Inhaltsverzeichnis

Knochen

Die Knochen in sechs Kategorien

Lange Knochen:

Lange Knochen sind länger, als sie breit sind. Sie bestehen aus einer Achse und einer variablen Anzahl von Enden (Extremitäten) und sind in der Regel leicht gebogen, was ihnen Stärke und Stabilität verleiht. Beispiele für lange Knochen sind Oberschenkel, Schienbein, Wadenbein, Oberarmknochen sowie Elle und Speiche.

Kurze Knochen:

Kurze Knochen sind in quaderförmig und besitzen ähnliche Länge wie Breite. Beispiele für kurze Knochen sind der Knöchel und die Handwurzelknochen.

Flache Knochen:

Flache Knochen haben eine dünne Form und bieten neben mechanischem Schutz umfangreiche Flächen für Muskelverknüpfungen. Beispiele für flache Knochen sind, neben der Scapula (Schulterblätter), die Schädelknochen zum Schutz des Gehirns, das Brustbein und die Rippen zum Schutz der Brustorgane.

Unregelmäßige Knochen:

Unregelmäßige Knochen besitzen komplizierte Formen und können daher nicht in eine der oben genannten Kategorien eingeordnet werden. Ihre Formen sind auf ihre Funktionen die innerhalb des Körpers abgestimmt. Sie stellen mechanische Unterstützung für den Körper bereit oder schützen beispielsweise das Rückenmarks (im Fall der Wirbel). Neben den Wirbeln sind einige Gesichtsknochen unregelmäßige Knochen.

Sesamknöchelchen:

Sesamknöchelchen entwickeln sich an Sehnen und liegen an Orten mit erheblicher Reibung, Spannung oder körperlicher Belastung. In den Handflächen und den Fußsohlen variiert ihre Ausbildung und Anzahl von Person zu Person stark. Die Patella (Kniescheiben) haben alle Menschen gemein.

Suturale Knochen:

Suturale Knochen werden nicht formtypologisch, sondern durch ihre Lage klassifiziert. Die extrem kleinen Knochen befinden sich innerhalb der Knochennaht und liegen dort zwischen den Schädelknochen. Die Zahl der suturalen Knochen unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.

Die wichtigsten Knochen des menschlichen Skeletts:

  • Schädel, bestehend aus Schädeldecke, Unter- und Oberkiefer
  • Schultergürtel, bestehend aus Schlüsselbein und Schulterblatt
  • Arm, bestehend aus Oberarmknochen, Elle und Speiche
  • Hand, bestehend aus Handwurzelknochen, Metakarpalknochen und Fingerknochen
  • Brust, bestehend aus Brustbein und Rippen
  • Wirbelsäule, bestehend aus Halsbereich, Thorax, Lendenwirbel, Kreuzbein und Steißbein
  • Beckengürtel, bestehend aus Ilion, Schambein und Sitzbein
  • Bein, bestehend aus Oberschenkel, Schien- und Wadenbein
  • Knöchel, bestehend aus Sprungbein und Kalkaneus
  • Fuß, bestehend aus Fußwurzel, Mittelfuß und Zehenknochen

Gelenke

Anhand der Form der echten Gelenke können unterschieden werden:

  • Kugelgelenk: z.B. Schultergelenk, Hüftgelenk, Fingergrundgelenke (mit Ausnahme des Daumengrundgelenks)
  • Ellipsoid- oder Eigelenk: z.B: Gelenk zwischen Schädel und dem ersten Halswirbel (Atlas)
  • Sattelgelenk: z.B. Daumengrundgelenk
  • Zylindergelenk: fasst Scharniergelenke (z.B.
    Ellbogengelenk) und Roll-, Rad- oder Zapfengelenke zusammen (z.B. zwischen Speiche und Elle)
  • ebenes Gelenk oder Drehgelenk: z.B. zwischen den Wirbelfortsätzen
  • Kondylengelenk: z.B. Kniegelenk
  • straffes Gelenk: z.B. Kreuzbein-Darmbein-Gelenk

Als unechte Gelenke (Synarthrosen) werden Verbindungen zwischen Knochen bezeichnet, die über keinen Gelenkspalt verfügen. Dazu zählen:

  • knorpelige Knochenverbindungen mit hyalinem Knorpel (Synchondrose – z.B. Rippenknorpel) oder Faserknorpel (Symphyse – z.B. Bandscheiben)
  • bindegewebige Knochenverbindungen wie Nähte (Sutur – z.B. Schädelknochen), Bandhaften (Syndesmose – z.B. zwischen Elle und Speiche) oder Einkeilungen (Gomphosis – z.B. Zahn im Zahnfach)
  • knöcherne Verschmelzungen (Synostosen – z.B. Kreuzbein und Steißbein)
  • Verbindungen mittels Skelettmuskulatur (Synsarkose – z.B. Schulterblatt und Brustkorb)

Ein Pseudogelenk bezeichnet die beweglich verbliebene Bruchstelle bei nicht richtig ausgeheiltem Knochenbruch.

