoffen, Dämmstoffen oder Textilien eignen. Hanfspäne – das sind die Holzteile des Hanfs – können sinnvoll verwendet werden – zum Beispiel als tierische Abfälle oder als Teil von Bau- und Dämmstoffen.

Selber machen ist gar nicht so leicht

Hanf ist also die ideale Kultur für den Ökolandbau. Wer in den Anbau von Nutzhanf einsteigen will, sollte sich vorher jedoch über die Absatzmöglichkeiten kundig machen. Entsprechend kann entschieden werden, wo der Schwerpunkt liegen soll: beim Öl- oder Faserhanf. Der Absatz der Hanfsamen zur Gewinnung von ökologischem Hanföl ist in der Regel kein Problem. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl regionaler kleiner Ölmühlen, und die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Hanfsamen ist groß. Wegen der hohen Transportkosten ist die Fasergewinnung in der Regel nur dann lohnenswert, wenn es Verarbeiter in der näheren Umgebung gibt.