Hanfkleidung im Mittelalter in Europa

Kleidung im Mittelalter in Europa

Die Kleidung im Mittelalter in Europa spiegelte den Platz der gekleideten Person innerhalb der mittelalterlichen Ständeordnung wider. Die Unterschiede zwischen den Ständen lagen meist jedoch nur im verwendeten Material und dem dazugehörigen Zierrat.

An verfügbaren Materialien zur Textilherstellung für die niederen Stände gab es Leinen, Hanf, Nessel (diese drei insbesondere zur Verwendung für die Unterbekleidung) und Schafwolle (diese insbesondere für Oberbekleidung). Der höhere Stand konnte noch zusätzlich auf teure Importstoffe aus Seide zurückgreifen und nutzte generell bessere Textilqualitäten und veredelte Tuche.

Textilherstellung

Die einfachen unveredelten Textilien für den niederen Stand wurden oft in eigener Heimarbeit erzeugt. Oftmals zählten Tuche direkt zu den erhobenen Abgaben der Abhängigen an ihre Herren, den niederen Adel und den Klerus.

Neben den je nach Fasermaterial verschiedenen Faseraufbereitungstechniken wurde zum Verspinnen der Fasern noch bis ins 13. Jahrhundert allein die Handspindel genutzt. Dann kamen erste einfache Spinnräder auf. Die Tucherzeugung nahm im Hochmittelalter schon große Umfänge an. Vom senkrechten Gewichtswebstuhl ging man im 13. Jahrhundert auf den waagrechten Trittwebstuhl über. Jeder Arbeitsschritt auf dem Weg zum fertigen Tuch wurde von spezialisierten Handwerkern übernommen. Es bildeten sich im hohen Mittelalter regelrechte Manufakturzentren der Tucherzeugung heraus, insbesondere sind hier Sizilien, Norditalien, Südfrankreich, aber auch Flandern und Brabant zu nennen. Im späten Mittelalter stieg die Bedeutung süddeutscher Tuchherstellung an.

Der Hanf im Mittelalter

Im 13. Jahrhundert gelingt zum ersten Mal die Papierherstellung auf europäischem Boden. Lumpen aus Hanf sind der wichtigste Rohstoff für die Papierproduktion, denn die Papierherstellung aus Holz ist zu dieser Zeit noch nicht möglich. 1455 druckt Gutenberg seine erste Bibel auf Hanfpapier.