Folgende Bewegungen können beschrieben werden:

  • Abspreizen (Abduktion)
  • Heranführen (Adduktion)
  • Außenrotation
  • Bewegung Richtung Handrücken/Fußrücken (Dorsalextension)
  • Streckung (Extension)
  • Beugung (Flexion)
  • Vorneigung des Oberkörpers/Wirbelsäule (Inklination)
  • Innenrotation
  • Seitwärtsneigung (Lateralflexion)
  • Bewegung des Kreuzbeins (Nutation)
  • Gegenüberstellung des Daumens (Opposition)
  • Beugung in Richtung Handfläche (Palmarflexion)
  • Beugung zur Fußsohle (Plantarflexion)
  • Rückwärtsneigen des Oberkörpers/Wirbelsäule (Reklination)
  • Zurückbringen in Neutralstellung (Reposition)
  • Einwärtsdrehung (Pronation)
  • Auswärtsdrehung (Supination)

Muskeln

Ca. 650 Muskeln im menschlichen Körper ermöglichen diverse Bewegungen und Haltungen. Bei jeder körperlichen Aktivität sind die Muskeln gefragt. Als Muskulatur wird die Gesamtheit von Muskeln einer bestimmten Körperregion oder des Organismus bezeichnet und dient zur Bewegung aller Körperteile. Die Muskulatur ist von der Masse her das größte Organ im gesamten menschlichen Körper.

1. Aufbau/Anatomie der Muskulatur

Alle Muskeln des menschlichen Körpers bestehen aus der Gesamtheit von Muskelfasern, von denen es zwei Sorten gibt:

  • Die phasischen, schnellzuckenden Muskelfasern, FT-Fasern genannt,
  • und die tonischen, langsam zuckenden Muskelfasern, als ST-Fasern bezeichnet.

Des Weiteren wird zwischen verschiedenen Arten von Muskeln, die sowohl strukturell als auch anatomisch voneinander abweichen, unterschieden. Folgende befinden sich in der menschlichen Muskulatur:

  • Es gibt den Ringmuskel, der eine Öffnung umschließt und deren Fasern zirkulär verlaufen (beispielsweise der Mund),
  • den Hohlmuskel, der über einen Hohlraum verfügt (z. B. das Herz und der Magen),
  • die spindelförmigen Muskeln, die ihrem Namen entsprechend eine Spindelform aufweisen und schnelle und ausladende Bewegungen des Körpers ermöglichen,
  • die gefiederten Muskeln, deren Muskelfasern eine gefiederte Form aufweisen; die gefiederten Muskeln sind für kurze, aber kräftige Bewegungen verantwortlich;
  • die mehrbäuchigen Muskeln; der Bauch des Muskels ist durch bestimmte Zwischensehnen getrennt (beispielsweise Abschnitte der Bauchmuskulatur werden von Zwischensehnen voneinander getrennt);
  • und zuletzt die mehrköpfigen Muskeln, deren Ursprünge an einer bestimmten gemeinsamen Sehne ansetzen, jedoch örtlich voneinander getrennt sind (z. B. der Bizeps sowie der Trizeps im Oberarm).

Es gibt fünf Formen der Kontraktion, die abhängig von der Länge und Spannung des Muskels während des Vorgangs sind:

  • Die auxotonische Kontraktion – diese tritt am meisten im Körper auf,
  • die isotonische Kontraktion, auch als gleichgespannt bezeichnet,
  • die isometrische Kontraktion, die für „gleichen Maßes“ steht,
  • die Unterstützungskontraktion,
  • und zuletzt die Anschlagskontraktion.

Zuletzt lassen sich diese Kontraktionsformen durch folgende Eigenschaften charakterisieren:

  • Isokinetisch („gleich schnell“, denn iso = gleich, kinetisch = die Bewegung betreffend), bei der ein Widerstand mit gleichbleibender Geschwindigkeit überwunden wird,
  • konzentrisch, wenn der Muskel den Widerstand überwindet, dabei aber kürzer wird, woraufhin sich die Muskelspannung ändert,
  • und exzentrisch – hier wird der Muskel verlängert, da der Widerstand stärker ist als die Muskelspannung, wie etwa im vorderen Oberschenkelmuskel beim Bergabgehen.
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