Rohstoffe von Tieren nachhaltig nutzen ohne Tierquälerei

Auch Rohstoffe von Tieren können wir mit guten Gewissen nutzen. Nur sind wir uns auch sicher, das es den Tieren dabei auch gut geht ?

Das ist eine große Frage, der wir uns mal mit ein paar Beispielen stellen wollen und haben Faszinierende Ergebnisse erhalten.

Schafswolle

Erstes Thema im Tierschutz vor Jahren war die Frage.

Geht es Schafen gut wenn Wir ihre Wolle nutzen ?

Ein guter Schäfer sagte einst.

Wer sein Handwerk kennt, schärt mit scharfen schnitt.

Wer ungeübt ist, schärft seine Schere nicht.

Kamelhaar & Kamelwolle

Herkunft, Eigenschaften, Tierschutz

Kamelhaar ist unter den edlen Wollsorten zwar nicht ganz so geläufig wie Kaschmir oder Merino, doch es steht den bekannteren Wollarten in nichts nach.

Feinste Kamelwolle ist ähnlich fein wie Kaschmir und punktet auch sonst mit tollen Eigenschaften, die wir Ihnen nun gerne vorstellen möchten. Erfahren Sie hier alles über Kamele, ihre Wolle und den Tierschutz.

Infos zu Kamelen

Kamele werden in großen Herden gehalten und finden sich vor allem in Asien und den östlichen Staaten der ehemaligen Sowjetunion sowie in Afrika. Hier werden sie häufig als Zug- und Lasttiere im Ackerbau eingesetzt.

Man unterscheidet zwischen dem groben Deckhaar und dem weichen, flauschigen Flaumhaar, das auch als Unterhaar bezeichnet wird. Im Fellwechsel verliert ein Kamel etwa 5 bis 7 Kilo Unterhaar, weshalb sie nicht geschoren werden müssen. Das grobe Deckhaar wird vor allem für Teppiche verwendet, wo die Wolle etwas robuster sein muss. Das feine Unterhaar hingegen kann für hochwertige Kleidung oder Bettwaren zum Einsatz kommen.

Herkunft von Kamelhaar

Doch Kamel ist nicht gleich Kamel. Dromedare sind beispielsweise einhöckrige Kamele, die hauptsächlich in Afrika und Vorderasien leben, wobei ihre Wolle relativ grob ist und kaum für Kleidung eingesetzt wird. Die feine, hochwertige Kamelwolle, welche zu luxuriöser Kleidung verarbeitet wird, stammt vom zweihöckrigen Kamel, dem sogenannten Trampeltier, welches vor allem in West-China und der äußeren Mongolei, also in Ländern mit sehr rauem Klima. Daher hält die Wolle auch so einiges aus und gilt wie die Alpakawolle als unverwüstlich.

Ihren Ursprung hat die Kamelwolle im Polosport. In den Zwanzigerjahren stieg die Wolle dann zum Hauptmaterial für Uniformen von Studenten an den Elite-Unis der Ostküsten der Vereinigten Staaten auf, die ihre Eleganz nicht zu förmlich auslegen wollten.

Auch in den Achtzigern erfuhr das Kamelhaar nochmal einen kleinen Boom – alles vom Mantel bis zur Decke musste aus Kamelhaar bestehen. Allerdings wog das Fell der Kamele damals noch relativ viel, weshalb sich die Hersteller etwas Neues einfallen lassen mussten, um das Quadratmeter-Gewicht von 500 auf 300 Gramm zu reduzieren – wie ihnen das gelungen ist, ist wohl ein gut behütetes Geheimnis.

Eigenschaften von Kamelwolle

Was macht nun die Kamelwolle so beliebt? Zum einen ist es selbstverständlich das wunderschöne Haarkleid, das mit seiner Färbung von gelblich über rötlich bis bräunlich schon ein tolles optisches Highlight darstellt.

Aber nicht nur die Optik spricht für das Kamelhaar, auch die Haptik des Haarkleides ist ein Traum. So ist feine Kamelwolle nur etwa 17-22 Mikrometer dick und ist damit ungefähr auf demselben Niveau wie die allseits beliebte Kaschmirwolle. Des Weiteren punktet Kamelhaar mit folgenden praktischen Eigenschaften:

  • Das Kamel ist an raue Klimabedingungen mit heißen Tagen und kalten Nächten gewöhnt und so ist auch ihr Fell temperaturregulierend. Es kühlt im Sommer und wärmt im Winter.
  • Durch die optimale Temperaturregulierung ist die Wolle für jede Jahreszeit geeignet.
  • Kamelwolle ist hautfreundlich und anschmiegsam.
  • Kamelhaar ist eine Hohlfaser und nimmt dadurch Feuchtigkeit sehr gut auf. So eignen sich Kamelhaar Bettwaren super für Menschen, die nachts viel schwitzen.
  • Die Fasern sind besonders leicht.
  • Durch den geringen Wollfettanteil ist Kamelwolle für Allergiker geeignet.
  • Der Geruch ist neutral und nicht aufdringlich.
  • Kamelwolle ist ein reines Naturprodukt.
  • Zudem wird dem Haar des Kamels eine antirheumatische Wirkung zugeschrieben, ähnlich wie der flauschigen Wolle des Angorakaninchens.
  • Kamelwolle ist pflegeleicht, denn sie hat selbstreinigende Eigenschaften. So reicht es oftmals, das Wollprodukt ein paar Stunden an die frische Luft zu hängen, anstatt es zu waschen.
  • Kamelhaar ist „unverwüstlich“ – auch nach jahrelangem Gebrauch werden Sie keine Abnutzungserscheinungen feststellen können.

Tierschutz

Tierschützer werden sich über Kamelwolle freuen. Wie bereits erwähnt, streifen die Tiere ihr Haarkleid im Frühjahr im Zuge des Fellwechsels einfach ab. Die Haare werden dann einfach aufgelesen und ausgebürstet. Da die Tiere ihr Fellkleid freiwillig abwerfen, ist es nicht nötig, sie Schurprozessen zu unterziehen, unter denen sie womöglich leiden können. Das Fell, das die Tiere abwerfen, wird schlussendlich nur noch gesammelt und gereinigt, sodass es zu flauschiger Wolle weiter verarbeitet werden kann.

Kaschmirwolle

Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Tierschutz

Über die Kaschmirziege

Wie der Name vermuten lässt, kommt die Kaschmirziege aus der Region Kaschmir in Südasien und Nepal. Gemeint ist damit eine Gattung, die zur Familie der Hausziegen gehört und durch seine Schlappohren und kleinen Hörnern charakterisiert ist. Rund 20 verschiedene Rassen gehören ihr an.

Das Fell ist jedoch das, was die Züchter an ihr besonders schätzen: Pro Jahr „produziert“ jede Kaschmirziege nur rund 200 Gramm der wertvollen Wolle – und das nur, wenn die Witterungsbedingungen, denen die Ziege ausgesetzt ist, stimmen. Farblich ist man hier auf weiß (vor allem in Europa beliebt), grauschwarz und braun beschränkt.

Domestizierte Kaschmirziegen werden nur in Regionen gehalten, die einen harten Winter kennen und auf rund 4.000 Metern Höhe liegen. Hobbyzüchter haben in diesem Bereich also eher schlechte Karten.

Eigenschaften von Kaschmirwolle

Wie es sich für eine Edelwolle gehört, ist auch Kaschmir nicht umsonst einer der edelsten Zwirne weltweit. Die weichen und sehr feinen Kaschmirfasern werden ausschließlich aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen und in drei Produktionsschritten aufwendig weiterverarbeitet:

1. Auskämmen: Zum Ende des Winters beziehungsweise zu Beginn des Frühjahrs werden die Felle der Ziegen aufwendig ausgekämmt. Auch eine maschinelle Scherung ist möglich, aber weniger angenehm für die Tiere.

2. Anschließend wird die Wolle nach Farben sortiert und gewaschen.

3. Entgrannen: Ein wichtiger Teil der Produktion – hier werden Deckhaar und das Unterhaar voneinander getrennt (maschinell). Nur das Unterfell kommt für die Weiterverarbeitung infrage.

Entscheidend für die Qualität ist die Feinheit der Fasern, die in Mikron gemessen wird. 1.000 Mikron entsprechen dabei einem Millimeter. Damit die Kaschmirfaser für die Weiterverarbeitung überhaupt in Betracht gezogen wird, darf die Dicke der Faser 19 Mikron nicht überschreiten.2 Das Ergebnis: Kaschmir Wolle fühlt sich auf der Haut besonders weich an – das kratzende Gefühl, das man von herkömmlicher oder gar minderwertiger Wolle kennt, ist hier keine Gefahr.

