Qualzuchten bei Hunden

Teacup Hund „Snowball“ erobert das Internet – der Mini-Hund ist unglaublich süß. Doch Tierschützer laufen gegen die Züchtung von kleinen Teetassen-Hunden Sturm.

Besitzer Kim hat ein oder zwei Fotos seines Haustieres im sozialen Netzwerk gepostet – und es dauerte nicht lange, bis auf fast jeder Instagram-Seite über entzückende Hunde ein Foto eines Pommerschen mit Teetasse zu finden war.

Zwergspitz gelten als treue Gefährten mit starkem Beschützerinstinkt – unglaublich in Anbetracht ihrer Größe. Auch ein Schlittenhund in Kroatien hat einen beeindruckenden Schutzinstinkt bewiesen: 13 Stunden lang hielt der Hund einen Wanderer warm und bewahrte ihn so vor dem Erfrieren.

Teetassenhunde wie ‚Snowball‘ wurden kleiner gezüchtet – auf Kosten der Gesundheit

Aber dank der Liebe zu niedlichen Welpen sollte die dunkle Seite dieser Miniaturrasse nicht vergessen werden. Teacup-Hunde wurden in Gefangenschaft gezüchtet. Daher ist der „Teetassenhund“ keine eigene Rasse, sondern eine Unterkategorie der „Zwergenrasse“.

Tierarzt Rainer Wysock erklärt die Züchtung dieser Hunde gegenüber RTL folgendermaßen: „Man nimmt aus den Würfen von den Zwerg-Hunderassen die kleinsten und schwächsten Exemplare raus und kreuzt die untereinander wieder.“ So werden die Zwerg-Hunderassen noch kleiner und behalten ein Leben lang ihre Welpengröße bei. Was auf den ersten Blick niedlich aussieht, ist für die Tiere jedoch oft qualvoll.

Züchtung der Teacup Hunde fällt für Tierschützer unter Qualzucht: Tiere leiden oft ein Leben lang

Teacup Hunde frieren schnell, bekommen schlecht Luft, sind häufig unterzuckert und weil sie wegen ihrer kleinen Beine viel herumgetragen werden, leiden sie oftmals unter einer verkrümmten Muskulatur. Außerdem ist ihr Kopf viel zu groß für den kleinen Hals, weswegen die winzigen Hunde im Alter Probleme mit ihrer Halswirbelsäule, Brust- und Lendenwirbelsäule bekommen können, erklärt Tierarzt Wysock gegenüber RTL.

Für Tierschützer fallen „Teetassen“-Hunde deswegen unter die in Deutschland verbotene Qualzucht. Trotzdem ist es extrem schwierig, rechtlich gegen die Mini-Züchtungen vorzugehen. Das Tierschutzgesetz ist dafür zu offen formuliert.

Bei anderen Tieren scheint das Gesetz besser zu greifen. Eindeutig gegen das Tierschutzgesetz hat nämlich Reitstar Ludger Beerbaum verstoßen, der beim Pferde-Training wohl einen verbotenen Barren eingesetzt hat.

Wer mit Blick auf den süßen „Snowball“ jetzt darüber nachdenkt, sich ebenfalls einen „Teacup“-Hund zuzulegen, sollte also zumindest die Herkunft und Züchtung genaustens hinterfragen.