Schadstoffproduktion durch Konsum

Elektroabfall

Immer mehr Elektroschrott plagen täglich unsere Recyclinghöfe und treiben die Arbeit der Leute ins unermessliche.

Tonnenweise Elektroschrott stapeln sich auf den Werkstoffhöfen, doch es steckt mehr dahinter als nur das blosse Wegwerfen.

Trennen, Zerlegen,Sortieren

Wer schon einmal auf einen Werkstoff Hof gewesen ist weiss wie riesig diese Gelände sein können. LKW voll geladen mit Tonnen von Elekroschrott fahren auf den Werkstoffhöfen ein und aus.

Tonnen von defekten Elektrogeräten sammeln sich hier.

Doch das ist nicht alles das ganze muss auf einem Laufband von Menschen begutachtet werden und nach bestimmten kriterien Sortiert werden.

Zwischen hunderten von unzähligen Teilen können sich auch gefahren Stoffe wie Batterien und andere gefährliche Metalle oder Flüssigkeiten verbergen, die für den Menschen und die Natur schädlich wäre.

So gefährlich ist die falsche Entsorgung von Elektroschrott

Die Deutschen entsorgen einen Großteil ihres Elektroschrotts nicht ordnungsgemäß. Das wird zunehmend zum Problem, denn viele alte Geräte enthalten gefährliche Substanzen. Mittlerweile häufen sich sogar Wohnungsbrände.

Gerhard Jokic hat Angst um seine Mitarbeiter. „Erst kürzlich mussten wieder drei Kollegen ins Krankenhaus“, berichtet der Geschäftsführer von Remondis Elektrorecycling. Zuvor hatte es auf einem Werksgelände des Unternehmens im westfälischen Lünen gebrannt und das Trio dabei eine Rauchvergiftung erlitten.

Das war nicht der erste und einzige Vorfall. Auch an anderen Firmenstandorten gab es in den vergangenen Monaten erhebliche Feuerschäden. „Brände sind mittlerweile an der Tagesordnung“, berichtet Jokic aus dem Arbeitsalltag seiner Spezialfirma, die Elektroschrott sortiert und aufbereitet. Der Grund: falsch entsorgte Altgeräte.

Jokic schlägt daher Alarm. „Die Risiken sind langsam nicht mehr handlebar“, warnt der Manager. Für Leib und Leben, aber auch finanziell. Denn zur Sorge um die Belegschaft kommen alleine in seinem Unternehmen Sachschäden in Höhe von mittlerweile 20 bis 25 Millionen Euro, wie Jokic schätzt. „Wir finden deswegen keinen Versicherer mehr.“

Doch das Altgeräte-Aufkommen wird im Zuge der Digitalisierung und des Ausbaus der Elektromobilität immer größer. „In den kommenden Monaten und Jahren kommen riesige Mengen Elektroschrott auf uns zu, die ordentlich erfasst und kanalisiert werden müssen“, sagt Jokic.

Aber genau daran hapert es in Deutschland. „Wir haben ein zunehmend massives Problem bei der Entsorgung und beim Recycling von alten Elektrogeräten“, bestätigt Peter Kurth, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE).

Eigentlich regelt das Elektro- und Elektronikgerätegesetz, kurz ElektroG, den Umgang mit alten Kaffeemaschinen und Mixern, Föhnen und Digitalwaagen oder Mobiltelefonen und Akkuschraubern. Wichtigster Punkt dabei: Ausrangierte Maschinen dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt, sondern sollen getrennt gesammelt und dann recycelt werden. Dazu müssen die Verbraucher ihre Altgeräte wahlweise beim Wertstoffhof abgeben oder in den Fachhandel zurückbringen.

Mittlerweile häufen sich Wohnungsbrände

Die Realität indes sieht anders aus: Nur 45 Prozent des Elektroschrotts werden von den Verbrauchern ordnungsgemäß zurückgegeben, meldet die Stiftung Elektro-Altgeräte Register. Der Rest dagegen landet zum Beispiel in der Restmülltonne, im gelben Sack, in Gewerbecontainern oder auch im Sperrmüll.