Neben dem angenehmen Tragegefühl punktet Kaschmir Wolle durch weitere Eigenschaften, die den exklusiven Charakter unterstreichen:

  • Im Winter wärmt Kaschmirwolle besonders gut (6x besser als Schafwolle), da die Zwischenräume Wärme perfekt speichern.
  • Feuchtigkeit wird schnell aufgenommen und nach draußen abgeführt – gleichzeitig ist Kaschmir wasserabweisend.
  • Kaschmir Wolle ist sehr flexibel. Zerknittert sie, findet sie schnell zu ihrer Ursprungsform zurück – Bügeln fällt weg.
  • Gleichzeitig ist Cashmere schmutzabweisend und nimmt Gerüche kaum auf. Ein weiterer Punkt, der für die Pflegeleichtigkeit spricht.
  • Trotz der filigranen Fasern ist Cashmere Wolle sehr stark und reißfest. Dennoch sollte ordentliche Pflege nicht vernachlässigt werden – Waschen ist bei bis 30 Grad jedoch kein Problem.

Modisch wird Kaschmirwolle vor allem durch die anschließende Färbung – das Fell der Kaschmirziege ist entweder weiß, grau, braun oder schwarz. Fertige Produkte sind jedoch in allen erdenklichen Farben erhältlich, ohne dass die Qualität der Fasern darunter leidet.

Herkunft von Kaschmirwolle

Vom Ursprungsort in Kaschmir hat die Kaschmirziege heute einen weiten Weg zurückgelegt. Entscheidend für die Verbreitung der Wolle waren vor allem das 18. Und 19. Jahrhundert: Zu dieser Zeit florierten die Handelsbeziehungen zwischen Asien und Europa, sodass es nicht lange dauerte, bis die ersten Kaschmirwolle-Produkte auch hierzulande erhältlich waren.

Viele Artikel aus Kaschmirwolle stammen jedoch auch heute noch aus Ländern, die den perfekten Bedingungen für die Haltung der Kaschmirziege entsprechen, also: Harte Winter und Höhenlagen von rund 4.000 Metern – nur so wächst die Wolle der Kaschmirziege so gut, um dafür zu sorgen, dass sie verarbeitet werden kann.

Wie so oft, steht China an der Spitze der Herkunftsländer – allerdings sollten Verbraucher hier darauf achten, dass der Tierschutz bei der Haltung und Wollgewinnung nicht zu kurz kommt (was leider häufig der Fall ist). Auch die Mongolei oder der Iran sind erfolgreiche Kaschmirwolle-ProduzentenEbenso wie Australien und Neuseeland.

In Europa ist es vor allem Schottland, das als Paradebeispiel für die Haltung der Kaschmirziege steht. Deutsche Produzenten kaufen lediglich das Rohmaterial und verarbeiten es zu fertigen Produkten. Kaschmirziegen-Züchter findet man hierzulande nicht (vor allem, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen).

Tierschutz

Die Gewinnung der wertvollen Kaschmirwolle ist sehr aufwendig – kein Wunder also, dass viele Produzenten versuchen, an möglichst vielen Enden zu sparen, um den Profit zu maximieren. Das Problem: Die Einsparungen treffen die Kaschmirziegen selbst am härtesten.

Verzichten Sie unbedingt auf Kaschmirwolle aus China und der Mongolei!

Aus genau diesem Grund ist es ratsam, lieber zwei Mal hinzuschauen, wie die Produktion des schönen neuen Kaschmirpullovers erfolgte – vor allem das Herkunftsland ist hier entscheidend. In China oder der Mongolei werden die Tiere in riesigen Herden gehalten, was es unmöglich macht, allen ausreichend Aufmerksamkeit und Pflege zukommen zu lassen. Tierschützer berichten hier von folgenden Beobachtungen:

  • Auf das schonende Auskämmen der Haare wird verzichtet.
  • Stattdessen setzt man auf das unangenehme und für die Ziegen stressige Scheren des Fells – im schlimmsten Fall werden die Tiere auf einer Art Streckbank fixiert und aufgrund des Austretens häufig vom Arbeiter (beziehungsweise der Schermaschine) verletzt.
  • Oft werden die Kaschmirziegen zu früh und zu oft (vor der ersten Mauser) geschoren – das führt zu Krankheiten der Haut.

All das ist bei kleineren Herden nicht der Fall – das Wohl der Kaschmirziege ist hier genauso wichtig, wie die hohe Qualität der Wolle.

Merinowolle

Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Tierschutz

Über das Merinoschaf

Das Merinoschaf gehört zur Klasse der Feinwoll-Schafe und hat seinen Namen der Berberdynastie der Meriniden zu verdanken.1 Die flauschigen Tiere sind rund 1,40 Meter groß und bis zu 100 Kilogramm schwer. Charakteristisch ist vor allem das schöne und aufgrund seiner Eigenschaften einzigartige Fell, woraus Merino Wolle gewonnen wird.

Speziell in Deutschland werden drei verschiedene Merinorassen gezüchtet, bei denen es weniger um die Woll- sondern vielmehr um die Fleischqualität geht:

  • Das Merinolandschaf
  • Das Merinofleischschaf
  • Das Merinolangwollschaft

Zwar können alle drei Merinoschafrassen auch Wolle liefern, die ist jedoch bei Weitem nicht so fein, wie „echte“ Merino Wolle.

Jährlich liefert ein Merinoschaf zwischen 2 und 3 Kilogramm qualitativ hochwertige Wolle.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Merinoschafe, die zur Wollproduktion gezüchtet werden, wird vor allem an den Preisen klar, die für das Rohmaterial (ca. 150 US-Dollar pro Kilogramm) und die Produkte, die daraus entstehen, gezahlt werden.

Dabei kann jedes Merinoschaf zwischen zwei und drei Kilogramm feinste Wollqualität pro Jahr liefern – in Ausnahmefällen sind Spitzenwerte von bis zu zehn Kilogramm möglich.

In seiner ursprünglichen natürlichen Umgebung in Nordafrika finden die Tiere die optimalen Bedingungen vor, die notwendig sind, damit das Fell optimal wächst und die Merinoschafe sich wohlfühlen. Über Deutschland gelangten die Tiere bis nach Australien, wo heute der Großteil aller weltweit existierenden Merinoschafe lebt.

Eigenschaften von Merinowolle

Grundsätzlich wird die Qualität von Wolle anhand der Faser gemessen. Je feiner die Faser, desto höher ist die Qualität – gemessen wird die Dicke der Wollfasern mithilfe der Maßeinheit Mikron.

Je dünner die Faser, desto höher die Qualität (und der Preis):

  • ultrafine: weniger als 16,9 Mikron
  • superfine: 17 bis 18,9 Mikron
  • fine: 19 bis 21,9 Mikron
  • medium: 22 bis 23 Mikron
  • strong: 24 bis 25 Mikron

Ein Mikron entspricht dabei einem Tausendstel Millimeter. Merino Wolle gibt es in den verschiedensten Qualitäten, von ultrafine bis strong – hier kommt es immer ein wenig auf das Produkt und den Hersteller an. Da sich vor allem die feineren Fasern stärker krümmen, wenn sie die Haut berühren, ist das Tragegefühl umso „weicher“, je geringer der Mikron-Wert ist.

Die obige Tabelle kann übrigens auf alle Wollsorten angewandt werden. Spezielle Eigenschaften von Merinowolle sind jedoch ebenso beeindruckend:

  • Merino Wolle wärmt im Winter und kühlt im Sommer. Grund dafür ist: Die Fasern enthalten bis zu 85 Prozent Luft, die isolierend wirkt und atmungsaktiv ist.
  • An heißen Tagen unterstützt Merino Wolle bei der Feuchtigkeitsregulierung – bis zu 35 Prozent des Eigengewichts können die Fasern an Feuchtigkeit (beispielsweise Schweiss) aufnehmen und anschließend nach außen abführen.
  • Merinowolle „stinkt nicht“ – äußere Einflüsse, wie Gerüche beim Kochen, oder starkes Schwitzen macht dem edlen Zwirn nichts aus. Kurzes Lüften des Kleidungsstücks reicht und schon ist es wieder frisch.
  • Schmutz perlt an Merino Wolle quasi ab. Gleichzeitig schützt sie vor UV-Strahlen – wie eine 40+ Sonnencreme.2
  • Prickeln durch elektrostatische Aufladung, unschöne Falten und fusseln? Ebenso ausgeschlossen, wie die Entflammbarkeit – selbst Feuerwehrleute setzen auf Schutzkleidung aus Merinowolle.

All diese Eigenschaften machen Merino Wolle zu einem echten Allrounder, der angenehm zu tragen ist und auf den ersten Blick Hochwertigkeit ausstrahlt. Der schöne Glanz macht das Gesamtbild perfekt.

Herkunft der Merinowolle

Ursprünglich stammt das Merinoschaf aus Nordafrika. Irgendwann im Mittelalter kamen sie von Tunesien aus nach Spanien, wo die ersten großen Zuchtherden in Europa entstanden, die speziell zur Wollgewinnung gehalten wurden.

