Kühe ohne Kindheit

Das Abschlecken des neugeborenen Kalbes dient nicht nur der Hygiene. Um die Milchleistung von Kühen nicht zu schmälern, werden neugeborene Kälber meist innerhalb von 24 Stunden von der Mutter getrennt.

Darum setzen immer mehr Bio-Betriebe auf die sogenannte muttergebundene Kälberaufzucht.

Sie geben im Schnitt 20 Liter Milch am Tag, in Hochphasen sogar bis zu 50 Liter. Dafür muss die Kuh jedoch jährlich kalben, sonst würde ihr Organismus keine Milch produzieren. Damit jedes neugeborene Kalb nicht die Milchleistung schmälert, wird es meist innerhalb von 24 Stunden von der Mutter getrennt.

Natürlicherweise bekommt ein Kalb in den ersten Tagen sogenannte Biestmilch.

Eine gute Gewichtsentwicklung ist indes von Vorteil, weil dies zu einer besseren Milchleistung der Tiere im späteren Leben führt.

Waisenkälber sind die Regel

Egal ob Bio oder konventionell – Kälber wachsen meist als Waisen auf. Nach der Geburt trennt die Bäuerin oder der Bauer das Kalb von der Mutter und zieht es per Hand mit Milch aus dem Eimer auf. Damit die Mütter sich nicht an ihre Kälber gewöhnen, werden sie bereits nach ein paar Stunden und nicht erst nach ein paar Tagen von den Kühen getrennt.

Muttergebundene Kälberaufzucht

Auf ihren fünf Bio-Betrieben leben die Kälber mindestens drei Monate lang Tag und Nacht bei ihren Müttern. Die kleinen Kälber lernen von den älteren, nicht mit in den Melkstand zu gehen.

Gesunde Kälber und glückliche Kühe

Landwirtinnen und Landwirte freuen sich über gesunde und gut erzogene Kälber. Denn bei der muttergebundenen Kälberaufzucht lernen die Kälber von ihren Müttern wichtiges über das Sozialverhalten in der Kuhhherde.