Hanftextil im Stadtleben


So wie die jeweiligen Zeiten ihre modische Besonderheiten aufwiesen, so gab es auch regionale Eigenheiten. Ab dem 15. Jahrhundert war es in der Stadt üblich, Unterschuhe oder Trippen zu tragen. Diese hatten eine Holzsohle und einen Bügel aus Leder, in welchen man mit seinen Schnabelschuhen hineinschlüpfte. Sie dienten dem Schutz der eigentlichen Schuhe vor Feuchtigkeit und Schmutz, vor allem aber schützten sie die weiche Sohle der wendegenähten Schuhe vor Abnutzung am zunehmend verbreiteten Straßenpflaster.

Hannover war um 1300 vermutlich die erste deutsche Stadt, die ihren Bürgern eine standesgemäße Kleider- und Schmuckordnung aufsetzte.

Skandinavien

In der Wikingerzeit trug man in südskandinavischen Ländern helle Hosen, die Dunklen (meistens schwarz) waren den Adligen vorbehalten. Ansonsten blieb sich die Kleidung zwischen Adel und Volk aber fast gleich, nur an der Menge des Schmuckes und der Qualität des Schwertes konnte man einen Standesunterschied noch erkennen. Wobei in diesem Fall die Grenzen durch die reichen skandinavischen Kauffahrer fließend waren. Sklaven war es in dieser Zeit und Region untersagt, Schuhe und langes Haar zu tragen, was beides ein Symbol für Freiheit war.

Schottland

Entgegen vielen Behauptungen fingen die Schotten erst in der Moderne, im 19. Jahrhundert, an, Tartans als Zeichen der Clanzugehörigkeit zu tragen. Auch der „Great belted Plaid“ (engl. „große, gegürtete Decke“) ist eine Erfindung der späten Renaissance, sowie der Kilt der Neuzeit. Die ersten dokumentierten Plaids aus dem 16. Jahrhundert sind einfarbig. In Schottland wurde im Mittelalter die gleiche Kleidung wie auf dem Festland getragen, d.h. bis in die frühe Gotik die germanische Langhose und Tuniken, sowie danach Cotte und Beinlinge.