Bis ins 18. Jahrhundert durften Merinoschafe ausschließlich in Spanien gezüchtet werden – man schaffte sich eine Art Monopol und nannte das Ganze „spanische Wolle“. Eine Ausfuhr der Schafe war sogar ein Verstoß, der unter Todesstrafe stand.

Dieses Exportverbot hielt jedoch nicht ewig, sodass es für die Merinoschafe von Spanien nach Deutschland und von dort aus weiter in alle Teile der Welt ging. Darunter auch Australien. Das Land, das heute die meisten Merinoschafe beherbergt und gleichzeitig der größte Lieferant der Welt für Merinowolle ist.

Nutzung der Merinowolle

Merino Wolle wird aufgrund ihrer Eigenschaften besonders gerne für Funktionsunterwäsche und Outdoor-Bekleidung genutzt.

Merino Wolle ist eine der edelsten Wollsorten der Welt. Kleidung aus eben diesem Stoff ist deshalb heiß begehrt – PulloverWestenSchals und Mützen sind mittlerweile in jedem gut sortierten Geschäft oder Onlineshop verfügbar.

Neben Alltagsklamotten sind es vor allem für Funktionsunterwäsche und Outdoor-Bekleidung, die aus Merinowolle gefertigt werden– der wärmenden, isolierenden und wasserabweisenden Wirkung sei Dank. Dazu gehören selbstverständlich auch passende Hüttenschuhe und Socken.

Tierschutz

In puncto Tierschutz ist eine Praktik bei der Haltung und Zucht von Merinoschafen ganz besonders umstritten: das sogenannte „Mulesing“.

Hierbei wird ein Teil der Haut am Schwanz des Merinoschafs entfernt, um den Fliegenmadenbefall zu verhindern – sie lösen eine Krankheit aus, der andernfalls Millionen Tiere jährlich zum Opfer fallen.

Warum ist Mulesing umstritten? Die Antwort: Mulesing erfolgt ohne Betäubung und ist damit eine Qual für die Merinoschafe – auch, wenn sie danach vor Krankheiten geschützt bleiben.

Vor allem Australien, das Land mit den meisten Merino-Wollproduzenten, steht hier in der Kritik. Der Kampf zwischen Tierschützern und Merino-Lieferanten dauert bis heute an. Problematisch sehen die Produzenten, dass es bisher keine wirtschaftlichen Alternativen gäbe.

Alpaka Wolle

Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Tierschutz

Über das Alpaka

Alpakas kommen ursprünglich aus Peru und gehören zur Familie der Kamele.

Das Alpaka (Vicugna pacos) gehört zur Familie der Kamele und stammt aus Peru.1 Mittlerweile ist es domestiziert und wird vor allem für seine feine Wolle geschätzt.

Dabei unterscheidet man zwischen zwei Alpakatypen, die vor allem an der Struktur der Wollfasern zu erkennen sind:

  • Huacaya: Die Wollfasern des Huacaya-Alpakas sind sehr fein und gekräuselt. Auch die Deckhaare (Grannenhaare genannt) sollten möglichst fein sein, um maximale Wollqualität zu garantieren. Bei besonders hochwertigen Produkten wird das Deckhaar dennoch aussortiert, um ausschließlich das wertvolle Schulter- und Rückenhaar zu verarbeiten.
  • Suri: Die Wolle der Suri-Alpakas ist glatt und gelockt.

Vom Körperbau unterscheiden sich Huacaya- und Suri-Alpakas nicht. Auch, wenn die Fellstruktur der Suri-Alpakas den Eindruck erweckt, als wären sie schlanker. Beide Typen erreichen ein Durchschnittsgewicht von rund 60 Kilogramm. Besonders starke männliche Tiere können jedoch bis zu 80 Kilogramm auf die Waage bringen.

Alpakas leben in Herden zusammen und ernähren sich ausschließlich pflanzlich. Die wertvolle Alpaka Wolle wird einmal pro Jahr geschoren, wobei (je nach Tier) bis zu sechs Kilogramm der Fasern gewonnen werden – nutzbar, also für die Weiterverarbeitung geeignet, ist davon jedoch meist nur die Hälfte.

Eigenschaften der Alpaka Wolle

Alpakafasern haben einmalige Thermoeigenschaften, da sie innen hohl sind.

Warum die Alpakafaser so wertvoll ist, wird Ihnen bei einem Blick auf die Faserstruktur klar: Die Fasern sind innen hohl und weisen damit einmalige Thermoeigenschaften auf, die das Tragen von Alpaka-Kleidungsstücken sowohl im Sommer als auch im Winter möglich machen:

  • Im Winter speichert Wolle von Alpakas die Wärme Ihres Körpers.
  • Gleichzeitig isolieren die Fasern Sie vor Kälte und sorgen so für Wohlsein an kalten Tagen.
  • Im Sommer sorgen die Fasern für einen Wärmeausgleich, da sie dazu in der Lage sind, Wärme abzustoßen.
  • Schweiß (und Feuchtigkeit generell) wird von den hohlen Fasern aufgenommen und abgeführt – auch ein Grund, warum vor allem Socken aus Alpakawolle besonderen Tragekomfort versprechen.
  • Gleichzeitig bleibt das Kleidungsstück auch, wenn Sie stark schwitzen, von Gerüchen verschont, da die enthaltenen Eiweißmoleküle den Schweiß neutralisieren.

Der hohe Tragekomfort an heißen und kalten Tagen ist jedoch nicht der einzige Grund, warum die Nachfrage nach Alpaka Wolle stetig steigt. In den südamerikanischen Anden, aus denen die Alpakas stammen, sind die Menschen starker Witterung ausgesetzt, sodass die Kleidung, die sie tragen möglichst widerstandsfähig sein muss – Alpakawolle ist hier ideal, denn sie ist:

  • Besonders langlebig
  • Schmutzabweisend
  • Strapazierfähig (3x reißfester als Schafwolle)
  • Feuchtigkeitsabweisend (die Aufnahme von Feuchtigkeit liegt bei lediglich 25 Prozent).
  • Weniger anfällig für Verfilzungen (was bei anderen Naturfasern häufig ein Problem ist).
  • Undurchlässig für UV-Strahlen

Das schöne Hautgefühl von Alpaka Wolle ist dabei auf die sehr feinen Fasern zurückzuführen, deren Schuppenstruktur mit 0,4 Mikron (1000 Kiron = 1 Millimeter) sehr eng beieinander liegt – so ist die Fertigung von extrem leichten Kleidungsstücken möglich und der „Kratzeffekt“, der von anderer Wolle (Schafswolle liegt bei 0,8 Mikron) bekannt ist, bleibt aus.

Die Feinheit der gesamten Faser wird ebenfalls in Mikron angegeben. Je feiner die Faser, desto besser die Qualität:

QualitätsstufeDicke
Baby Royalunter 20,0 Mikron
Baby Alpaca20,1 – 23,0 Mikron
Superfine23,1 – 26,9 Mikron
Medium27,0 – 30,9 Mikron
Strong31,0 – 35,9 Mikron
Coarse36,0 Mikron & stärker

Aufladungen (Sie kennen den Effekt von „aufstehenden“ Haaren auf dem Kopf und auf den Armen) sind dank der antistatischen Eigenschaften der Alpakawolle ebenso ausgeschlossen, wie Entflammungen, die erst ab rund 560 Grad Celsius, bei 100-prozentiger Alpakafaser überhaupt nicht möglich sind.

Gleichzeitig ist Alpakawolle für Allergiker die perfekte Wahl – und auch die antibakterielle Wirkung, aufgrund des sehr geringen Anteils an Wollfett, macht die Bildung von Bakterien, die zu Infektionen führen könnten, fast unmöglich.

Der natürliche Glanz trägt sein Übriges dazu bei, um Alpaka Wolle zu einem begehrten Rohstoff zu machen. Dieser Glanz verschwindet selbst dann nicht, wenn die Wolle gefärbt wird – auch, wenn Einfärbungen eigentlich nicht notwendig sind, da Sie Alpakawolle in bis zu kaufen können. Weiß, Beige, Braun und Rotbrauntöne oder Grau und Schwarz – kein anderes Tier ist so farbenfroh geprägt, wie das Alpaka.

Herkunft der Alpaka Wolle

Alpakas stammen ursprünglich aus Peru.

Das Alpaka – und damit auch die Alpakawolle – stammt ursprünglich aus Peru. Hier gehören die Kleinkamele zu den wichtigsten Nutztieren des Landes und verkörpern einen ganz eigenen Industriezweig.

Allein in Peru leben in etwa 3,5 Millionen Tiere (80 Prozent) der weltweit rund 4,4 Millionen gezählten Alpakas.

Mittlerweile gibt es jedoch auch in der DACH-Region einen Markt für die Zucht von Alpakas und die Produktion der Alpakawolle. Er steckt zwar noch in den Kinderschuhen, die Nachfrage wächst jedoch stetig. Laut einer Zählung des Alpakazuchtverbandes Deutschland (AZVD) aus dem Jahr 2010 liegt die Zahl der Alpakas in Deutschland beispielsweise bei rund 8.000 Tieren.

