Menschen im Amazonas

Im Amazonas leben etwa 320 verschiedene indigene Völker. Dies sind die Ureinwohner eines Landes, also die ersten Menschen, die „relativ“ in einem Gebiet leben. Diese Menschen brauchen den Regenwald, weil er ihnen alles bietet, was sie zum Leben brauchen.

Schadet kiffen dem Klima ?

Unter dem Jubel der Viehzüchter verabschiedet der Präsident ein Dekret, dass die Abholzung in zwei Amazonas-Provinzen erlaubt. Eine Autobahn durch einen von indigenen Völkern bedrohten Naturschutzpark und eine Eisenbahnlinie von der Atlantik- bis zur Pazifikküste, auch durch ökologisch sensible Gebiete sollen entstehen. Klingt nach Brasiliens rechtspopulistischem Präsidenten Jair Bolsonaro, ist aber der politische Wunsch von Boliviens sozialistischem Staatsoberhaupt Evo Morales.Der erste indigene Präsident Boliviens inszeniert sich zwar gerne als Beschützer der „Mutter Erde“, ist aber, wenn es um die Bedienung wirtschaftlicher Interessen geht, ebenso wenig zimperlich wie sein brasilianischer Amtskollege.

Vor ein paar Tagen verabschiedete Morales das Dekret Nummer 3973. Es ermöglicht die Abholzung weiterer Waldflächen in den Amazonas-Provinzen Beni und Santa Cruz. Damit soll Platz geschaffen werden für die Viehzucht. Abnehmer des Fleisches sind die Chinesen. „Das ist ein erpresserisches Dekret, das nur wirtschaftlichen Interessen dient und vergisst, dass die Natur professionell und mit Zuneigung und nicht nur marktwirtschaftlich behandelt werden muss“, kommentierte Juan Carlos Ojopi vom Komitee zur Verteidigung des Amazonas die Entscheidung. Sein Aufschrei geht aber kaum über die Grenzen Boliviens hinaus. Dabei hat der bolivianische Amazonas im Zeitraum von 2005 bis 2018 bereits 18,7 Millionen Hektar Waldfläche verloren, berichtete die Zeitung „Los Tiempos“. Verheerende Folgen für den Regenwald hat auch der Konsum von Marihuana und Kokain.

Allein in Kolumbien stieg die für den illegalen Koka-Anbau gerodete Fläche im Jahr 2017 auf 49 416 Hektar. Paraguay meldet immer wieder massive Schäden der Wälder durch illegalen Cannabis-Anbau. „Landesweit betroffen vom Drogenanbau sind 17 der 59 ökologisch geschützten Nationalparks“, berichtet Florian Huber von der Heinrich-Böll-Stiftung in Bogota.

Wirtschaftssystem und Klima

Die Liste der Klimafeinde in Südamerika ließe sich bedenkenlos fortführen. Venezuelas Wirtschaftssystem beruht auf nichts anderem als auf  Förderung und Verkauf der fossilen Brennstoffe Öl und Gas, Kubas Kommunisten investieren kräftig in den Aufbau des Massentourismus und in Ecuador erfolgte von chinesischen Investoren der Startschuss für eine gigantische Kupfermine. Das alles aber passiert, ohne dass der Widerstand dagegen international wahrgenommen wird. Der Rest der Welt schaut nur auf Brasilien. Das könnte schwerwiegende Folge für das Klima haben.