Neue europäische REACH-Verordnung

Was wurde auf europäischer Ebene zur Regulierung in den letzten Jahren unternom-men?

Neben der deutschen Tätowiermittelverordnung gibt es auch in wenigen weiteren EU-Mit-gliedsstaaten ähnliche Verordnungen, die die Inhaltsstoffe von Tätowiermitteln regeln. Daher hat die Europäische Kommission die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) beauftragt, einen Vorschlag für eine einheitliche Regulierung von Tätowiermitteln auf europäischer Ebene zu erstellen.

Dabei handelt es sich um eine Beschränkung im Rahmen der Europäi-schen Chemikalienverordnung (REACH), mit dem gefährliche Stoffe in Verbraucherproduk-ten verboten bzw. in ihrer Verwendung und Herstellung beschränkt sind. Nach dem Be-schränkungsvorschlag der ECHA, der gemeinsam mit den Mitgliedstaaten Dänemark, Italien und Norwegen sowie unter Mitwirkung Deutschlands entwickelt wurde, sind generell Stoffe verboten, die nachgewiesenermaßen krebserzeugend, erbgutschädigend oder entwicklungs-toxisch sind und die Fortpflanzung schädigen.

Zusätzlich umfasst der Vorschlag augenrei-zende, hautreizende und allergieauslösende Stoffe. Er verbietet außerdem Stoffe in Täto-wiermitteln, die über bestimmte Anhänge der EU-Kosmetikverordnung in kosmetischen Mit-teln verboten bzw. beschränkt sind. Die Begründung dafür ist, dass Stoffe, die für die Anwen-dung auf der Haut verboten sind, auch nicht für Anwendungen unter der Haut erlaubt sein sollen. Insgesamt werden durch den Beschränkungsvorschlag circa 4.200 Substanzen er-fasst, die in ihrer Verwendung nicht oder nur in Kleinstmengen erlaubt sind.

Der Beschränkungsvorschlag wurde von den EU-Mitgliedsstaaten unterstützt und am 14. Dezember 2020 von der Europäischen Kommission angenommen. Die neuen Vorschriften gelten seit dem 4. Januar 2022 in der EU. Für die Pigmente Blau 15:3 und Pigment Grün 7 haben sich die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten auf einen Über-gangszeitraum geeinigt, sodass die Beschränkung für beide Pigmente ab dem 4. Januar 2023 gilt.