Nutzung der Alpakawolle

Alpaka Wolle wird natürlich hauptsächlich für Kleidungsstücke genutzt, um den hohen Tragekomfort auf der Haut zu spüren. Dabei sind es vor allem Schals, Pullover und Ponchos (in Anlehnung an die peruanischen Indios, die die Ponchos traditionell tragen) und Socken, die aus Alpakawolle hergestellt werden.

Dank der antibakteriellen allergiker-geeigneten Wirkung, nutzen jedoch auch Hersteller von Bettdecken und Kopfkissen das wertvolle Produkt, um für einen angenehmen Schlaf der Kunden zu sorgen, die bei anderen Materialien aus dem Husten und Niesen nicht mehr herauskommen.

Tierschutz

Alpakas sind Herdentiere, was bei der Zucht beachtet werden muss.

Immer dann, wenn Wolle von einem Tier stammt, gilt es dieses zu schützen – nicht nur um der Produktqualität willen, sondern vor allem, um für eine artgerechte Haltung und das Wohlbefinden zu sorgen.

Das gilt natürlich auch für die Zucht der Alpakas, bei der es darauf ankommt, auf den sozialen Charakter der Tiere zu achten.

Um den Alpakas all das zu bieten, was sie benötigen, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Alpaka-Produkte von Tieren stammen, deren Zucht und Haltung folgende Punkte berücksichtigt:

  • Alpakas sind Herdentiere und dürfen nie alleine gehalten werden.
  • Alpakas benötigen regelmäßigen Auslauf – allein für zwei Tiere sind rund 1000 m² notwendig, um für beste Bedingungen zu sorgen.
  • Alpakas ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern – anderes Futter gehört in keinem Fall auf den Speiseplan.
  • Tägliche Reinigung der Ställe sowie Futter- und Wasserkrüge sind unerlässlich.
  • Regelmäßige Untersuchungen (insbesondere auf Parasitenbefall) und Impfungen sind unbedingt notwendig, um Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und zu stoppen beziehungsweise vorzubeugen. Auch die Klauenpflege gehört zum Schutz der Alpakas.
  • Die regelmäßige (meist jährliche) Schur sollte aus hygienischen Gründen ganzheitlich erfolgen.

Mohair Wolle

Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Tierschutz

Über die Angoraziege

Mohair Wolle stammt von der Angoraziege.

Der „Produzent“ der Mohair Wolle ist die Angoraziege – nicht zu verwechseln mit dem Angorakaninchen, da die Wolle doch ein wenig anders ist. Deshalb noch einmal die ganz klare Abgrenzung:

  • Die Wolle, die vom Angorakaninchen stammt, nennt sich Angorawolle.
  • Die Wolle, die von der Angoraziege stammt, nennt sich Mohair Wolle.

Da das nun geklärt ist, können wir uns nun voll und ganz der Angoraziege widmen: Die Angoraziege gehört zur Rasse der Hausziegen und ist heute fast ausschließlich in domestizierter Zucht zu finden. Wo die Tiere ursprünglich herkommen ist nicht ganz klar (siehe auch: Herkunft der Mohair Wolle) – das lange, seidig glänzende und lockige Haar wurde jedoch schnell zum Verkaufsschlager.

Heute wird die Angoraziege in allen Teilen der Welt für die sogenannte Mohairwolle geschätzt. Jede Angoraziege liefert rund 2,5 Kilogramm des wertvollen Stoffs, der anschließend in allen Teilen der Welt zu verschiedensten Produkten weiterverarbeitet wird. Farblich ist die Vielfalt nicht wirklich groß, denn: Angoraziegen sind grundsätzlich weiß. Fertige Produkte können jedoch gefärbt werden, sodass die Auswahl vielfältiger wird.

Eigenschaften der Mohair Wolle

Mohairwolle ist extrem fein und gehört zu den Edelwollsorten.

Als Edelwolle ist auch die Faser der Mohairwolle etwas ganz Besonderes. Die vielen positiven Eigenschaften, die man ihr nachsagt, sind vor allem auf die spezielle Beschaffenheit der einzelnen Haare zurückzuführen – allen voran die Feinheit, die in Mikron gemessen wird.

Je feiner die Faser, desto weicher und geschmeidiger fühlt sich die Wolle auf der Haut an. Gewöhnliche Schafwolle beispielsweise kratzt unangenehm auf der Haut – Mohair Wolle jedoch ist sehr weich. Wie weich genau, hängt vor allem vom Alter des Tieres ab. Grundsätzlich gilt, dass die Faser umso weicher ist (gemessen in der Einheit Mikron), je jünger das Tier ist. Man unterscheidet hierbei zwischen drei „Feinheitsklassen“:

1. Kid: Feinste Wolle von Jungtieren, die das erste Mal im Alter von sechs Monaten geschoren werden (24 bis 29 Mikron).

2. Young goat: Junge Tiere, die noch nicht ausgewachsen sind – ihre Wolle ist quasi die „Mittelklasse“, wenn es um die Feinheit geht (30 bis 33 Mikron).

3. Adult: Ausgewachsene Tiere, deren Wolle fester und dicker ist (34 bis 40 Mikron).

Abhängig vom Alter des Tieres und damit von der Feinheit der Fasern, wird Mohair Wolle für verschiedene Produkte genutzt (mehr dazu unter dem Punkt „Nutzung der Mohair Wolle“). Die Feinheit markiert jedoch nur den Anfang – Mohair Wolle hat viel mehr zu bieten als „nur“ weiche Fasern. Der Tragekomfort ist hoch, weil der edle Zwirn auch die folgenden Dinge mitbringt:

  • Mohairwolle absorbiert Feuchtigkeit in einer Höhe von bis zu 30 Prozent seines Eigengewichts – ohne, dass Sie merken, dass Ihr Kleidungsstück tatsächlich feucht ist.
  • Gleichzeitig ist das Material wasserabweisend.
  • Die Wolle wirkt im Winter wärmend und im Sommer kühlend.
  • Liegt ihr Mohair Wolle-Pullover zerknüllt im Schrank, ist er auch nach ein paar Stunden noch wie frisch gebügelt – vorausgesetzt die Webarbeit ist so gut wie der Stoff (hier gibt es durchaus große Unterschiede).
  • Die antibakterielle Wirkung, aufgrund des trockenen „Trageklimas“ macht Mohairwoll-Produkte ideal, um Pilzbildungen zu vermeiden. Für Socken (in Verbindung mit anderen Stoffen) also perfekt.

Herkunft der Mohair Wolle

Woher die Angoraziege (und damit auch die Mohairwolle) ursprünglich stammt, ist nicht genau bekannt – man vermutet jedoch, dass es Zentralasien sein könnte, genauer gesagt: Im Raum Ankara in der Türkei.

Schnell wurde klar, dass die Wolle etwas ganz Besonderes ist, weshalb der Export der Tiere von großen Erfolg gekrönt war – erst nach Südafrika, dann nach Kalifornien und im Jahr 1768 zum ersten Mal auch nach Deutschland.

Der Großteil der jährlich 15.000 Tonnen Mohairwolle, die es heute auf den Markt schafft, stammt aus Südafrika und nimmt mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens ein – der Grund dafür: Die Wetterbedingungen sind dort für die Angoraziege optimal, sodass die Mohairwolle aus dem südlichsten afrikanischen Land als die feinste der Welt gilt.

Nutzung der Mohairwolle

Sie haben es weiter oben bereits gelesen: Die Feinheit der Mohairwolle wird in drei Klassen eingeteilt. Je jünger die Angoraziege, desto weicher ist das Haar – was gleichzeitig auch die Nutzung der Mohair Wolle beeinflusst:

  • Dort, wo Mohairwolle direkt auf der Haut liegt, wird vor allem die Kid-Mohairwolle genutzt (also bei Kleidungsstücken beispielsweise).
  • Die starke und gröbere Mohair Wolle der erwachsenen Tiere wird vor allem bei Teppichen und Decken eingesetzt.

Oberbekleidung für den Alltag, Performance-Wear für verschiedene Sportarten, Socken, Kissen & Bettdecken und die erwähnten schweren Teppiche – Mohairwolle ist ein echter Allrounder, der an Exklusivität und Tragekomfort schwer zu überbieten ist.

Tierschutz

Der Tierschutz sollte bei hochwertigen Mohairprodukten stets im Vordergrund stehen.

Der Tierschutz ist ein wichtiges Anliegen auf EdlerZwirn.com – deshalb schauen wir gerne mehr als zwei Mal hin, wenn wir uns auf die Suche nach den exklusivsten Wollsorten dieser Erde machen.

