Rund um Cannabis als Medizin

Cannabis und Cannabinoide als Arzneimittel

Die pharmakologischen Wirkungen von Hanf sind erst in jüngster Zeit in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt. Verantwortlich für die Wirkungen sind Inhaltsstoffe, die als Cannabinoide bezeichnet werden; allen voran d9-Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol.

Studien weisen auf ein mögliches arzneiliches Potential von medizinischem Hanf bei gewissen Krebsformen. Die medizinische Anwendung von Cannabis und Cannabinoiden wird derzeit intensiv erforscht.

Die Verschreibungsfähigkeit von Hanfblüten und Hanfextrakten ist national unterschiedlich geregelt.

Das Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel der UN verlangt im Artikel 28 eine nationale Behörde, die die Verwendung reguliert und kontrolliert. Erstes europäisches Land, das eine solche Regelung traf, waren die Niederlande, wo seit 2001 medizinisches Cannabis Patienten verschrieben werden kann. Schon vorher war die Selbstversorgung über halblegale Coffeeshops geduldet worden, die einige Patienten weiterhin dem neuen verschriebenen medizinischen Cannabis vorzogen.

In Deutschland ist Cannabis seit dem 10. März 2017 ein verkehrs- und verschreibungsfähiges Arzneimittel, das theoretisch von jedem Arzt verschrieben werden kann, wenn dieser den Einsatz als sinnvoll erachtet.

In Österreich sind Zubereitungen aus Cannabisextrakten gemäß § 14 Zif. 3 Suchtgiftverordnung verschreibbar.

Inzwischen sind in den meisten anderen europäischen Ländern Cannabis-Präparate wie Nabiximols erlaubt, in den meisten auch andere Präparate wie Epidiolex.

In vielen Ländern der Europäischen Union, zum Beispiel seit 2018 Portugal, Dänemark, Polen, Frankreich, Großbritannien, wurden nationale Programme für verschreibungspflichtiges medizinisches Cannabis aufgelegt; eine einheitliche Reglung in der EU existiert bisher aber nicht.

2019 folgte die Schweiz mit einer nationalen Regelung. Außerhalb Europas existieren vergleichbare Regelungen so in Israel und in Australien schon seit 2016. Stand 2018, hatten aber nur vier Länder, Deutschland, Kanada, Israel und die Niederlande, Cannabis auch als Kraut für den medizinischen Gebrauch freigegeben. Kompliziert ist die Sachlage in den USA, wo es je nach Bundesstaat viele abweichende Regelungen gibt.

Als Medizinalhanf kommen viele Züchtungen zur Verwendung. Kulturhanf wird nur selten, in weitgehend naturbelassener Form, als Hanföl und ätherisches Hanföl eingesetzt. Häufiger dient er als Grundstoff zur Gewinnung zugelassener Arzneimittel wie beispielsweise Dronabinol, da Nutzhanf nur pharmakologisch unwirksame THC-Gehalte von unter 1% aufweist.

Nicht jeder erhält sofort auf Rezept Cannabis als Medizin. Grund sind die noch recht seltenen Fachkräfte, die Ärzte und Ärztinnen.

Leider bilden sich noch viel zu wenige Ärzte und Ärztinnen weiter, was die Versorgung von Patienten mit Cannabis als Medizin angeht.

Ein reges Interesse an Fortbildungsmaßnahmen zeigt, dass sich immer mehr Ärzte und Ärztinnen sich für das Thema Cannabis als Medizin interessieren.

Ebenso eine große Hürde sind die die sehr hohen Kosten, die Patienten aufbringen müssten, wen die Krankenkasse keine Unterstützung gibt.
Aber woher kommt das Geld dafür, es fällt nicht von Himmel.

Wer entscheidet ob mir Cannabis als Medizin hilft?

Grundsätzlich liegt die Entscheidung beim behandelnden Arzt. Diverse Gerichtsurteile zeigen die Entscheidungshoheit beim Arzt.

Die Regelung für Cannabis als Medizin, bezahlt durch die Krankenkassen, ist nicht so leicht wie es einem scheint.

Der Arzt kann dir ein Rezept ausstellen, die Entscheidung ob die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden liegt zum einen beim GBA – Gemeinsamer Bundesausschuss, zum anderen beim MDK – Medizinischen Dienst der Krankenkassen.

Der MDK stellt sich sehr oft gegen die Entscheidung des Arztes. Es ist eine große Hürde, diese nahezu Behinderung des Gesetzes zu überwinden, aber wie oben erwähnt, gibt es immer mehr Gerichtsprozesse gegen den MDK, die die Entscheidungshoheit beim Arzt sehen.

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