Open Airs

Definizium Records will zurück an die frische Luft – doch die Hürden wachsen

Seit der Gründung von Definizium Records war eines immer klar: Musik lebt nicht nur aus der Box, sondern in der Gemeinschaft, unter freiem Himmel, im direkten Austausch zwischen Künstler*innen und Publikum. Unsere Open-Air-Veranstaltungen waren nie einfach nur Partys – sie waren Ausdruck einer Kultur, eines Lebensgefühls, eines Moments, der Menschen verbindet. Doch was einst mit Leidenschaft, Kreativität und dem Willen zur Zusammenarbeit möglich war, ist heute zu einem regelrechten Kraftakt geworden.

Wir wollen – aber dürfen kaum noch.

Die Realität sieht heute leider anders aus: Wir als Kollektiv und Label haben den tiefen Wunsch, Open-Airs wieder zu dem werden zu lassen, was sie früher waren – frei, gemeinschaftlich, mit Liebe zum Detail und Respekt für Natur und Umfeld. Doch der Weg dorthin ist zunehmend versperrt. Genehmigungen, die früher mit Gesprächen, Kompromissen und einer gewissen Offenheit möglich waren, werden heute von politischen Interessen und wirtschaftlichen Verflechtungen dominiert.

Helft uns mit Spenden oder werdet Sponsor!

Stadtverwaltungen unter Druck, Flächen in der Hand der Falschen

Vielerorts stehen Kommunen unter dem Einfluss starker Lobbygruppen – sei es aus dem Immobilienbereich, der Eventindustrie oder anderen Bereichen, die wenig Interesse an unabhängigen, nicht-kommerziellen Kulturprojekten haben. Flächen, die früher für temporäre Nutzung zur Verfügung standen, werden zunehmend kommerzialisiert oder mit Auflagen belegt, die für kleine bis mittelgroße Veranstalter schlicht nicht mehr tragbar sind. Das Resultat: Freiräume für kreative, niedrigschwellige Open-Airs verschwinden. Und mit ihnen ein wichtiger Teil unserer Stadtkultur.

Politik der Angst statt Kultur des Vertrauens

Die Argumente, die uns entgegenschlagen, klingen oft gleich: Sicherheitsbedenken, Lärmschutz, Umweltauflagen. Natürlich nehmen wir diese Punkte ernst – immer. Aber was wir erleben, ist keine ausgewogene Abwägung. Es ist eine Politik der Vorverurteilung, in der jedes freie, musikalische Treffen im Voraus als Risiko gesehen wird. Es wird nicht differenziert zwischen kommerziellen Massenveranstaltungen und liebevoll kuratierten, kulturellen Formaten. Die Alternative? Schweigen, Rückzug, Kapitulation – oder eben die subversive Suche nach neuen Wegen.

Wir sind bereit – wo bleibt die Stadt?

Definizium Records steht in den Startlöchern. Wir haben Künstler*innen, Soundsysteme, ein motiviertes Team, Sicherheitskonzepte und jede Menge kreative Energie. Was fehlt, ist der Raum. Was fehlt, ist die Bereitschaft von Politik und Verwaltung, uns als Teil der kulturellen Vielfalt dieser Gesellschaft ernst zu nehmen. Es braucht keine Millioneninvestitionen, sondern schlicht ein bisschen Vertrauen – in uns, in die Szene, in eine Generation, die mehr will als nur konsumieren.

Ein Appell an die Stadtgesellschaft

Wir richten diesen Appell an alle, die Musik nicht nur hören, sondern leben: Unterstützt uns. Sprecht mit euren Lokalpolitiker*innen. Zeigt, dass Kultur mehr ist als Theater und Oper. Dass elektronische Musik, Open-Airs und kollektive Erlebnisse nicht nur geduldet, sondern gewollt sein sollten. Denn was wir vermissen, ist nicht der Bass allein – es ist das Gefühl, draußen zu sein, gemeinsam zu tanzen, ohne Schranken, ohne Mauern.

Wir kämpfen weiter. Für die Musik. Für die Kultur. Für die Freiheit.

Euer Team von Definizium Records

Open Airs 2009 – 2013

Krasse Verwandlung: Vom Spießer zum Tattoo-Model | Galileo | ProSieben