Bei Mohair Wolle ist es vor allem das sogenannte „Mulesing“, das auch bei Merinoschafen eingesetzt wird, das eine echte Qual für die Angoraziegen ist.

Der Prozess des Mulesings beschreibt eine Maßnahme gegen die Bildung von Fliegenmaden – eigentlich eine gute Sache, die in der Ausführung mehr als fraglich ist: Hierbei wird ein Teil der Haut um den Schwanz ganz ohne Betäubung entfernt.

Alternative Methoden sind bisher nicht marktreif und vor allem unwirtschaftlich, wie die Hersteller der Mohairwolle meinen. Tierschutzorganisationen sehen das anders – Fakt ist, dass große Teile der weltweiten Angoraziegen durch das Mulesing „geschützt“ werden. Aus Sicht der Tiere eine absolut qualvolle Maßnahme. Versuchen Sie deshalb zu prüfenob das Mulesing auch bei den Produkten, die Sie sich aussuchen, eingesetzt wird – auch, wenn das nicht immer einfach ist. Die Tiere werden es Ihnen danken.

Angorawolle

Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Tierschutz

Über das Angorakaninchen

Das Angorakaninchen gehört gemeinsam mit Fuchs- und Zwergfuchskaninchen sowie Jamora zu den Langhaarrassen – charakteristisch ist dabei vor allem das Fell: Lange ständig nachwachsende Wolle bildet hier die Grundlage für die industrielle Weiterverarbeitung, wobei vor allem die Haarbüschel an den Ohren ein Markenzeichen des Angorakaninchens sind.

Viele Kaninchen weisen albinotische Züge auf, was vor allem am weißen Fell und den roten Augen zu erkennen ist. Andere Farben sind vor allem auf entsprechende Züchtungen zurückzuführen. Mit einem Gewicht von 3,5 Kilogramm bis hin zu 5 Kilogramm gehören die Tiere zu den mittelgroßen Rassen.

Je nachdem, wo die Tiere gezüchtet werden, entwickeln die Angorakaninchen eine spezielle Haarstruktur – in Frankreich oder in der Schweiz setzt man auf etwas gröbere Strukturen. In Deutschland oder Österreich sind die feinen (und damit die hochwertigsten) Angorafasern beliebt. Deutsche Zuchttiere geben rund 1.300 Gramm Wolle in durchschnittlich 25 Zentimeter langen Haaren ab.

Eigenschaften der Angora Wolle

Das Besondere an Angorawolle ist nicht nur der weiche und flauschige Touch, der bei jeder Berührung mit der Haut ein wohliges Gefühl erzeugt – viel mehr ist es die Beschaffenheit, die hier ausschlaggebend ist:

Angorawolle ist besonders flauschig und erzeugt ein wohliges Gefühl beim Tragen.

  • Angorafasern sind innen hohl.
  • Aufgrund des hohlen Körpers können Sie Wärme ideal speichern, weshalb der Einsatz bei Winterkleidung weit verbreitet ist.
  • Zusätzlich speichern Angorafasern Feuchtigkeit – und zwar in Höhe von bis zu 60 Prozent des Eigengewichts (was eine ganze Menge ist) und geben sie langsam wieder nach außen ab.

Vorsichtig sollten Träger von Angorawollprodukten vor allem direkt nach dem Kauf sein, denn: Angorawolle fusselt zu Beginn gerne, was sich nach kurzer Zeit jedoch legt. Für Babykleidung ist Angora Wolle deshalb nicht geeignet.

Bei der Züchtung und der Qualität der Angorafasern kommt es insbesondere auf die Beschaffenheit an, wobei die feinsten Fasern meist auch die hochwertigsten sind. Zusätzlich macht der schöne Glanz sowie die weiche und glatte Oberfläche Angorawolle zu einem Material, das herkömmliche „kratzige“ Wolle mit Leichtigkeit in den Schatten stellt.

Herkunft der Angorawolle

Ursprünglich stammt das Angorakaninchen aus der Türkei – genauer gesagt, aus der türkischen Provinz Angora bei Ankara. Das erklärt auch den Namen. Den Weg zu uns fanden Angorakaninchen dabei über England, wo sie vor 300 Jahren zum ersten Mal Erwähnung fanden. Seit dem ist viel passiert.

Mittlerweile findet man die süßen Tierchen, die früher auch unter dem Namen „Seidenhase“ oder „Kaschmir-Kaninchen“ bekannt waren, in immer mehr deutschen Zuchteinrichtungen, die sich auf die Gewinnung der exklusiven Wolle spezialisiert haben. Dennoch bleibt die Züchtung von Angorakaninchen ein Nischenmarkt.

Offizielle Zahlen des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e. V. zeigen, dass im Jahr 2013 nur rund 600 Zuchttiere gezählt wurden, die in den gerade einmal 167 Betrieben, die die kleinen Tiere halten, leben. Da wir gleichzeitig jedoch 1.852 Jungtiere (in 2014) zählen, scheint die Nachfrage ordentlich anzuziehen.

Nutzung der Angorawolle

Angorawolle soll eine heilende Wirkung bei Rheuma haben und wird daher häufig in Rücken- oder Lendenwärmern verwendet.

Angora Wolle ist – nach den Einbrüchen in den 50er und 60er Jahren – heute wieder mehr gefragt. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, woher der Zwirn stammt, um sicherzustellen, dass die Gewinnung den Tierschutz nicht außer Acht lässt (wie es beispielsweise in China der Fall ist; dazu mehr unter dem Punkt „Tierschutz“).

Die feinen Fasern werden dabei vor allem im Modehandel für Kleidungsstücke genutzt. Darunter Pullover, Strickjacken oder Schals. Da Angorawolle gleichzeitig eine heilende Wirkung (beispielsweise bei Rheuma) nachgesagt wird, kommt sie auch bei Gesundheitswäsche, wie Rücken- oder Lendenwärmern zum Einsatz. Auch Decken und Bettwäsche aus Angorawolle sind beliebt, weil der Zwirn aufgrund seiner wärmenden und feuchtigkeitsabsorbierenden Wirkung dafür absolut ideal ist.

Tierschutz

Edler Zwirn ist die Anlaufstelle für die exklusivsten Wollprodukte, die man für Geld kaufen kann. Allerdings spielt der Tierschutz bei der Produktion eine ganz entscheidende Rolle, denn: Immer häufiger kommen Schockbilder von Tierschutzorganisationen zum Vorschein, die nur schwer zu ertragen sind.

Kaufen Sie unter keinen Umständen Angorawollprodukte aus China. Dort haben Tiere keine Rechte!

Insbesondere bei der Gewinnung der Angorawolle ist das ein großes Problem. Vor allem China, das Land aus dem rund 90 Prozent des weltweiten Angorawollaufkommens stammt, zeigt Tag für Tag aufs Neue, dass Angorakaninchen scheinbar nur ein Rohstoff sind und nicht verdient haben, wie Lebewesen behandelt zu werden. Wer nach entsprechendem Video- oder Bildmaterial sucht, sollte gewarnt sein: Die Bilder sind wirklich nichts für schwache Nerven.

Genau aus diesem Grund, sollte man sehr darauf achten, dass Angorawollprodukte vorrangig aus Deutschland stammen, wo die Zucht alle Regeln des Tierschutzes einhält. Neben der richtigen Fütterung und Haltung, unterliegt vor allem die Gewinnung der Wolle besonderen Richtlinien, darunter die folgenden:

  • Die Wolle der Angorakaninchen wächst ständig nach.
  • Wichtig ist deshalb regelmäßiges Scheren – je nach Zuchtart ist das alle zwei Monate bis vier Mal im Jahr notwendig.
  • Das Scheren selbst erfolgt manuell oder mit einer Maschine.

Handwerkliches Fachwissen vorausgesetzt, ist das Scheren absolut schmerzlos – viel mehr noch: Regelmäßiges Scheren ist unbedingt notwendig, da die Haare nicht aufhören zu wachsen, sodass „zu viele“ Haare die Lebensqualität der Tiere beeinträchtigen.

Absolut Tabu ist das Herauszupfen oder sogar Herausreißen der Haare bei lebendigem Leib. Vor allem in China ist diese Praktik weitverbreitet und mit markerschütternden Schreien und Schmerzen der Angorakaninchen verbunden. In Deutschland und anderen Ländern, die den Regeln des Tierschutzes unterliegen, sieht man diese Vorgehensweise glücklicherweise nicht.

„Made in Germany“ ist also besonders bei Produkten aus Angorawolle ein Label, auf das Sie großen Wert legen sollten – und von Angorawolle aus China sollte jeder Leser großen Abstand nehmen.

Vikunjawolle

Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Tierschut

Über das Vikunja

Vikunjas gehören zur Familie der Kamele und werden aufgrund ihrer feinen Wolle sehr geschäzt.

Wie das Alpaka gehört auch das Vikunja zur Gattung der Vicugna und zur Familie der Kamele – auch, wenn es keinen Höcker hat. Mit einer Größe von rund 1,50 Meter und einem Gewicht von circa 50 Kilogramm ist es sehr filigran, flink und schnell.

