Tierschutz in Südkorea 

Größte Hunde Schlachtanlage macht dicht

Nahe Seoul befindet sich die größte Hunde-Schlachtanlage Südkoreas.

Schon lange ist sie Tierschützern ein Dorn im Auge.

Jetzt wird der riesige Komplex dem Erdboden gleichgemacht.

Tierschützer hoffen auf weitere Schlachthofschließungen.

In Seongnam südlich der südkoreanischen Hauptstadt Seoul hat der Abbau eines Hundeschlachthauses begonnen. Schon in zwei Tagen soll von den Überresten der Anlage nichts mehr zu sehen sein. Stattdessen wollen die Behörden an dieser Stelle bald einen Park errichten.

Noch am Morgen des Abrisses bot sich den Tierschützern auf dem Gelände ein grausamer Anblick.

Noch am Morgen des Abrisses bot sich den Tierschützern auf dem Gelände ein grausamer Anblick.(Foto: Humane Society International)

Auf dem Gelände befinden sich mindestens sechs Schlachthöfe, in den Zwingern ist Platz für mehrere Hundert Tiere. Jahrzehntelang wurden sie hier ohne Genehmigung getötet. Tierschützer beschuldigten die Betreiber immer wieder, die Hunde zu misshandeln, die Schlachtmethoden dort seien grausam. Doch erst nach einem langwierigem Rechtsstreit entschied ein Gericht in Seoul, dass der Stadtrat von Seongnam die Anlage endlich schließen und abreißen darf.

Wie die internationale agierende Tierschutzgruppe „Humane Society International“ (HSI) mitteilt, fanden die Aktivisten bei der Begehung des Komplexes noch kurz vor dem Abriss Elektroschockgeräte, Messer, Schermaschinen und Hundekadaver.

„Ein historischer Tag“

Nara Kim von HSI Korea sagte: „Sowohl als koreanischer Staatsbürger als auch als Tierschützer ist es für mich unglaublich bewegend, Teil der historischen Schließung dieses berüchtigten Hundeschlachthauses zu sein. Ich schaudere bei dem Gedanken, wie viele Millionen wunderschöner Hunde über die Jahre an diesem Ort ein schreckliches Schicksal fanden. Es war ein dunkler Fleck auf der Karte von Seongnam, und wir freuen uns sehr, dass die Bulldozer jetzt da sind. Es fühlt sich wie ein Meilenstein im Untergang der Hundefleischindustrie in Südkorea an und vermittelt die klare Botschaft, dass sie in der koreanischen Gesellschaft zunehmend unerwünscht ist.“

Und es ist nicht die einzige positive Nachricht für die Tierschützer an diesem Tag. Auch der letzte Laden, der auf dem Moran Market in Seoul lebende Hunde verkaufte, ist geschlossen worden. Moran war einst der größte Markt für Hundefleisch, aufgrund diverser Schließungsmaßnahmen ist das Angebot allerdings bereits deutlich zurückgegangen, wenngleich noch nicht vollständig verschwunden.

Hundefleisch gilt in Südkorea als Delikatesse und wird vor allem von älteren Menschen verzehrt. Jedes Jahr mussten dafür eine Million Hunde sterben. Bei Umfragen gaben immerhin 70 Prozent der Befragten an, in Zukunft kein Hundefleisch mehr essen zu wollen. Die jüngeren Generationen pflegen diese Tradition ohnehin nicht mehr. Im Gegenteil, für sie ist Hundefleisch längst tabu. 

https://www.youtube.com/watch?v=SR6kBdVtGwI

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