INCB warnt 2019 vor schlecht regulierten Cannabisprogrammen


Der INCB will mehr tun, um sicherzustellen, dass Schmerzmedikamente all diejenigen erreichen, die sie brauchen, und warnt in seinem Jahresbericht unter anderem vor schlecht regulierten Cannabisprogrammen.

Im Jahresbericht 2018 bringt das Internationales Narcotics Control Board (INCB), also der Internationale Suchtstoffkontrollrat, seine Besorgnis über die gesetzgeberischen Entwicklungen bei der nichtmedizinischen Verwendung von Cannabis zum Ausdruck. Diese widersprechen den Drogenkontrollabkommen und stellen ein Gesundheitsrisiko dar. Gleichzeitig warnt der INCB vor Gefahren durch unzureichend kontrollierte medizinische Cannabisprogramme, die negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben und die nichtmedizinische Verwendung von Cannabis erhöhen können.

Risiken und Vorteile der medizinischen Verwendung von Cannabis

Der Bericht befasst sich eingehend mit den Risiken und Vorteilen der medizinischen und wissenschaftlichen Verwendung von Cannabis und Cannabinoiden sowie den Auswirkungen der Verwendung für Freizeitzweck. So stellte der INCB fest, dass schlecht regulierte medizinische Cannabisprogramme, die nicht den Drogenkontrollkonventionen entsprechen, zum nichtmedizinischen Gebrauch führen und die öffentliche Gesundheit beeinträchtigen können.

Veränderungen in der Wahrnehmung von Risiken

Darüber hinaus heißt es in dem Bericht, dass die Wahrnehmung des Cannabisrisikos durch schlecht regulierte medizinische Cannabinoidprogramme geschwächt sei. Dies könnte zur Legalisierung des nichtmedizinischen Cannabiskonsums beigetragen haben. Der Präsident warnt davor, die Besorgnis der Öffentlichkeit über die Gefahren des Cannabiskonsums zu verringern.

Der INCB hält an einem konstruktiven Dialog mit den Regierungen der Länder fest, in denen die Verwendung von Cannabis in der Freizeit erlaubt ist. Fehlende Verfügbarkeit von Schmerzmitteln und anderen wichtigen Medikamenten sind nach wie vor ein wichtiges Anliegen.

INCB: Jeder Mensch muss Zugang zu Schmerzmitteln haben

Darüber hinaus fordert der INCB die Regierungen auf, das unnötige Leid von Menschen, die keinen Zugang zu Schmerzmitteln haben, zu beenden. Gleichzeitig warnt er jedoch auch vor dem Überangebot an kontrollierten Medikamenten, das über die Bedürfnisse der Patienten hinausgeht und Missbrauchsrisiko darstellt.

Probleme bei der Drogenkontrolle

Regionale Höhepunkte in dem Bericht werfen Licht auf die spezifischen Probleme der Drogenkontrolle, mit denen verschiedene Teile der Welt zu kämpfen haben. In ganz Nordamerika hat sich die Politik und Gesetzgebung zu Cannabis kontinuierlich verändert. In Kanada trat im Oktober 2018 das Cannabis Act in Kraft, das den legalen Zugang zu Cannabis für nichtmedizinische Zwecke und die Kontrolle und Regulierung seiner Produktion, des Vertriebs, des Verkaufs und des Besitzes ermöglicht.

Im selben Monat entschied der Oberste Gerichtshof von Mexiko, dass das Verbot der Verwendung von Cannabis für nichtmedizinische Zwecke verfassungswidrig sei. In verschiedenen Bundesstaaten der USA kam es zu Gesetzesänderungen in Bezug auf die nichtmedizinische Verwendung von Cannabis.

Die Opioid-Überdosis-Epidemie hat sich in den Vereinigten Staaten verringert, wobei es dennoch zu über 70.000 Todesfälle durch Überdosierung kam. Die Kokainherstellung in Südamerika nahm zu und scheint sich auf Europa und Nordamerika auszuwirken. 2017 entdeckte man zum ersten Mal 51 neue psychoaktive Substanzen auf dem europäischen Markt. Durch neue Rechtsvorschriften der Europäischen Union werden die Verfahren für die Kontrolle neuer Substanzen beschleunigt.

Weiter heißt es, dass Instabilität und bewaffnete Konflikte im gesamten Nahen Osten den Handel mit Betäubungsmitteln und psychoaktiven Substanzen in der Region erleichtert. Der Handel und der Missbrauch von Methamphetamin haben in Ost- und Südostasien ein alarmierendes Ausmaß erreicht. In Südasien kam es zur Beschlagnahmung von Drogen in beispielloser Menge. Der INCB ist insofern besorgt, dass mehrere Länder noch nicht an den internationalen Übereinkommen zur Drogenkontrolle beteiligt sind.

Designerdrogen stellen eine Herausforderung dar

Nichtterminierte Chemikalien stellen laut INCB „eine bedeutende Herausforderung dar“. So schlägt der INCB vor, dass es weitere internationale politische Diskussionen geben muss. Man müsse einen Weg finden, um „Designerdrogen“ und neue psychoaktive Substanzen anzusprechen. Gleichzeitig müsse man verhindern, dass diese potenziell schädlichen Substanzen Menschen erreichen.