Bald ist CSD wieder in der Hauptstadt Berlin 100.000 gehen in bunter pracht auf die Straßen und zeigen mit stolz und toleranz ihre Kunst.

 

Wie man Kunst Definiert, will Definizium Records beim diesjährigen CSD mit Informationsblättern unter die Leute bringen und mit Toleranz und Aufklärung unter dem Motto : Mehr Rechte für Gleichgeschlechte den CSD 2018 unter die Arme greifen.

Für mehr Toleranz in dieser Welt.

 

Mehr Rechte für Gleichgeschlechte

Das Adjektiv gleichgeschlechtlich kann eine von zwei ähnlichen  Bedeutungen haben:

Einerseits bedeutet es auf ein Wesen des gleichen Geschlechts

gerichtetes Verlangen oder Verhalten, also homosexuell.

Als Antonym wird hier meist gegengeschlechtlich, also heterosexuellverwendet.

Selten wird gemischtgeschlechtlich in der Bedeutung von bisexuell verwendet.

Andererseits bedeutet es im Geschlecht übereinstimmend.

Als Antonym hierzu wird meist gemischtgeschlechtlich oder verschiedengeschlechtlich verwendet.

Als Substantive existieren Gleichgeschlechtlichkeit,Verschiedengeschlechtlichkeit und Gemischtgeschlechtlichkeit.

Selten wird für die Personen Gleichgeschlechtlicher und noch seltener Verschiedengeschlechtlicher verwendet.

Die hier besprochenen Wörter werden meist als Adjektiv mit einer Personenbezeichnung verwendet.

Also zum Beispiel „die gleichgeschlechtlich Liebenden“.

Wir vom Label Definizium-Records befürworten Gleichgeschlechter.

Warum auch nicht was spricht dagegen ?

Religion ?

What the Fuck ?

Macht mal die Augen auf

Hintergrund und Etymologie

Anfang des 19. Jahrhunderts gab es nur meist sehr abwertende Ausdrücke für gleichgeschlechtlichen Sex und gleichgeschlechtliche Anziehung.

Die meisten waren umgangssprachlich, wenige wurden in der Wissenschaft verwendet.

1821 begannen mit Heinrich Hössli die erste Bemühungen für eine Akzeptanz der gleichgeschlechtlich Liebenden.

1864 führte Karl Heinrich Ulrichs die für Gleichgeschlechtliche geltenden Begriffe ( Uranismus, Urning und Urninde ) ein.

Die für Verschiedengeschlechtliche geltenden Begriffe waren Dioning und Dioninge.

1868 prägte Karl Maria Kertbeny das Begriffstrio „Monosexual, Homosexual und Heterosexual“.

1870 führte Carl Friedrich Otto Westphal die Begriffe „konträre Sexualempfindung“ und

Konträrsexueller“ ein.

ab 1886 sorgte Richard von Krafft-Ebing mit seiner Psychopathia sexualis für eine sehr große

Verbreitung.

* Aus diesen wurde über den Umweg über Italienisch, Französisch und Rückübersetzung ins

Deutsche die „sexuelle Inversion“ und der „Invertierte“.

* In den folgenden Jahren waren die Begriffe Ulrichs, Kertbenys und Westphals etwa gleich weit

verbreitet.

ab 1910 erscheinen sie häufiger, nachdem der Eindruck entstanden war den vielen

Fremdwörtern für Gleichgeschlechtlichkeit“hilflos ausgeliefert zu sein.

*Es besteht deshalb die Möglichkeit, dass die hybriden Wörter Kertbenys rückübersetzt

wurden um sich der fachsprachlichen, medizinischen Färbung zu entledigen.

1914 merkt Magnus Hirschfeld an, dass sich der Begriff Homosexualität weitgehend

durchgesetzt hat.

* Er merkte aber auch zwei bis heute bestehende und bemerkbare große Nachteile des

Begriffs an. Die meistverwendetsten Bedeutungen des Begriffs homo in Bezug auf den

Menschen sind die lateinischen „Mann“ oder „Mensch“ und nicht das griechische homós („gleich“).

