Rund um Menschenrechte Weltweit

Was sind Menschenrechte?

Menschenrechte sind Rechte, die jedem Menschen qua „Menschsein“ zustehen. Sie sind mit dem Anspruch verbunden, für alle Menschen gleichermaßen und weltweit zu gelten. Die verschiedenen Menschenrechte bedingen sich dabei wechselseitig und bilden eine Einheit. In ihrer Gesamtheit zielen sie darauf ab, die Würde und die Freiheit der Menschen zu schützen.

Angesiedelt zwischen Moral, Politik und Recht, sind Menschenrechte komplexe Rechte. vom Menschen gemachte und somit veränderliche Rechte – die in der modernen Staatenwelt in internationalen Abkommen sowie im Idealfall in Grundrechtskatalogen nationaler Verfassungen verankert sind.

Wer hat Menschenrechte inne?

Im Mittelpunkt der Menschenrechte steht das «autonome Individuum», das es zu schützen gilt. Selbst wenn spezielle Menschenrechtsabkommen auf Personengruppen, etwa auf Frauen und Kinder, bezogen sind, stellen diese Rechte doch individuelle Menschenrechte dar, die den einzelnen Frauen und Kindern zustehen.

Wie haben sich die Menschenrechte entwickelt?

Menschenrechte lassen sich philosophisch begründen und stellen als solche grundlegende moralische Rechte dar. Jahrhundert kam es zu internationalen Vereinbarungen zum Schutz der Menschenrechte. Sie ist dem Ziel verpflichtet, die Achtung der Menschenrechte zu fördern und zu festigen. Diesem Ziel dienen allen voran die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 sowie der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte und der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von 1966, die 1977 in Kraft traten.

Zugleich wirkte die Entwicklung des internationalen Menschenrechtsschutzes auf die nationale Ebene zurück. Vor allem jüngere Verfassungen umfassen ein breites Spektrum an Grund- und Menschenrechten. Dynamisch entwickelte sich in den vergangenen Jahren auch das internationale Strafrecht, das durch die Gründung des Internationalen Strafgerichtshofes erheblich an Bedeutung gewann und Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen ahndet.

Welche Menschenrechte gibt es?

Gemeinhin werden drei «Generationen» von Menschenrechten unterschieden. Rechte der ersten «Generation» bezeichnen die klassischen bürgerlichen und politischen Freiheits- und Beteiligungsrechte. Die nationalen und internationalen Schutzsysteme für bürgerlich-politische Rechte sind bislang am stärksten ausgebaut. Rechte der zweiten «Generation» umfassen die lange Zeit vernachlässigten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte, wie die Rechte auf und in Arbeit, auf soziale Sicherheit, Ernährung, Wohnen, Wasser, Gesundheit und Bildung.

Rechte der dritten «Generation» sind jüngeren Datums und bezeichnen allgemeine, noch kaum in Vertragswerken konkretisierte Rechte wie etwa die Rechte auf Entwicklung, Frieden oder saubere Umwelt.

Wen verpflichten Menschenrechte?

Staaten tragen die Hauptverantwortung für die Umsetzung der Menschenrechte. Staatliche Organe , die vielerorts für Menschenrechtsverbrechen verantwortlich sind, dürfen demnach die Menschenrechte nicht selbst verletzen . Zugleich haben sie gesetzgeberische Maßnahmen zu ergreifen, um die Menschenrechte vor Eingriffe durch Dritte zu schützen und um die Ausübung der Menschenrechte durch positive Leistungen zu ermöglichen . Die drei Verpflichtungsdimensionen beziehen sich prinzipiell auf alle Menschenrechte.

Zugleich gibt es Bemühungen, internationale Organisationen, private Akteure und allen voran Wirtschaftsunternehmen, direkt auf die Achtung der Menschenrechte zu verpflichten. Der bisherige völkerrechtliche Fokus auf den staatlichen Menschenrechtsschutz droht vor allem dort ins Leere zu laufen, wo Staaten zu schwach sind, um die Menschenrechte effektiv zu schützen.

Wie werden Menschenrechte überwacht?

Die internationale Staatengemeinschaft erwies sich bisher nicht als willens oder fähig, den universellen Menschenrechtschutz mit effektiven Durchsetzungsmechanismen auszustatten. Da der internationale Menschenrechtsschutz nur «subsidiär» ausgestaltet ist, kommt nach wie vor dem nationalen Schutz der Menschenrechte die zentrale Bedeutung zu. Eine demokratische, rechtsstaatliche Verfassungspraxis, gepaart mit einer lebendigen Zivilgesellschaft, ist ein wichtiger Garant für die Überwachung und Einhaltung der Menschenrechte in den jeweiligen Ländern.

Können Menschenrechte eingeschränkt werden?

Zulässige Eingriffszwecke können in einer demokratischen Gesellschaft die Aufrechterhaltung der nationalen Sicherheit und der öffentlichen Ordnung, die Verhinderung strafbarer Handlungen sowie der Schutz der Gesundheit oder der Rechte und Freiheiten anderer sein. Menschenrechten entscheiden in Zweifels- oder Streitfällen entsprechende Gerichte, in der Bundesrepublik etwa das Bundesverfassungsgericht oder der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. In ausgesprochenen Notlagen, allen voran im Krieg, kann der Staat zudem auf Grundlage entsprechender «Derogations- oder Notstandsklauseln» in Menschenrechtsabkommen Maßnahmen treffen, die von Menschenrechten abweichen.

https://de.statista.com/themen/5632/menschenrechte-und-grundrechte/#dossierKeyfigures