Kategorien
News

Scientology-Kreuzfahrer wegen Masern unter Quarantäne

Ein Kreuzfahrtschiff der Sekte Scientology ist vor der Karibikinsel St. Lucia unter Quarantäne gestellt worden, nachdem bei einer Angestellten Masern festgestellt wurden. Von den rund 300 Menschen an Bord könnten sich weitere angesteckt haben.

Ein Kreuzfahrtschiff mit rund 300 Menschen an Bord wurde im Hafen der Karibikinsel St. Lucia unter Quarantäne gestellt. Grund dafür ist ein Besatzungsmitglied, bei dem die Infektionskrankheit Masern festgestellt wurde, teilten örtliche Behörden laut US-Medien mit. Das Schiff stehe bereits seit Montag unter Quarantäne. Damit solle ein weiterer Ausbruch auf der Insel vermieden werden.

Da Masern eine höchst ansteckende Krankheit ist, gehen Ärzte und Gesundheitsbehörden davon aus, dass weitere Personen an Bord infiziert wurden. Besonders Menschen, die nicht gegen Masern geimpft wurden, seien einem erhöhtem Risiko ausgesetzt. Laut einer Verantwortlichen des Gesundheitsministeriums von St. Lucia sei die betroffene Person bereits auf dem Schiff isoliert und befinde sich in einem guten Zustand.

Kreuzfahrtschiff gehört Sekte Scientology

Laut NBC News handelt es sich bei dem Schiff um die „Freewinds“, das der Sekte Scientologygehört und von dieser betrieben wird. Die Zeitung „St. Lucia Times“ veröffentlichte ein Foto des Schiffes, das in der Nacht zu Freitag die Insel bereits wieder verlassen soll, so Behörden. Von Scientology gab es bisher keine Stellungnahme. Laut der Homepage von Scientology Deutschland ist das Schiff „ein Ort der geistigen Regeneration und Stärkung, wo die fortgeschrittensten Stufen der spirituellen Seelsorge der Scientology Religion geboten werden“ und der „Höhepunkt einer zutiefst spirituellen Reise“. Dort werden auch sogenannte Auditings durchgeführt.

Infektionen mit Masern, die vielerorts wegen jahrelanger Impfungen eigentlich als ausgerottet gelten, sind in letzter Zeit in Industrie-Staaten häufiger geworden, besonders in den USA. Allein in diesem Jahr wurden mehr als 700 Fälle gemeldet. Dies ist die höchste Anzahl an Fällen seit 1994. Laut CNN wurden die Masern im Jahr 2000 in den USA für ausgerottet erklärt.

Masern sind allerdings weltweit verbreitet und kommen besonders häufig in Asien und Afrika vor. Sie werden über Tröpfcheninfektion übertragen, also zum Beispiel über Husten, Niesen oder Sprechen. Unbehandelt kann es bei Masern zu Komplikationen kommen, die auch tödlich enden können.

Spread the love
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •