Hanfkleidung – Geschichte

Hanfpflanze

Der Hanf und seine Geschichte

Es wird vermutet, dass die Hanfpflanze mit ihrer einfachen & unkomplizierten Anwendung, anderen Produkten im Wege stand. Die Hanfkleidung wurde früher zur Herstellung von Arbeitsbekleidung verwendet, da sie sehr widerstandsfähig ist. Hanfkleidung ist nach wie vor ein Nischenprodukt.

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Hanftextilien haben eine lange Tradition. Bereits im 15. Jahrhundert lies Christoph Kolumbus die Segel seines Schiffes aus Hanffasern anfertigen.

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Dass Levi Strauss seine Jeans aus Hanfstoff produzierte, ist nicht belegt.

Jeans nicht aus Hanf

Hanf war neben Flachs bis Ende des 19. Jahrhunderts die weltweit verbreitetste und gebräuchlichste Textilfaser. Mit der Erfindung der Baumwoll-Maschine, durch die billig zu produzierende Baumwolle hergestellt wurde, wurde diese jedoch weitestgehend verdrängt.

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Im 21. Jahrhundert erlebt Hanfkleidung einen erneuten Aufschwung und wird immer mehr zur Alternative gegenüber herkömmlichen Textilien aus Baumwolle oder Polyester. Die Gewinnung von Fasern aus den Stängeln der Hanfpflanze spielt für den Anbei von Hanf eine wesentliche Rolle.

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Umweltfreundlicher Hanfanbau

Die Hanfpflanze gehört zu den am schnellsten wachsenden und anspruchslosesten Planzen. Hanf gedeiht in nahezu allen Regionen, die besten Erträge liefert er jedoch in Gebieten mit hohem Niederschlag, nährstoffhaltigem Boden und leichtem Klima. Wird Hanf zur Fasergewinnung angebaut, werden die Samen sehr dicht aneinander ausgesäht.

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Die dicht aneinander stehenden Pflanzen wachsen als lange, blattlose Stengel in die Höhe und bilden nur an den Spitzen Blätter und Blüten aus. Soll die Pflanze dagegen zur Gewinnung von Samen angebaut werden, wird sie in größerem Abstand ausgesät, um durch das Austreiben von Seitentrieben möglichst viele Blüten und Samen auszubilden.Aufgrund ihrer robusten und unkomplizierten Eigenschaften benötigt die Hanfpflanze weder Pestizide noch Herbizide, da sie gegen Insekten und Unkraut resistent ist. Der Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden hat einen enormen ökologischen Vorteil und auch die Gesundheit der Feldarbeiter wird dadurch geschützt.

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Nachdem der Hanfsamen, der in Mitteleuropa zwischen April und Mitte Mai ausgesät wird, in den Boden eingebracht wurde, ist es für die nächsten 100 Tage nicht mehr erforderlich, dass sich der Bauer um ihn kümmert. Es gibt keine andere Nutzpflanze, die im Anbau weniger Arbeit macht als Hanf. Nach etwas mehr als drei Monaten kann der bis zu 4,50 m hohe Hanf schon geernet werden.

Hanf zur Fasergewinnung

Ein interessanter Fakt: Durch den chemiefreien Anbau und seine hervorragenden Eigenschaften, Unkraut zu eliminieren, hinterlässt Hanf für nachfolgende Pflanzen einen optimal vorbereiteten Acker. Die feinen Äderchen des Wurzelwerks haben den gesamten Boden durchzogen und gelockert. Ein Weizen- oder Kartoffelfeld, auf dem im Jahr zuvor Hanf stand, bringt 10% mehr Ertrag.

Vor einem Friesischen Fischerhaus(1894-95)

Fasergewinnung und Veredelung

Der Großteil des Hanf für unsere Kleidung wird in der chinesischen Provinz Shanxi in kleinen bäuerlichen Betrieben angebaut. In uralter Tradition werden die Hanfpflanzen geerntet, zum Teil noch geröstet und anschließend  getrocknet. Durch das Rösten werden Bindestoffe, welche Faserbündel mit Holz und Schäben gelöst. Für diesen Prozess müssen die Hanfstengel feucht gehalten werden. Das Rösten findet durch den natürlichen Tau auf dem Feld statt oder in eigens dafür genutzen Wasserbecken. Diesen Prozess nennt man Wasserröste.

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Die klassische Wasserröste wird jedoch nur noch selten praktiziert, da diese sehr aufwändig ist. Aktuell wird an einem einfachereren Verfahren geforscht, das zu qualitativ gleichwertigen Fasern führt.Nach der Wasser-, bzw. Feldröste werden die Hanfpflanzen zu Stroh getrocknet und anschließend eingelagert. Um die Hanffaser zu gewinnen, wird das Hanfstroh mechanisch oder teilweise noch per Handarbeit gehäutet.

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Das Häuten trennt die Bastfasern von den holzigen Schäben. Diese Schäben werden von den Bauern als Brennmaterial oder Dünger für Ihre Felder oder den Stall verwendet.Die gewonnenen Faserbündel werden zu Ballen verschnürt und erreichen so die Spinnereien.Nach der Wasser-, bzw. Feldröste werden die Hanfpflanzen zu Stroh getrocknet und anschließend eingelagert. Um die Hanffaser zu gewinnen, wird das Hanfstroh mechanisch oder teilweise noch per Handarbeit gehäutet. Das Häuten trennt die Bastfasern von den holzigen Schäben. Diese Schäben werden von den Bauern als Brennmaterial oder Dünger für Ihre Felder oder den Stall verwendet.

Lot – John Templeton Lucas (1836-1880), The Spinning

Die gewonnenen Faserbündel werden zu Ballen verschnürt und erreichen so die Spinnereien.In der Spinnerei eingetroffen, werden die Faserbündel nun zu Elementarfasern und Fraktalfasern aufgespalten.

Tailor in Zanzibar

Durch Kochen in Natronlauge löst sich das natürliche Pektine und Lignin aus den Faserbündeln. Danach werden die Fasern gewaschen, getrocknet und durch mechanische Bearbeitung weiter vereinzelt und gereinigt. In mehreren Stufen des Kämmens lassen sich die Fasern nach Länge und Qualität separieren, wobei die längsten und feinsten Fasern nochmals per Hand verlesen werden. Aus diesen Langfasern wird anschließend das 100%ige feine Hanfgarn gesponnen.

Herstellung von Hanfkleidung

In der Fabrik findet nicht nur die Faserveredelung statt, die Garne werden dort auch zu gewebten Stoffen weiterverarbeitet. Obwohl im Schichtbetrieb gearbeitet wird, haben die Mitarbeiter in der Tagesschicht bereits nach vier und die Früh- und Spätschicht nach drei Arbeitstagen einen freien Tag.

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An Arbeitsplätzen mit besonders hohen Anforderungen an die Konzentration – wie in der manuellen Faserkontrolle – sind die Arbeitszeiten nochmals verkürzt. Zudem erhalten die Mitarbeiter 20% höhere Arbeitslöhne gegenüber dem Durchschnittslohn.

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Bezüglich der Rohstoffe, werden in den von uns verwendeten Textilien ausschließlich zertifizierte Baumwolle aus kontrolliert biologischen Anbau verwendet. Die übrigen Bestandteile wie zum Beispiel Reißverschlüsse sind ebenfalls mindestens nach Öko-Tex 100 zertifiziert.

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Eigenschaften von Hanfkleidung

Bereits im 15. Jahrhundert setzte man in der Schifffahrt auf Taue und Segel aus Hanffasern, da diese aufgrund ihrer antibakteriellen Eigenschaften nicht zum Vermodern neigten – auch nicht im feuchten Zustand. Zudem ist die Hanffaser in der Lage Feuchtigkeit schnell wieder abzugeben.

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Diese fantastische Eigenschaft bringt natürlich auch Hanfkleidung mit sich.Intensive Feuchtigkeits-Aufnahme und schnelle Abgabe erzeugen ein kühlendes Tragegefühl, das man an heißen Tagen nicht missen möchte. Dazu  unterdrücken die Fasern die Entstehung von Gerüchen. Diese Eigenschaften können bei Nicht-Hanftextilien sonst nur mit chemischen Beschichtungen erzeugt werden. Und im Gegensatz zu den chemisch behandelten Textilien, bleibt dem Hanftextil diese Eigenschaft dauerhaft erhalten.

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Tragekomfort

Hanftextilien haben eine sehr gute Trageeigenschaft. Diese kommt vor allem durch die hervorragende Feuchtigkeitsregulierung von Hanffasern zustande. Hanfkleidung kann bis zu 30 % Feuchtigkeit aufnehmen, ohne eine chemische Reaktion einzugehen, ohne, dass sie Gerüche entwickelt und ohne, dass sie auf der Haut klebt. Und das bringt dem Träger von Hanfkleidung in allen Jahreszeiten Vorteile: Hanftextilien kühlen im Sommer und wärmen im Winter.

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Aufgrund der besonderen Eigenschaft der Hanffaser, sind Hanftextilien besonders pflegeleicht und schmutzabweisend was zu einer höheren Lebenserwartung Ihrer Kleidung und somit zu einer besseren Ökobilanz führt, da sie weniger gewaschen werden muss. Das bedeutet weniger Wasserverbrauch, weniger Stromverbrauch und weniger Rückstände von Waschmitteln.Durch die mikroelektronische Ladung die der menschlichen Haut entspricht, hat Hanfkleidung bei vergleichbarer Stoffdichte einen höheren UV-Schutz.

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Gesund zur Haut

Weil bei Anbau, Ernte und Verarbeitung weder schädliche Pestizide noch Herbizide eingesetzt werden, kommen Hanf-Textilien giftfrei auf die Haut. Die angenehme Folge dieses ökologischen Anbaus ist, dass Hanftextilien wesentlich milder und hautfreundlicher sind als andere Textilien. Das macht Bekleidung aus Hanf auch für Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut empfehlenswert. Dies gilt auch für Menschen mit Rheuma oder Gliederbeschwerden.

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Zudem bleibt Hanfbekleidung durch die langsame Aufnahme von Gerüchen länger frisch und muss daher nicht so oft gewaschen werden. Hängt man ein verschwitztes Kleidungsstück zum Beispiel über Nacht an die frische Luft, ist es am nächsten Morgen auch ohne Wäsche wieder frisch und geruchsneutral.