Nur ist das gefährlich. Denn immer mehr dieser alten Geräte enthalten Lithium-Ionen-Akkus. Und wenn die beschädigt werden, etwa durch die Presse in einem Müllauto, durch Schredder und Sortiergreifer in der Recyclinganlage oder auch durch schlichtes Herunterfallen, kann ein Kurzschluss entstehen und in der Folge eine chemische Reaktion eintreten, bei der unkontrolliert hohe Energie freigesetzt wird.

Mittlerweile häufen sich deshalb sogar Wohnungsbrände. Mitte September zum Beispiel schlugen meterhohe Flammen aus einem Mehrfamilienhaus in München, weil der Akku eines privat genutzten E-Scooters explodierte. „Lithium-Batterien sind die größte Herausforderung der Branche in den letzten Jahrzehnten“, heißt es in der Industrie.

Lebensmittelverpackung

Plastik ist ein sehr großes Thema und auch der Umweltschutz schlägt Alarm. Der Konsum von Plastik bei Lebensmitteln steigt wieder.

Verpackungsmüll steigt auf 227 Kilo pro Kopf

Neuer Höchststand beim Verpackungsabfall: In Deutschland sind 2017 insgesamt 18,7 Millionen Tonnen Verpackungsmüll angefallen – 3 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Umweltbundesamt (UBA) am Montag mit. Pro Kopf und Jahr entsprach dies durchschnittlich 226,5 Kilogramm Verpackungsabfall.

Der Anteil von privaten Endverbrauchern machte mit 8,84 Millionen Tonnen 47 Prozent dieser Gesamtmenge aus, wie aus dem UBA-Bericht zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungen in Deutschland weiter hervorging. Damit stieg der Anteil der privaten Endverbraucher um 3,8 Prozent auf umgerechnet 107 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

„Wir verbrauchen viel zu viele Verpackungen“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. „Das ist schlecht für die Umwelt und für den Rohstoffverbrauch.“ Abfälle müssten möglichst schon in der Produktionsphase vermieden werden. „Auf unnötige und unnötig materialintensive Verpackungen sollte deshalb verzichtet werden.“ Es brauche „viel mehr Mehrweg“, nicht nur bei Mineralwasser und Bier. „Auch den Kaffee kann man im Mehrwegbecher mitnehmen und wer sein Essen mitnimmt, sollte das auch in Mehrwegbehältern tun können.“

Beim Recycling kommt Deutschland laut UBA weiterhin auf gute Werte. Vom gesamten Verpackungsabfall gingen knapp 70 Prozent ins Recycling, der Rest wurde größtenteils energetisch verwertet. „Trotz der guten Recyclingquote müssen wir das Recycling und den Rezyklateinsatz weiter stärken, um Ressourcen zu schonen“, betonte Krautzberger.

Die Recyclingquote zeigt bei den unterschiedlichen Verpackungen zudem starke Schwankungen. Vergleichsweise hoch ist sie bei Glas mit 84,4 Prozent, Papier und Karton mit 87,6 Prozent und Stahl mit 92,2 Prozent.

Bei Kunststoffen (49,7 Prozent) und Holz (25,8 Prozent) ist den Experten zufolge aber noch viel Recyclingpotential vorhanden.

Kunststoffverpackungen sind unter anderem wegen der Materialvielfalt schwierig zu sortieren und zu recyceln, wie das UBA weiter erklärte. Auch sei die Verpackung selten auf optimales Recycling ausgelegt. Zudem gebe es zu viele Verpackungen mit unterschiedlichen Materialien oder mit Verbundkunststoffen. 2017 wurden demnach prozentual genauso viele Kunststoffverpackungen wie im Vorjahr recycelt, die etwa gleiche Menge wurde energetisch verwertet.