Und der zweite Teil des Wortes stammt ja aus dem lateinischen.

Dadurch wird „homo“ sehr oft mit Mann gleichgesetzt, Homosexualität somit mit männlicher

Homosexualität und es kommt meist durch heterosexuelle Menschen zu

skurrilen Formulierungen wie „Homosexuelle und Lesben“.

Verhängnisvoller findet er noch den Umstand, dass unter dem Eindruck der Endung „sexuell“ das Wort vielfach nicht im Sinne gleichgeschlechtlicher Artung oder Orientierung erfasst

und gebraucht wird, sondern im Sinne einer sexuellen Handlung.

* Die Bezeichnungen „gleichgeschlechtlich / Gleichgeschlechtlichkeit / Gleichgeschlechtlicher“

tauchen

erstmals in den Anfangszeiten der Sexualwissenschaft um die Jahrhundertwende auf.

1926 redet Döblins in seinem Roman Berlin Alexanderplatz auch von dem

Gleichgeschlechtlichen.

1946 erschienenen Artikel über die Frage, wie man sich denn nun benennen solle, hält Kurt Hiller auch die Bezeichnung Gleichgeschlechtlicher für möglich,

gibt aber zu bedenken, dass er es für nicht schön hält.

– 1900 bis 1960 gab es auch in der Bewegung immer wieder Versuche passende und positive Begriffe zu finden, von denen manche einen größeren Bekanntheitsgrad erreichten. Bei

manchen spielt auch der Zwang mit, sich bedeckt zu halten und etwas nicht gleich für jeden

erkennbares zu verwenden, wie etwa Abwandlungen von Freund und Freundin.

1962 stand in einem Gesetzesentwurf der BRD das Wort „gleichgeschlechtlicher Unzucht“,

1971 setzte Österreich diese Formulierung in die Tat um.

1981 weist Bleibtreu-Ehrenberg darauf hin, dass selbst der Gutwillige keinen

wertneutraleren Begriff kennt, dieser aber das homosexuelle Individuum stark auf einen

Teilaspekt, die Sexualität, reduziert und dadurch einengt.

Selbst innerhalb der Lesben- und Schwulenbewegungkam es zu Diskussionen,

Konfrontationen und dadurch Arbeitsbehinderungen weil es keinen wertneutralen Begriff gab.

– In der sechsbändigen Auflage des Großen Duden (1976–1981) fügt die Redaktion die

Bemerkung „bes. von Mann zu Mann“ hinzu. In der achtbändigen Ausgabe (1993–1995) fehlt dieser

Hinweis.

von 1767 bis 1971 waren die österreichischen Verbote immer geschlechtsneutral gehalten, da es für Frauen und Männer strafbar war.

1990 weist Ernest Borneman auf öffentliche Umfragen hin, wo die Mehrzahl der Deutschen glaubt, dass Homosexualität „Geschlechtsverkehr unter Männern“ bedeutet.

bis 1997 waren zwei Paragraphen für Schwule und Lesben gültig.

In Österreich waren die Aktivisten der Bewegung daher dauernd mit dem Begriff gleichgeschlechtlich konfrontiert

und er wurde auch in anderem Kontext aktiv genutzt.

Heute ist es im gesamten deutschen Sprachraum weit verbreitet.

Für die vielen unterschiedlichen Lebenskonzepte der heterogenen Gruppe der Homosexuellen, der

Bisexuellen, aber auch der geneigten Heterosexuellen wird gerne der Begriff gleichgeschlechtliche

Lebensweisen verwendet.

Gerne auch bei Funktionen („Beauftragter für …“), Dienststellen, Beratungsangeboten und vielem mehr.

Gerne wird es auch in der historischen Geschichte und Soziologie verwendet,

da es das Konzept des heutigen Homosexuellen erst seit Ulrichs gibt, auch wenn es davor schon

vereinzelt ähnliche Identitäten gegeben hat.

 

 

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