Hanf Textil

Der Hanf gehört zur Familie der Moraceae (Maulbeerbaumgewächse, Reuter, 1987 ). Die Gattung Cannabis hat nur die eine Art, Cannabis sativa L. Hanf hat eine Chromosomenzahl von 2n = 2x = 20.

Die Art wurde in vier Varietäten, die alle nahe verwandt und leicht miteinander kreuzbar sind, unterteilt:

  • var. vulgaris = gewöhnlicher Hanf
  • var. indica = indischer Hanf
  • var. gigantea = Riesenhanf
  • var. ruderalis = wilder Hanf

(Mansfeld, 1986; Schuster, 1986)

Hanf (Cannabis sativa) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Er stammt aus dem fernen Osten und wurde, da der Anbau einfach und kostengünstig ist, reichlich angepflanzt. Verwendet wurde er auch zur Kleiderherstellung. Aus Israel / Palästina gibt es dafür eindeutige Belege erst seit dem Fund von Z-gesponnenen Hanf-Fäden aus dem 9. Jh. v. Chr. in Tell Dēr ‘Allā (→ Sukkot [Tell Der Alla]; Koordinaten: 2088.1782; N 32° 11′ 46“, E 35° 37′ 15“) in den 80-er Jahren des 20. Jh.s. Bisher konnte der Pflanze noch kein hebräischer Begriff eindeutig zugeordnet werden.

Hanfkleidung gilt als robust, wetterfest, reißfest, von hoher Haltbarkeit, atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und kühlend im Sommer. Im Winter hingegen wärmt Hanf wesentlich besser als Baumwolle, die erst im 3. Jh. v. Chr. bekannt wurde. Hanf kann 8-mal mehr Wasser aufnehmen als Baumwolle, ohne sich nass anzufühlen. Zudem besitzt Hanfkleidung die Fähigkeit, 95% der UV-Strahlung abzuhalten. Hanfkleidung ermöglichte es auch, Kleidung der Oberschicht billig zu imitieren.

Hanf verarbeitung

Hanf kann als pflanzliche Faser genau so verarbeitet werden wie Flachs.