Heute schätzt man die Tiere vor allem wegen ihrer hellbraunen Wolle, die weiterverarbeitet zu den edelsten Zwirnen der Welt gehört.

In einem aufwendigen Scherprozess werden die wild lebenden Tiere aus Nationalparks und weitläufigen Gehegen zusammengetrieben, um das feine Unterhaar vom Deckhaar zu trennen – pro Tier kommen bei dieser traditionellen Fangart, die die Einheimischen „Chacu“ nennen und alle zwei Jahre durchgeführt wird, jedoch gerade einmal 150 Gramm der Wolle zusammen.

Dabei ist der Ausschuss zusätzlich relativ hoch, sodass letztendlich nur wenige Unzen für die Weiterverarbeitung genutzt werden können.

Eigenschaften der Vikunjawolle

Um die Qualität von Wolle einzuschätzen, wird vor allem die Feinheit der Fasern herangezogen, die in Mikron gemessen wird. Ein Mikron entspricht dabei einem Tausendstel Millimeter. Im Fall der Vikunja Wolle reicht die Feinheit von zehn bis 13 Mikron – was der Vikunjawolle die Krone unter den Edelwollsorten einbringt. Kein Stoff ist feiner, weicher, seltener oder angenehmer auf der Haut. Vikunja Wolle ist Luxus pur.

Vikunjawolle wird zu feinsten Stoffen mit höchstem Tragekomfort verarbeitet.

Zusätzlich punktet die Wolle des Vikunjas mit weiteren Eigenschaften, die den Luxuscharakter nur noch stärker unterstreichen:

  • Sehr gute Wärmerückhaltung – die Vikunjas leben in den kargen und eiskalten Berglandschaften der Anden auf Höhen von bis zu 5.000 Metern. Dort ist es kalt und windig zugleich. Den Tieren macht das jedoch dank Ihres Fells nichts aus. Diese Eigenschaft weisen auch Kleidungsstücke aus Vikunjawolle auf.
  • Geringe Knitterneigung – um Falten in den Pullover aus Vikunja Wolle zu bekommen, müssen Sie ihn schon sehr stark zusammenknüllen und in der hintersten Ecke des Schrankes verstauen. Da das jedoch (nicht zuletzt aufgrund des hohen Preises) nicht der Fall sein wird, müssen Sie Ihre Stücke aus Vikunja Wolle nur selten bügeln.
  • Unverwechselbare Optik – Vikunja Wolle hat einen charakteristischen schimmernden Glanz, der auf den ersten Blick zeigt, dass es sich hier um ein ganz besonderes Material handelt.

Eingefärbt wird die feine Vikunja Wolle übrigens nicht, da die Fasern relativ empfindlich sind – alle Produkte, die aus ihr gefertigt werden, verbleiben daher im typisch hellbraunen Farbton.

Herkunft der Vikunjawolle

Vikunjas leben in den Anden auf rund 5.000 Metern Höhe.

Der natürliche Lebensraum der Vikunjas sind die Anden in Peru, Argentinien, Bolivien, Chile sowie Ecuador – auf Höhen von rund 5.000 Metern fühlen sich die Tiere besonders wohl. Aktuell wird der Bestand auf rund 270.000 Tiere geschätzt.

Das war jedoch nicht immer so: In den 60er Jahren waren die Vikunjas fast ausgerottet, weshalb Sie 1975 in den Anhang des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES – Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) aufgenommen und damit geschützt wurden. Der Handel unterliegt seitdem strengen Regulierungen.

Aufgrund des Schutzes der Tiere kommt der Großteil der heute verwendeten Vikunja Wolle weiterhin aus den Ursprungsländern der Tiere, die allesamt wild leben.

Nutzung der Vikunja Wolle

Vikunja Wolle wird für Kleidung wie Mäntel, Pullover, Socken oder Schals verwendet.

Vikunja ist die feinste Wolle der Welt und wird deshalb vor allem im hochpreisigen Luxussegment verwendet. Zu den beliebtesten Produkten gehören Kleidungsstücke, wie PulloverSockenSchals oder Mäntel.

Der hohe Tragekomfort und die vielen anderen positiven Eigenschaften machen Erzeugnisse aus Vikunjawolle trotz des hohen Preises sehr beliebt. Die Nachfrage ebbt nicht ab, sodass immer feinere und edlere Produkte von Südamerika aus zu uns kommen.

Tierschutz

Aufgrund der Aufnahme in das Washingtoner Artenschutzgesetz wird der Tierschutz bei den Vikunjas großgeschrieben – domestizierte Herden gibt es nicht, alle Tiere leben in freier Wildbahn.

Während andere Tiere, die edle Wolle liefern, jährlich oder mehrere Male im Jahr geschoren werden, werden die Vikunjas nur alle zwei Jahre eingefangen, um die wertvolle Wolle zu gewinnen. Der Scherprozess ist mit gemischten Gefühlen zu betrachten: Grundsätzlich ist das Scheren schmerzlos, wenn die Maschine richtig eingesetzt wird.

Da die Indios, die für das Scheren verantwortlich sind, diesen traditionellen Akt bereits seit Jahrhunderten durchführen, sind sie sehr geschickt und verzichten gleichzeitig auf die Nutzung einer Streckbank, um die Tiere zu fixieren (was bei vielen anderen Wollsorten nicht der Fall ist).

Im gleichen Zug werden die Vikunjas durch Tierärzte untersucht und geimpft, um den Fortbestand zu sichern und noch weiter zu vergrößern – schließlich lebten zu Zeiten der Indios rund 1,5 Millionen Vikunjas in den Anden. Von diesen Zahlen ist man heute zwar noch weit entfernt, der Trend geht jedoch in die richtige Richtung.

Einen wichtigen Tipp haben wir dennoch für Sie: Werfen Sie beim Kauf einen Blick auf das Etikett. Dort sollten Sie den Vermerk „legally sheared“ finden, der kennzeichnet, dass die Vikunjawolle aus kontrollierten Projekten stammt. Ist das nicht der Fall, machen Sie lieber einen großen Bogen um das Produkt.

Yakwolle

Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Tierschutz

Nutzung der Yakwolle

Das gröbere Deckfell wird gerne für hochwertige Decken eingesetzt. Die feine Unterwolle für Jacken, Ponchos oder Pullover.

Bei der Weiterverarbeitung von Yak Wolle muss zwischen der groben und der feinen Wolle unterschieden werden:

  • Das grobe Deckfell wird für die Produktion schwerer Decken, Seile und Zelte genutzt
  • Die feine Unterwolle wiederum wird im Luxus Bereich für Oberbekleidung genutzt – aus ihr entstehen Pullover, Jacken oder Ponchos. Aufgrund der wärmenden Wirkung der Fasern ist der Einsatz auch in Bettdecken, Wolldecken, Naturhaardecken und Kissen verbreitet

In Europa sind es vor allem die Produkte aus der feinen Unterwolle, die besonders begehrt sind – aufgrund des aufwendigen Gewinnungsprozesses sind sie zwar nicht günstig, dafür jedoch mehr als hochwertig.

Eigenschaften der Yakwolle

Damit eine Wollsorte zu den Edelwollen zählt, muss sie bestimmte Eigenschaften mitbringen – die wichtigste davon: feine Fasern, die besonders filigran sind und unschönes Kratzen auf der Haut vermeiden. Bei der Yak Wolle sind die Fasern mit 16 bis 18 Mikron äußerst fein. Besonders das Unterhaar der Jungtiere steht für maximale Qualität.

Mit Yak Mongolia können Sie Außergewöhnliches, Natürliches und ganz besonders Edles stricken.

Grundsätzlich unterscheiden Hersteller zwischen verschiedenen Qualitätsstufen, wie „Super Yak“ oder „Baby Yak“. Dabei gilt: Je feiner die Faser, desto hochwertiger ist die Wolle.

Baby-Yakwolle zählt zu den feinsten Fasern der Welt.

Neben dem angenehm weichen Tragekomfort, bringt Yak Wolle zahlreiche weitere Vorteile mit, die sie zu einem echten Verkaufsschlager machen:

  • Sie wärmt selbst bei Temperaturen weit unter Null.
  • Sie kann mehr als 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen – wird das Kleidungsstück feucht, merkt der Träger erst etwas davon, wenn es sich wirklich vollgesaugt hat.
  • Obwohl Yak Wolle sehr robust ist, ist sie dennoch sehr leicht. Ein zusätzliches Plus für Kleidung, die aus dem edlen Zwirn hergestellt wird.

Vorsicht sollten Sie vor allem bei der Pflege Ihrer Yakwolle-Produkte walten lassen, denn vor allem „falsches Waschen“ kann der Wolle zusetzen.

Herkunft der Yak Wolle

Yakwolle ist extrem fein. Das Unterhaar steht für maximale Qualität.

