Immer wieder kommt es vor dass Kinder und Jugendliche Misshandelt werden.

Was man tun kann erfahrt ihr hier

Acht Wege, Menschen mit Depressionen zu unterstützen

1. Einen Arzt zu Rate ziehen

„Wenn sich jemand deutlich verändert, sich zurückzieht, an nichts mehr Freude hat, sollten Angehörige einen Arzttermin für ihn vereinbaren“, sagt Prof. Hegerl. Der könne dann klären, was dahinter steckt, ob eine Depression oder andere Erkrankungen die Symptome verursachen.

Dass die Angehörigen aktiv werden, sei oft nötig, weil es Betroffenen in der Regel schwer falle, sich selbst Hilfe zu holen. „Sie haben das Gefühl, selber schuld zu sein, glauben, dass ihnen keiner helfen kann“, sagt Hegerl. Manchmal wüssten sie aber auch schlichtweg nicht, wer zuständig sei. Fachärzte für psychische Erkrankungen sind Psychiater oder Nervenärzte, Psychotherapie wird oft durch Psychologen mit Spezialausbildung, den „Psychologischen Psychotherapeuten“, angeboten.

2. Sachlich informieren

Um eine Depression überhaupt erkennen zu können, müssen Angehörige wissen, womit sie es zu tun haben. Zu den Symptomen zählen laut Hegerl neben gedrückter Stimmung unter anderem auch die Unfähigkeit, Freude zu empfinden, innere Daueranspannung, Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen. Wer informiert ist, weiß zudem, das Verhalten der Betroffenen richtig einzuschätzen. „So verstehen sie es nicht als bösen Willen oder Lieblosigkeit, wenn sich der Erkrankte zurückzieht, sondern als Ausdruck der Krankheit“.

3. Geduldig bleiben

Der Umgang mit Depressiven stellt Angehörige vor Herausforderungen. Plötzlich scheinen sie es mit einem komplett anderen Menschen zu tun zu haben. Das mag abschrecken, doch sich von den Betroffenen abzuwenden, ist der falsche Weg. „Depressionen sind gut behandelbar“. Das sollten sich Familie und Freunde immer wieder vor Augen führen. Es wird besser werden.

4. Sich selbst nicht überfordern

Den Betroffenen in professionelle Hände zu geben, ist ein wichtiger Schritt. Doch das allein schützt Angehörige nicht davor, sich im alltäglichen Umgang nicht selbst zu überlasten. Vor allem wenn die Depression über einen längeren Zeitraum anhält, müssen sie den Erkrankten viele alltägliche Aufgaben abnehmen.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe rät deshalb auf ihrer Webseite, sich selbst nicht zu vergessen. „Tun Sie sich öfter etwas Gutes, pflegen Sie die Kontakte im Freundeskreis“, heißt es dort. Hilfreich sei auch ein Netzwerk aus Freunden und Bekannten, die mithelfen. Darüber hinaus gibt es spezielle Selbsthilfegruppen für Angehörige.

5. Zurückhaltend mit guten Ratschlägen sein

Eine Depression ist eine Krankheit und nichts, was schon wieder weggeht, wenn man sich selbst nur genug Mühe gibt. Schlaue „Ratschläge“ wie „Reiß dich mal zusammen“ können sogar kontraproduktiv sein. „An Depressionen erkranken oft Menschen, die in gesundem Zustand sehr verantwortungsvoll und gewissenhaft sind“. „Sie sind ohnehin schon sehr streng mit sich selbst und brauchen dann nicht noch Druck von außen.“

6. Mut machen

Was hingegen schon angebracht sei, sei das Motivieren und Hoffnung geben. „Die meisten Depressiven haben mehr als eine Krankheitsphase. Angehörige können sie also daran erinnern, dass sie es schon mal geschafft haben, da wieder herauszukommen“, sagt Hegerl. Es sei wichtig, ihnen zu zeigen, dass man sie nicht aufgibt. „Auch wenn sie es in dem Moment vielleicht nicht glauben können: Viele Betroffene sagen im Nachhinein, dass sie immer wieder hören wollten, dass es besser wird.“

7. Keine wichtigen Entscheidungen treffen

„Depressive sehen alles schwarz, halten sich nur noch für eine Belastung für den Partner“. Sie könnten deshalb Entscheidungen treffen, die sie nach überstandener Krankheit womöglich ganz anders bewerten. „Aber auch Angehörige kann die Depression zu Fehleinschätzungen verleiten“, so Hegerl. Entscheidungen über die private oder berufliche Zukunft sollten daher erst mal nach hinten verschoben werden.

8. Ernstnehmen

„Eine Depression ist eine eigenständige Erkrankung. Man darf sie nicht als Reaktion auf äußere Lebensumstände sehen“, so Hegerl. Die seien viel weniger einflussreich als wir glauben. Nur wer die Krankheit als solche anerkennt, begegnet den Betroffenen mit Respekt. Und der ist die wichtigste Grundlage, um eine wirkliche Hilfe sein zu können.

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