Natur vom Aussterben bedroht

Wie viele Tier- und Pflanzenarten es auf der Welt gibt, weiß niemand genau. Eine Zusammenstellung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) kam Mitte der 1990er Jahre auf rund 1,75 Millionen beschriebene Arten.
Doch längst sind nicht alle Arten bekannt; gerade in unzugänglichen Gegenden wie dem Amazonasgebiet werden noch unbekannte Tiere und Pflanzen vermutet. Manche Wissenschaftler schätzen, dass es auf der Erde sogar mehr als 13 Millionen Arten gibt. Doch auch wenn der Mensch von Zeit zu Zeit auf eine neue Art stößt – die Artenvielfalt auf der Erde ist gefährdet.

Intensive Landwirtschaft schadet der Artenvielfalt

Regelmäßig veröffentlicht die Weltnaturschutzunion (IUCN) ihre „Rote Liste“ der bedrohten Arten. Im Dezember 2017 enthielt die Liste mehr als 90.000 Arten, 25.821 davon waren laut IUCN vom Aussterben bedroht.

Bei der geschätzten Gesamtmenge scheint das keine große Zahl zu sein. Doch das ökologische Gleichgewicht ist empfindlich. Stirbt beispielsweise eine Pflanze aus, von der sich eine bestimmte Insektenart vorwiegend ernährt, ist auch diese in ihrem Bestand gefährdet.

Die Gründe für das Artensterben sind vielfältig. Aber fast immer ist der Mensch der Auslöser. Alleine der intensiven Landwirtschaft und der monokulturellen Bebauung der Ackerflächen sind viele Tier- und Pflanzenarten zum Opfer gefallen. Insektizide und Pestizide töten nie nur die Schädlinge, sondern schaden auch anderen Lebewesen und Pflanzen. Wird ihr Lebensraum vergiftet, werden sie zurückgedrängt.

Nur in den seltensten Fällen suchen sich die Arten neue Nischen und neue Lebensräume – und selbst wenn das geschieht, müssen aus den neu besiedelten Flächen wiederum andere Arten verdrängt werden.

Auch Wiesen und Weiden, auf denen sich früher verschiedene Arten tummelten, werden weiter vernichtet. Was nicht für die Landwirtschaft gebraucht wird, wird in Bauland umgewandelt oder für Verkehrswege verbraucht.

Dazu kommt noch, dass in den Industrieländern immer weniger Obst-, Gemüse- und Getreidesorten kultiviert werden. Die gängigen Kartoffel- und Apfelsorten, die überall zu kaufen sind, sind nur ein winziger Bruchteil des Sortiments. Doch die anderen Sorten geraten nach und nach in Vergessenheit – langsam sterben sie aus. Dieses Verhalten des Menschen nennt die Umweltorganisation Greenpeace „genetische Erosion“.