Pro Jahr gewinnen die Yak-Hirten über den aufwendigen Kämm- und Scherprozess weltweit rund 1.000 Tonnen Yak Wolle. Die Hälfte davon stammt aus der Provinz Qinghai in China – genauer: im Nordosten des tibetischen Hochlands.

Auch in Deutschland und Österreich stimmen die Bedingungen für die Zucht und Domestizierung der Tiere. Rund 15 Zuchtbetriebe gibt es bereits, allerdings stehen hier das Fleisch und die Milch im Vordergrund.

Die Wolle ist ebenso wie das Leder nur ein Nebenprodukt. Die feine Wolle, die für die Produktion hochwertiger Bekleidungsstücke und Wohnaccessoires genutzt wird, stammt häufig aus China, Nepal oder der Mongolei.

Über das Yak

Das Yak Rind ist beheimatet im Himalaja, der Mongolei und Süd-Sibirien.

Das Yak ist eine Rinderart und eine von insgesamt fünf Rassen, die mittlerweile domestiziert wurden. Beheimatet im Himalaja, der Mongolei und Süd-Sibirien ist das Tier auf extreme (vor allem kalte) Witterungsbedingungen eingestellt – das wird vor allem am zotteligen Winterkleid deutlich, das weltweit einzigartig ist:

  • Das Fell der Yaks ist mehrschichtig.
  • Die erste Schicht direkt auf der Haut nennt sich Feinwolle – sie wird vorrangig für edle Woll-Erzeugnisse genutzt.
  • Die zweite Schicht besteht aus gröberer Übergangswolle.
  • Die dritte Schicht ganz außen beschreibt das feste Deckhaar.

Die drei Schichten machen das Yak gegen die extreme Kälte unempfindlich. Farblich reicht die Palette des Fells von hellem Grau über dunkles Braun bis zu tiefem Schwarz, wobei Rückenfell und Haare um das Maul herum meist heller sind. Besonders selten sind die weißen Yaks – aus ihrer Feinwolle entstehen die teuersten Yakwolle-Produkte, da sie sich am besten färben lassen. Pro Tier gewinnen die Hirten bis zu 500 Gramm der wertvollen feinen Yak Wolle.

Neben dem charakteristischen Fell ist es vor allem der breite bullige Körperbau, der hervorsticht. Mit einer Länge von mehr als drei Metern, einer Schulterhöhe von rund zwei Metern und einem Gewicht von über einer Tonne sind die Yakbullen eine Erscheinung, die mehr als beeindruckend ist.

In Gruppen von bis zu 200 Tieren und auf Höhen von bis zu 6.000 Metern leben die Tiere während ihres Lebens zusammen. Mittlerweile zählt man rund 13 Millionen Yaks in domestizierten Herden, während wilde Yaks sehr selten geworden sind und seit 1996 zu den bedrohten Tierarten gehören.

Tierschutz

Yak Rinder sind Herdentiere – eine artgerechte Haltung ist unbedingt notwendig.

Auch, wenn Yaks äußerst große, starke und robuste Tiere sind, bedeutet das natürlich nicht, dass der Tierschutz hier keine Rolle spielt – im Gegenteil: Da sie in domestizierten Herden für Wolle, Fleisch und Milch gehalten werden, muss eine artgerechte Haltung sichergestellt sein, um die Lebensqualität der Yaks und die Qualität der Produkte zu maximieren.

In puncto Wollgewinnung sind zwei Teilschritte zu betrachten: Im ersten Schritt werden die feinen Unterhaare sorgsam und mit viel Geduld ausgekämmt. Dieser Prozess ist fast schon angenehm für die Tiere und dient dazu, sie vor einer zu frühen Schur zu schützen. Bis hierhin wird dem Yak also nur gutes getan.

Im zweiten Schritt werden die Yaks jedoch geschoren – hier kann falsches Handwerkgeschick oder „grobes“ Vorgehen durchaus ein Problem sein. Es lohnt sich also, zwei Mal hinzuschauen, bevor Sie vorschnell bei besonders günstigen Angeboten zugreifen.

Ähnliches gilt auch für die Haltung der Tiere, die nicht ganz problemlos ist. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz hat genau zu diesem Thema ein Merkblatt (Nr. 103): verfasst, dass sich mit der artgerechten Haltung der Yaks befasst. Richtige Ernährung und Haltung (auf der Weide und im Stall), Kontrollen und Umgang mit Krankheiten – all diese Dinge sind wichtig, um den Yaks das Leben zu bieten, dass die schönen Tiere verdient haben. Der Profit mit der Yakwolle rückt hierbei erst einmal komplett in den Hintergrund.

Guanakowolle

Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Tierschutz

Über das Guanako

Mit dem Begriff Guanako (auch Guanco) können wahrscheinlich nur wenige Leser etwas anfangen. Hierbei handelt es sich um ein Tier, das zur Familie der Kamele zählt und dem Lama sehr ähnlich ist (das Lama stammt vom Guanaco ab). Charakteristisch ist:

  • Der fehlende Höker.
  • Eine Länge zwischen 1,20 Meter und 2,10 Meter.
  • Das stattliche Gewicht von rund 120 Kilogramm.
  • Die runden großen Augen.

Begehrt sind die Guanakos jedoch vor allem aufgrund des weichen & dichten Fells, das vor allem in rotbraunen Farbtönen wächst und das Tier vor den kalten Wintern in seiner Heimat entlang der Anden (besonders Patagonien) schützt. Diese hochwertigen Fasern sind besonders im Luxussegment sehr beliebt – pro Tier gewinnen entsprechende Hersteller rund 400 Gramm Guanakowolle pro Jahr.

Der Lebensraum der Guanakos verlangt den Tieren viel ab, weshalb sie nicht nur schnell und flink sind (um ihrem größten Feind, dem Puma, zu entkommen), sondern auch exzellent schwimmen können. Sie leben fast ausschließlich in freier Wildbahn und in Gruppen von zehn bis zwanzig Tieren in Höhen von bis zu 5.000 Metern – ähnlich wie dem Lama, macht die dünne Luft den Guanacos jedoch nicht zu schaffen.

Eigenschaften der Guanako Wolle

Als Guanakowolle wird ausschließlich das feine Unterhaar bezeichnet. Das grobe Oberhaar wird für die Fertigung von entsprechenden Produkten nicht genutzt, da es sehr viel dicker und weniger angenehm auf der Haut ist.

Wie fein und selten das wertvolle Material ist, zeigt ein Blick auf die Faserdicke, die in Mikron gemessen wird – je feiner das Haar, desto weicher und hochwertiger ist es. Die Feinheit der Guanakowolle liegt dabei zwischen 10 und 20 Mikron.

Diese Werte sind in der Welt der Wolle fast unübertroffen. Hinzu kommen weitere positive Eigenschaften, die der Guanako Wolle einen Platz unter den besten und edelsten Zwirnen dieser Welt einbringt:

  • Stark wärmende Wirkung (das macht die Tiere gegen das eiskalte Winterklima quasi immun).
  • Stark feuchtigkeitsabsorbierende Wirkung.
  • Kein Kratzen auf der Haut, dank der feinen Beschaffenheit der einzelnen Haare.

Vom modischen Standpunkt aus punktet Guanakowolle vor allem mit der schönen Farbe. Die meisten Guanakos besitzen ein rot-braunes Fell, wobei Abweichungen in kräftiges Rot, zartes weiß-rosa oder Kupferfarben ebenso möglich sind.

Herkunft der Guanako Wolle

Das feine Fell der Guanacos war bereits bei den Ureinwohnern der Anden beliebt, die das Fell und Leder zum Bau der Zelte und das Fleisch als Nahrungsquelle nutzen. Gleiches galt für die ersten spanischen Eroberer, die jedoch der bis dato größte Feind der Guanacos wurden. Lebten zu diesem Zeitpunkt noch rund 40 Millionen Guanakos in Südamerika, wurde die Gier nach Leder und Fleisch den Tieren schnell zum Verhängnis: Guanakos wurden fast ausgerottet.

Durch aufwendige Schutzmaßnahmen und strenge Regulierungen beim Handel mit den Tieren und der Wolle, stieg der Bestand wieder auf aktuell rund 500.000 Tiere an – im Vergleich zu den früheren 40 Millionen ist das jedoch immer noch sehr wenig.

Diese Regulierungsmaßnahmen betreffen auch die Zucht der Guanakos. Produkte aus deren Wolle werden heute nur selten außerhalb von Südamerika produziert – ist das doch der Fall, spiegelt der außerordentlich hohe Preis wieder, wie aufwendig der Prozess tatsächlich ist.

Das macht auch deutlich: Der Markt für Guanako Wolle ist relativ klein (zumindest im Vergleich mit anderer Wolle, wie Alpaka oder Angora). Meist sind es Kunden, die den Hintergrund der edlen Faser kennen und bereit sind, die hohen Preise für entsprechende Produkte zu bezahlen.

