Milchersatz darf nicht Milch heißen

Laut Gesetz sind andere Bezeichnungen als Milch zu verwenden, wenn Kuhmilch durch Getränke aus Soja, Hafer oder auch Reis ersetzt wird. Der Begriff «Milch» ist rechtlich geschützt. Stammt eine Milch von anderen Tierarten, etwa vom Schaf oder von der Ziege, muss das entsprechend angegeben werden. Was heute in vielen Cafés als Ersatz für Milch verwendet wird, darf – auch wenn die Praxis oft ein anderes Bild zeigt – nicht als Milch bezeichnet werden.

In der Gastronomie allerdings irritieren Formulierungen wie «Kaffee mit Sojadrink».

Als Kennzeichnungs-Lösung in diesem Widerspruch zwischen rechtlichen Anforderungen und dem allgemeinen Sprachgebrauch, schreiben viele Gastwirte einfach «Milchkaffee ». Und auch die Bezeichnung «Fischmilch» ist erlaubt. Sie steht für den Samen bestimmter Fischarten, der frisch oder gesalzen als Lebensmittel verzehrt wird. Sie listet in einem Beschluss, der im EU-Amtsblatt veröffentlicht ist, Lebensmittel auf, die – entgegen dem Bezeichnungsschutz für Milch – trotzdem als Milch bezeichnet werden dürfen. Darunter fallen Kokosmilch, Fischmilch und auch Liebfrauenmilch.