Hygiene im Krieg

Der Erste Weltkrieg brachte für die medizinische Versorgung der Soldaten und auch bei der Vorbeugung gegen Seuchen beachtliche Fortschritte. Verwundete Soldaten sollten so rasch wie möglich wieder einsatzbereit sein und zurück an die Front geschickt werden. Die Versorgung der Verwundeten war von der Front bis zur Verbringung in Spitäler und spitalsartige Einrichtungen im Hinterland durchorganisiert. In unmittelbarer Nähe zu den im Gefecht stehenden Truppen befanden sich Hilfsplätze, wo eine erste notdürftige Versorgung stattfand.

«Permanente Krankenzüge» besorgten schließlich unter oftmals entsetzlichen Bedingungen für die bereits durch ihre Verwundung schwer in Mitleidenschaft gezogenen Soldaten den Transport in «stabile» Sanitätsanstalten. Private Hilfsorganisationen wie das Roten Kreuz stellten sich mit ihrer Infrastruktur und den Hilfsmitteln in den Dienst der Versorgung und Pflege von Kranken und Verwundeten.

Kriegsinvalide

Der verbesserten Waffentechnik stand in diesem Krieg ein leistungsfähiges Sanitätswesen gegenüber, wodurch der trügerische Eindruck erweckt werden mochte, auch schwere Verwundungen seien wiedergutzumachen, der Mensch könne durch Einsatz der entsprechenden Hilfsmittel gleichsam «repariert» werden. Darüber hinaus kennzeichnen diesen Krieg nicht nur Aufgebot und Ausbeutung aller materieller sondern auch aller menschlicher Ressourcen. Die Staatseisenbahnverwaltung hatte sich bereits 1915 die Wiederverwendung aller kriegsverletzter Eisenbahner, die bis zum Kriegsausbruch im Dienst gestanden waren, zum Ziel gesetzt. Durch medizinische Betreuung, die Verwendung technischer Hilfsmittel und den «eisernen Willen» der Betroffenen sollten die durch den Krieg verursachten schweren körperlichen Schädigungen gewissermaßen aufgehoben werden.

Lorenz Böhler

Lorenz Böhler wurde am 15. Jänner 1885 in Wolfurt geboren und starb am 20. Jänner 1973 in Wien.
Bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Dr. Böhler als Regimentsarzt in der Reserve in der Innsbrucker Divisions-Sanitätsanstalt Nr. 8 als Chirurg und Kommandant des Verbandsplatzes eingesetzt.
Regimentsarzt ernannt, 1916 übernahm er das Reservespital für Leichtverwundete in Bozen. Als Chefarzt der chirurgischen Abteilung für Knochenschussfrakturen wurde er für den Auf- und Ausbau dieser Einrichtung mit der Bronzenen Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes am 25.4.1918 ausgezeichnet.

Sigmund Freud Gutachten zu Elektroschocks

Im Zentrum der Kritik stand die psychiatrische Klinik Wagner v. Jauregg. Eine entsprechende, ab März 1919 tätige Kommission stand unter der Leitung des angesehenen Juristen Alexander Löffler, zu ihren weiteren Mitgliedern zählten u. der Anatom Julius Tandler und nicht zuletzt Julius Wagner-Jauregg selbst.

Der zum externen Fachgutachter bestellte Sigmund Freud legte seine Expertise am 25. Freud stand zwar der «elektrischen Heilmethode» reserviert bis offen ablehnend gegenüber, ließ aber an der persönlichen und fachlichen Integrität Wagner-Jaureggs keinen wie immer gearteten Zweifel. Die Verhandlung endete mit einer vollständigen Rehabilitierung Wagner-Jaureggs, der kurz danach auf eigenen Wunsch aus der Kommission austrat.

Forschung: www.planet-wissen.de/gesellschaft/psychologie/psychotherapie/sigmund-freud

Georg Trakl

Der Lyriker Georg Trakl galt als ein «Abtrünniger der bürgerlichen Welt» – hoch neurotisch und manisch-depressiv, schwer alkohol- und drogenabhängig, von inzestuösen Obsessionen und Visionen des Apokalyptischen getrieben. Am 5. Armee auf einen Stoßkeil der Brussilow-Armee traf. Die an Material und Truppenstärke eklatant unterlegenen habsburgischen Verbände erlitten eine verheerende Niederlage, verloren zwei Drittel ihrer Offiziere und die Hälfte der Mannschaft, mussten sich in Chaos und Panik fluchtartig in Richtung Przemysl zurückziehen.
Das traumatische Kriegserleben ist in dem postum veröffentlichten Gedicht Grodek, das zu den bedeutendsten der deutschen Literaturgeschichte zählt, verarbeitet. Nach einem ersten Selbstmordversuch wird er zur Beobachtung seines Geisteszustandes in die Psychiatrie des Garnisonsspitals Krakau eingeliefert, wo er die letzten vier Wochen seines Lebens verbringt und immer wieder den Wunsch nach Versetzung an die Front äußert. Am 3. November 1914 verstirbt er, nachdem er einen Tag lang bewusstlos in seiner Zelle gelegen war, 27-jährig an einer Überdosis Kokain.