Nutzung der Guanakowolle

Guanako Wolle gehört zu den hochwertigsten Garnen dieser Welt – vielleicht fast schon zu hochwertig, da Produkte aus diesen Fasern sehr selten und fast nur in exklusiven Boutiquen und bei spezialisierten Händlern zu finden sind.

Wer solch einen Shop entdeckt, darf sich dafür jedoch auf Gewebe und Maschinenwaren, Accessoires, Pullover und Decken freuen, die an Wert und Qualität fast nicht zu übertreffen sind.

Tierschutz

In puncto Tierschutz ist die Gewinnung von Guanakowolle ein wenig anders zu betrachten, als es bei anderen Wollarten notwendig ist. Der Grund dafür ist einfach: Guanacos leben fast ausschließlich in freier Wildbahn – domestizierte Tiere gibt es nur in Einzelfällen im Rahmen einer Alpakaherde.

Grund dafür sind die strengen Regulierungen, die dazu beitragen sollen, den weltweiten Bestand des vom Aussterben bedrohten Tiers wieder zu vergrößern. Auch deshalb ist das unter Artenschutz stehende Guanako im Anhang II der CITES (= Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) aufgelistet, was den Handel mit den Tieren nur unter bestimmten Umständen zulässt. Dazu gehören:

  • Nachweis, das der Handel dem Bestand der Tiere nicht schadet.
  • Vorliegen einer Ein- und Ausfuhrgenehmigung.

Wer sich dafür interessiert Guanacos zu züchten, sollte dabei die Regeln beachten, die auch für die Haltung von Alpakas gelten – dazu gehören ausreichend große Gehege, regelmäßige Gesundheitskontrollen, das richtige Futter und natürlich die Fellpflege. Allerdings ist es Hobbyzüchtern aufgrund der strengen Regulierungen unmöglich, diesen Wunsch tatsächlich in die Tat umzusetzen. Bedenkt man, wie empfindlich die wildlebenden Tiere sind, ist das aber auch gut so.

So bleiben die Tiere geschützt und können in ihrer natürlichen Umgebung (geschützt durch das Washingtoner Artenschutzgesetz) wachsen und gedeihen, um vielleicht wieder zu alter Herdenstärke zurückzufinden.

Qiviut Wolle

Herkunft, Eigenschaften, Nutzung, Tierschutz

Über den Moschusochsen

Schon der erste Blick auf die stattlichen Moschusochsen zeigt: Neben dem bulligen Körperbau und den Hörnern ist es vor allem das lange weiche Fell, das die Faszination an ihnen ausmacht.

Der Moschusochse liebt das kalte Wetter (das ihm dank seines Fells nur wenig ausmacht) und kommt deshalb vor allem in Grönland, Kanada und Alaska vor – Feuchtigkeit ist jedoch ein Feind der Tiere. Auch ein Grund, warum sie vor allem in den Jahreszeiten, in denen es häufiger regnet, in Herden von bis zu 100 Tieren zusammenstehen, um der nassen Kälte zu trotzen.

Mit einer Höhe von rund 1,50 Meter und einer Länge von 2,50 sind die Bullen etwas größer als die weiblichen Tiere. Rund 2,5 Kilogramm der begehrten Qiviut Wolle in den Farben mittel- bis dunkelbraun geben die Moschusochsen pro Jahr ab (das Einfärben der Wolle ist für die spätere Produktion natürlich möglich).

Die Gewinnung der Wolle ist dabei ein sehr aufwendiger Prozess, denn die Tiere werden nicht geschoren, sondern mühsam gekämmt, um das Unterfell vom groben Grannenhaar zu trennen. Die Mühe lohnt sich jedoch, denn: Qiviutwolle gehört zu den edelsten Wollsorten der Welt.

Eigenschaften der Qiviut Wolle

Das wertvolle Unterfell der Moschusochsen wird zur edlen Qiviutwolle weiterverarbeitet, die ihren Namen den Inuit zu verdanken hat. Die große Nachfrage nach dem Stoff ist vor allem auf die vielen positiven Eigenschaften zurückzuführen – insbesondere die Feinheit der Fasern, die in Mikron gemessen wird, ist hier hervorzuheben. Mit zehn bis 20 Mikron (1.000 Mikron = 1 Millimeter) gehört sie zu den feinsten tierischen Wollarten der Welt und damit zur absoluten Elite. Das führt zu einem besonders schönen Hautgefühl und maximiert den Tragekomfort.

Zusätzlich zum weichen Gefühl auf der Haut, hat die Qiviutwolle natürlich auch „funktionelle“ Vorteile, darunter beispielsweise die folgenden:

  • Qiviutwolle wärmt und ist damit perfekt für den kalten Winter (rund 8x wärmer als Schafwolle).
  • Sie ist äußerst leicht und damit angenehm zu tragen.
  • Qiviut Wolle ist geruchsabweisend – nach dem Tragen kurz aufhängen und das Kleidungsstück ist wieder wie neu. Selbst dann, wenn es feucht geworden ist.
  • Kleidung aus Qiviutwolle läuft nicht ein und ist sehr pflegeleicht.
  • Qiviutwolle ist allergikergeeignet, da sie nur einen sehr geringen Fettanteil von rund 2 Prozent besitzt (rund 5x weniger als Schafwolle). Bakterien und andere schädliche Organismen haben hier keine Chance.

All das in Kombination macht die Qiviutwolle der Moschusochsen zu einem begehrten Handelsprodukt, das sowohl am Zuchtort der Ochsen, als auch in Deutschland (meist in kleineren Webereien) weiterverarbeitet wird.

Herkunft der Qiviutwolle

Der Ursprung der Moschusochsen liegt in der kalten Tundra Grönlands, Alaskas und Kanadas. Mittlerweile leben weitere domestizierte Herden in Nordsibirien, Norwegen und Schweden. Insgesamt zählt man offiziell knapp 4.000 Tiere, was nicht wirklich viel ist. Grund dafür: Um das 20. Jahrhundert herum wurden die Moschusochsen in Alaska fast komplett ausgerottet, sodass es nun wieder Zeit braucht, um den Bestand nachhaltig wieder aufzubauen.

In Deutschland findet man keine Moschusochsen – Grund dafür ist das unpassende Klima: Moschusochsen mögen es kalt und möglichst trocken. Vor allem die hohe Niederschlagsrate ist hierzulande ein Problem. In Kanada, Grönland oder Alaska sind die Bedingungen jedoch ideal, weshalb auch heute der Großteil der Qiviut Wolle von dort stammt.

Nutzung der Qiviut Wolle

Die Kombination aus extrem wärmender Wirkung und Leichtigkeit des Stoffs, zeigt direkt wohin der Weg der Qiviutwolle vom Moschusochsen geht: Aus ihr wird vor allem Winterkleidung für die besonders kalten Regionen dieser Erde gefertigt.

Pullover, Schals, Mützen, Socken: Alles, was besonders warm halten soll, wird aus Qiviutwolle gefertigt. Dabei sind die Produkte nicht nur in den Herkunftsländern der Moschusochsen beliebt, sondern auf der ganzen Welt. Einzige Voraussetzung für den Kauf: Das nötige Kleingeld, denn Qiviutwolle ist äußerst selten und damit teuer.

Tierschutz

Aus Tierschutz Perspektive ist gegen Qiviutwolle meist nichts einzuwänden.

Grundsätzlich ist die Gewinnung der Qiviutwolle sehr schonend für die Moschusochsen, denn: Hier wird nicht unter Zwang geschoren, sondern angenehm ausgekämmt.

Einer der vielen Gründe, warum Qiviut Wolle so teuer ist. Es dauert lange bis alle Teile des Unterfells durchgekämmt und das Grannenhaar von ihr getrennt wurde – einmal pro Jahr ist dieser Prozess notwendig, um rund 2,5 Kilogramm der Qiviutwolle zu sammeln.

Der Verlust der Wolle macht den Moschusochsen nichts aus. Gleichzeitig ist es vor allem die Tatsache, dass das Auskämmen und die Verarbeitung der Qiviut Wolle von der Inuit-Gesellschaft Oomingmak vorgenommen werden, die ein gutes Gefühl gibt: Im Einklang mit Tier und Natur zu leben ist eines der wichtigsten Dinge im Leben der Ureinwohner Alaskas – auch heute noch.

Zusätzlich sind die domestizierten Herden, die in Grönland, Kanada oder Alaska leben, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, wenn es um die Population der Tiere geht: Nur mühsam steigen die Zahlen, was eben auch im Interesse der Qiviut Wolle zu begründen ist.

Vorausgesetzt, die Haltungsbedingungen sind korrekt (viel Auslauf, optimale Wetterbedingungen, ausreichend pflanzliches Futter), ist aus Tierschutz-Sicht nur wenig gegen die Gewinnung der Qiviutwolle einzuwenden.

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