Hanf Rohstoff Textil

Der wichtigste Rohstoff ist die Bastfaser, die in den Stängeln zwischen dem Holz und der Rinde ausgebildet wird. Die Hanffaser zeichnet sich durch Reißfestigkeit und Dauerhaftigkeit, vor allem bei Nässe, aus.

Zur Hanffasergewinnung werden die monözischen Hanfsorten bevorzugt, die gleichzeitig abreifen und geerntet werden können und dazu eine höhere Mengen an Hanffasern im Vergleich zu den diözischen Hanfsorten liefern. Der Faserertrag kann zwischen 2,5 – 3 Tonnen pro Hektar liegen (Herer, 1994; Karus, 1995).

Früher wurde die Hanffaser zur Papierproduktion verwendet. Diese lange Tradition der Papierherstellung konnte aber nicht verhindern, dass Hanf aus der Massenpapierproduktion vollständig verdrängt wurde. Die Hanffaser ist aber für industrielle Spezialpapiere (z.B. Zigarettenpapier, Teebeutel, Banknoten und technische Filter) von großer Bedeutung. Der Bedarf an Hanffaser wächst wieder. Ein Grund dafür dürfte auch sein, dass die ganze Hanfpflanze zur Papierherstellung genutzt werden kann. Es ist ein hochwertiger, langfaseriger Zellstoff gewinnbar, wobei ein Zellstoffertrag bis zum vierfachen gegenüber schnellwachsenden Bäumen beobachtet werden konnte (Herer, 1994; Karus, 1995).

Hanffasern können auch im Verpackungssektor eingesetzt werden. Für Wurstpellen wird ein Verbundwerkstoff aus Papier und Folie auf der Basis von Zellulose verwendet, welcher viskosinierte Hanffasern enthält. In der ehemaligen UdSSR wurden Leinen- Jute-Hanf-Fasern, teilweise in Verbindung mit Polyäthylen, für die Herstellung von Zuckersäcken getestet (Brenman, 1971; Prilutskii, 1975).