Strafverfolgung hat Nebenwirkungen

Mit diesem Titel möchten Definizium-Records in Berlin für Veränderung sorgen

Vor einer Weile hat der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK)

André Schulz, gefordert, Cannabis vollständig zu entkriminalisieren.

„Egal, ob wir Cannabis kriminalisieren oder nicht, es wird sowieso genommen“,

sagt Richter Andreas Müller.

„Kein Gesetz hält die Menschen davon ab.“ Die schlimmste Nebenwirkung des Stoffes seien das Verbot und die Strafverfolgung.

„So schaffen wir Hunderttausende oder Millionen Kriminelle, die keine sind. Von denen geht keine Gefahr aus, aber sie werden gebrandmarkt.

Das ist völlig falsch.“

Etwa 150.000 Verfahren leitet der Staat jährlich wegen Cannabis ein. Nur in 40.000 bis 50.000 Fällen kommt es zu Verurteilungen. „All diese Verfahren, von denen viele wieder eingestellt werden, binden Energie, Personal und Geld“, sagt Müller.

Je nach Bundesland und Staatsanwalt werden die Kiffer mal härter, mal weniger hart verfolgt. Werden sie öfter erwischt, werden sie möglicherweise angeklagt nur wegen ein paar Gramm. Das verändert und zerstört Leben.“

Selbst die Polizeigewerkschaft sieht die Verfolgung von Besitzern geringer Cannabis-Mengen als Zeitverschwendung.

Der BDK fordert stattdessen „einen regulierten Markt mit einem wirksamen Jugend- und Verbraucherschutz“.

Die Debatte läuft. Die Frage ist nur, wann auch die Politik die Zeit gekommen sieht, Hunderttausenden Cannabis-Konsumenten in Deutschland endlich das Gefühl zu nehmen, dass sie zu Unrecht kriminalisiert werden.

Oder ihnen zu erklären, warum Alkohol – der der Gesundheit erwiesenermaßen viel mehr schadet – total legal und anerkannt ist.

Buchtipp: Der Schutz der Psyche im Strafrecht

 

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