Kann mehr Hanfangebaut werden um die billige Textil Flut zu Stoppen ?

Nicht nur als Joint: Warum Hanf mehr kann

Dabei geht die Formel «Hanf = Droge» schon lange nicht mehr auf. Seit einigen Jahren entdecken immer mehr Branchen die uralte Nutzpflanze als umweltfreundlichen Rohstoff für verschiedenste Zwecke. «Hanf ist robust, langlebig und hat einen natürlichen Glanz», schwärmt Kristin Heckmann vom Naturtextilien-Pionier Hessnatur. Eine Unkraut-Bekämpfung können sich die Landwirte daher sparen.

Und auch gegen Schädlinge und Krankheiten muss in der Regel nicht gespritzt werden, weil diese dem grünen Überlebenskünstler kaum etwas anhaben können. Vor allem im Vergleich zum sehr pestizidintensiven konventionellen Baumwollanbau sammelt Hanf hier Umwelt-Pluspunkte. Die Fasern können Feuchtigkeit aufnehmen und später beim Trocknen wieder abgeben, was sich günstig auf das Raumklima auswirkt. Verglichen mit Glaswolle setzte der Hanf dabei nur ein Drittel so vieler Treibhausgase frei.

Hinzu kommt, dass die schnell wachsenden Pflanzen in vier bis fünf Monaten bis zu fünf Meter hoch werden und drei Meter lange Wurzeln entwickeln können. Und dafür brauchen sie eine ganze Menge Kohlendioxid, dessen Kohlenstoff sie in ihre Stängel, Blätter und Wurzeln einbauen. Fachleute des Europäischen Industriehanf-Verbandes EIHA haben ausgerechnet, dass eine Tonne Nutzhanf beim Wachsen 1,6 Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre holt. Verbaut man die Fasern dann beispielsweise als Hanfbeton in einem Haus, steckt der darin enthaltene Kohlenstoff anschließend für Jahre in den Wänden, statt das Klima weiter aufzuheizen.

Die Firma Renew Sports Cars hat sogar ein Auto vorgestellt, das komplett aus Hanfbauteilen besteht. Bis zum Jahr 2025 will die Firma Fahrzeuge entwickeln, deren Produktion der Atmosphäre Kohlenstoff entzieht, statt weiteren freizusetzen. Doch nicht nur die Fasern, sondern auch die essbaren Teile der Hanfpflanzen erleben seit einigen Jahren eine Renaissance. Da Nutzhanf nur sehr geringe Mengen der psychoaktiven Verbindung Tetrahydrocannabinol enthält, ließe sich eine berauschende Wirkung gar nicht erzielen.

Die Statistik des Jahres 2021 weist 6444 Hektar aus, das sind 20 Prozent mehr als im Jahr davor. Gerne würde die Firma auch welchen aus heimischem Anbau verwenden.

Grenzwert

Deutsche Hanfbauern dürfen bisher nur bestimmte Sorten aussäen, die weniger als 0,2 Prozent THC enthalten. «Mehr Sonne bedeutet auch mehr THC», erklärt Daniel Kruse, Präsident des Europäischen Industriehanf-Verbandes EIHA.

Beschluss

Für den nicht-subventionierten Anbau können die Mitgliedsstaaten höhere Grenzwerte festlegen. Dadurch können weitere Nutzhanf-Sorten zugelassen werden, und das Risiko für Grenzwertüberschreitungen sinkt.