Ist Pflanzliche Gerbung Umweltfreundlicher ?

Die pflanzliche Gerbung wird oft als umweltfreundliche Alternative zum Gerben mit Chrom vermarktet. Hier gibt es zwei Dinge zu bedenken. Einerseits werden oft Produkte verkauft, die nach herkömmlicher Gerbung lediglich vegetabil, also mit pflanzlichen Farbstoffen gefärbt werden, um einen »natürlicheren« Look zu schaffen. Das mag zwar zu Ergebnissen führen, die nicht wenige als ästhetisch reizvoll empfinden. Umweltfreundlich ist es jedoch nicht.

Bei der tatsächlichen pfanzlichen Gerbung wird Rinde oder andere Pflanzenteile verwendet, die Stoffe enthalten, die die Tierhaut haltbar machen können. Diese Methode wird aber kaum noch verwendet, und das nicht ohne Grund.
> Pflanzliche Gerbung ist ein sehr zeitintensiver Prozess, bei dem eine enorme Menge von Rohstoffen verwendet werden. 15 bis 30 Monate dauert das Gerben je nach gewählter Methode und im Laufe dieser Zeit werden etwa 30 kg Rinde, 20 kg Früchte oder sogar 90 kg Eichenholz verwendet. Viele der Bäume, deren Rinde verwendet wird, müssen über 30 Jahre gewachsen sein um die nötigen Bitterstoffe zu bilden. Die Mengen von Wasser, die dabei verwendet werden, sind gigantisch und machen alleine schon alle vermeintlichen ökologischen Vorteile zunichte.

Das Hauptargument gegen die pflanzliche Gerbung ist, dass sie nicht konkurrenzfähig ist. Ein solch ressourcen- und zeitintensiver Prozess wird niemals für eine komerzielle Warenmenge eingesetzt werden, da er sowohl ökologisch nicht tragbar ware, aber vorallem ökonomisch keinen Sinn ergibt. Pflanzlich gegerbtes Leder ist jetzt schon in Luxusprodukt und wird es damit auch bleiben. Es macht bisher nur 5 Prozent an der ganzen Lederproduktion aus. Wer das nötige Kleingeld besitzt kann es zwar kaufen, trägt damit aber absolut nichts zur Entwicklung Alternativen bei, die wirklich tier- und umweltfreundlich sind.

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