Flagge von Kanepi

Hanf in der Heraldik

Heraldik ist die Lehre von den Wappen und ihrem Gebrauch. Die Gestaltung der Wappen, der Umgang mit diesen und gegebenenfalls die rechtlichen Regelungen unterscheiden sich nach Raum, Zeit, sozialem Milieu und teilweise nach einzelnen Institutionen.

Dementsprechend spricht man z. B. von schottischer Heraldik im Unterschied zur englischen oder von kirchlicher Heraldik im Unterschied zur weltlichen.

Historisch war die Heraldik eng verbunden mit den Institutionen, die die Vergabe von Wappen kontrollieren und damit verbundene Konflikte regeln, insbesondere den Heroldsämtern.

Flagge von Kanepi
Die offizielle Flagge von Kanepi, Estland, ist noch recht jung und wurde demokratisch ausgewählt.

Dabei kann man drei wichtige Teilbereiche unterscheiden:

Für die fachgerechte Beschreibung von Wappen, das Blasonieren, hat die Heraldik eine eigene Fachsprache entwickelt.

Die Wappenkunst ist die Gestaltung von Wappen nach heraldischen Regeln.

Neben den heraldischen Regeln sind oder waren in vielen Gesellschaften auch rechtliche Vorschriften für die Nutzung von Wappen zu beachten, das Wappenrecht.

Seit dem späten 19. Jahrhundert teilt sich die Heraldik im deutschsprachigen Raum in zwei zunehmend getrennte Disziplinen:

  • Die Heraldik als historische Disziplin beschäftigt sich mit historischen Wappen als Quellen der Geschichtswissenschaft, der Überlieferung von Wappendarstellungen und heraldischen Texten und ihren Deutungsmöglichkeiten. Als Teil der Historischen Hilfswissenschaft ist sie an einigen deutschen Universitäten vertreten.
  • Die Heraldik als normative Disziplin trifft regelbasierte Entscheidungen darüber, wie Wappen zu gestalten und darzustellen sind und gibt Auskunft darüber, wer diese Wappen wie nutzen soll. Heraldik in diesem Sinne wird heute vor allem von heraldischen Vereinen und freiberuflichen Wappenkünstlern betrieben. Sie beschäftigt sich vor allem mit Familienwappen in der Gegenwart.

Begleitheft: Hanf in der Heraldik, 2022